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4 (1853)
Entstehung
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225
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u. weltlichen Moral, II. d. Kritik. Preußens Theilnahme re. 225

setzen, und nicht allein im Alterthum, sondern auch unter Franzosen undEngländern"'). Frühe beschäftigte ihn die Lieblingsidee, in Berlinoder Halberstadt ein deutsches Athen zu gründen; sobald er Sucro undLichtwer in Halberstadt sah (von denen der Letztere zwar wenig iwGleim's nachmaligen Kreis paßte, weil er diesen Weichmüthigeu zuschroff und zu hart war), so griff er die Sache, wie er es denn überallmit der That lieber als mit dem Worte hatte, werkthätig an. Die Nähevon Quedlinburg, wo Klopstock's Eltern und Cramer lebten, von Braun-schweig, wo Ebert, Zachariä, Eschenbnrg, Schmid u. A. versammeltwaren, spornte ihn noch mehr. Er dachte Klopstock nach Halberstadt zuziehen, und ließ Spalding berufen, Götz wünschte er aus seiner Graf-schaft Sponheim zu erlösen; aber mit diesen glückte es nicht. Die Sap-pho-Karschin lud er zu sich ein, und diese wäre ihrem Gliphästiou gernegeblieben, wenn er sie hätte heirathen wollen, allein sein Herz gehörteganz der Freundschaft an und hatte keinen Raum für Liebe. So zog essich lauge hin, bis einige Aussicht zur Verwirklichung dieser Plane er-schien. Erst 1766 lernte Gleim Georg Jarobi in Lauchstädt kennen, derihn im Heiligenschein eines großen Dichters sah. Ihn zog er 1769 ansich, jauchzte nun, daß neben Auakrcon Aesop und Giesset an einem deut-schen Stifte wären, und wünschte nur, daß die Mönche von HuysburgJesuiten wären, um sie fortjagen zu können. Jarobi war bisher inHalle Hausgenosse von Klotz gewesen, der dort gleichsam die anakreon-tische Zeit fortgesetzt hatte, und durch lateinische Gedichte, so wie durchseine Geschichte AmorS aus Gemmen der gelehrte Vertreter dieser Hetärieward, der man auch bald Wieland in der öffentlichen Meinung gesellte.Von Halberstadt aus und von Gleim's Zeit her fiel damals noch zuwei-len ein Strahl heiterer Fröhlichkeit unter die Hallenser, unter denen essonst so steif und finster herging, wie Jacobi schreibt, daß Viele gar nichtauf den Gedanken kämen, sie könnten auch lachen. Klotz, Gleim, Ja-cobi, Meyer, Koch"*) in Braunschweig und Lange schrieben sich unter-einander jene kleinen närrischen Briefe, wie sie Amor vorsagte, oft halbProsa halb Poesie, wie sie nachher als poetische Episteln häufig ver-öffentlicht wurden. Bekanntlich sind die zärtlichen Briefe der neuenDavid und Jonathan oder Dämon und Pythias, Jarobi und Gleim,gedruckt; das Widrigste, was die läppische Freundschastständelei in die-

117) Vgl. hierüber Kürte's Leben Gleim's.

118) Seinekleinen Gedichte" find Braunschweig v. I. (177S) gedruckt, undtragen genaue Familienähnlichkeit mit den übrige» aus diesem Kreise.

G-rv, d. Dicht. IV. Vd. 15