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4 (1853)
Entstehung
Seite
227
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u. weltlichen Moral, II. d. Kritik. Preußens Theilnahmc rc. 227

Gleim eben gemacht war, weil er bei allem Enthusiasmus nie vergaß,wie verbunden er dem Vater Gleim war'^). Als auch Jaeobi 1774nach Düsseldorf zog und Heinse dorthin entführte, wie Gleim ihn (mitUnrecht) beschuldigte, ersetzte diese der Rektor Fischer und später Tiedgeund Bothe. Der Domdechant Freiherr von Spiegel nahm Theil an derMinnedichtung dieses Kreises; ihn ersetzte, als er 1786 starb, der GrafChristian Stolberg, bei dem Klamer Schmidt Hausfreund und Haus-dichter ward. In engerer Verbindung stand dieser ganze Verein zugleichmit den benachbartenDichtern in Göttingen und im Harz, mit Göckingk,Unzer, dem Hauptmann Stamford, der seit 1769 in Ilfeld war, späternach Halberstadt kam und um 1777 entfernt wurde, um den Prinzenvon Oranien in der Befestigungskunst zu unterrichten. Von ihm sindLieder und Fabeln in den damaligen Almanachen und nachgelassene Ge-dichte, von Marcard (1808) herausgegeben, bekannt geworden.

In diesem Kreise führte man ein poetisches Leben, wie unter denFreunden um Klopstock und im göttingerBunde. Früher, wennKlopstockund Schmidt oder Cramer und Raniler kamen, feierte man anakreon-tische Becher- und Rosenfeste, d. h. man zechte im Weinhause wolganze Nächte durch und kränzte Flaschen und Becher. Der nüchterneGleim aber war dem Tempel des Bacchus nicht so hold, er zog sich inden der Musen und Freundschaft zurück und schmückte dazu ein Zimmerseines Hauses mit den Bildnissen seiner Freunde. Es ward eiueBüchsen-gescllschaft gestiftet, zu der auch Damen gehörten; unter ihr ging eineBüchse herum, in die jedes Mitglied einen poetischen Beitrag warf;Sonnabends versammelte man sich bei Gleim, ec las anonym vor, ließden Verfasser errathen, der beste erhielt einen Preis. So entstandenzahllose Blättchen, eine neue Art Gelegeuheitspoesie, der reine Gegen-satz gegen die pomphafte und höfische der Ramler und Willamov. Sieblieben Privatgut; übten aber auch auf die veröffentlichten Dichtungender Theilnchmer Einfluß, deren Sorglosigkeit und Flüchtigkeit so durch-gehend ist, daß die Herausgeber der Werke von Gleim und Klamernicht wagten, alles Gedruckte wieder zu drucken. Jaeobi ist es gewißnicht gedankt worden, daß er nicht noch mehr zurückhielt, als er that;

I2V) Der gutmüthige FreundschaftSenthusiasmnS artete zuweilen gar zu komischaus. Jaeobi gab >774 einen heinse'schen Brief mit der Adresse: An unfern liebenVater Gleim auf die Post.Um Gotteswillen, schreibt er zurück, nicht mehr dieseAddreffe! In der ganzen Stadt klatscht man, Gleim habe von seinen Hurenkinderneinen Brief erhalten!"

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