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4 (1853)
Entstehung
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231
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u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. Preußens Theilncchme w. 231

Freundschaft. Er drängte sich (ähnlich wie die Jacobi und Wieland anGöthe) mit Ungestüm zu, und ward Manchem dadurch lästig, und Her-der hatte es schon 1771 voransgesagt, man solle an ihn denken, wieGlennen alle seine Freunde einmal lohnen würden. So war es eineanstoßerregende Geschichte, als er mit Spalding brach und Michaelissich in diesen Bruch unzeitig cinmischte. So hörten wir, wie er mitRamler sich überwarf und ans Klopstock ungehalten ward; Keiner thatihm genug im Feuer der Liebe, denn Keiner hatte wie Er die Anlage desEiferers und des Zärtlichen zugleich, die polternde Gutmüthigkeit, diemenschenfreundliche Timonie, den reizbaren Quietismus, die schroffeHumanität und humane Derbheit, und jene tausend Züge, die in Zel-ter's Briefen, scheint mir, einen nicht unähnlichen Charakter darlegen.Er vereinte grobe Schmeichelei und schmeichelnde Grobheit am liebsten,er konnte derbe Wahrheiten sagen mit dem schönsten Lobe verblümt, undbis in den Himmel erhob ec die Sachen seiner Freunde, deren sich einrechtlicher Geschmack geschämt hätte. In diesem Stile redeten Heinseund Michaelis wieder zu ihm; Jacobi und Schmidt waren ihm ganzergeben und erhielten ihn freundlich; wenn dann einer wie Ramler ineignem Tone zu ihm sprach, und ihm, wie dieser that, triftige Wahr-heiten sagte, so klagte er, seine Freunde brächten ihn um^). Mit die-sem brausenden Temperamente, das immer in vollen Segeln ging, stießer in der zählenden Zeit, in die er hineinlebte, überall an. Er scheitertemit seiner Dichtung und fühlte das in seinem Alter stets mehr, ohne sei-nem Vorsatz anfzuhören Nachkommen zu können. Er scheiterte an demIdeal der Freundschaft und an manchen patriotischen Hoffnungen; undwie seine guten Freunde nicht immer seine Zudringlichkeit Freundschaftnannten, wie ihm der Naturdichter Hiller in's Gesicht sagte, was seineAnhänger sich nur leise zuflüsterten, daß seine Dichtungen oft nur sehrwerthlose Reime seien, so sprach ihm Dohm sogar den Sinn für Men-schen- und Bürgerrechte ab. Wie sein Temperament gemischt, seinCharakter doppelseitig ist, wie seine Gedichte getheilt sind zwischen dasalte hohle Formeuwesen, und die neue Natürlichkeit seit den 70er Jah-

IA 5 ) In friedlicheren Stimmungen strafte er sie mit Großmuth. Werke 5. -63 :Hier ist mein Lebenslauf: Ich lebte gern in Friedenund liebte meinen Gott und meinen Friederich,und meinen Kleist und Uz und alle meine Freunde.

Da stehen sic umher um mich;

und wurden einige von ihnen meine Feinde,

so wurden fie's, nicht ich.