Druckschrift 
4 (1853)
Entstehung
Seite
197
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u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. Preußens Theilnnhnic >c. 197

Klagen seiner Sehnsucht nach der Geliebten und den Freunden, nachRuhe und Dichtung, die in einer nach Reinheit, Reichthnm und Hoheitringenden Sprache vorgctragen sind. Ans dieser Einen schöneren Seiteganz Empfindung wie Klopstock, ist ec aber aus einer andern oft bloswieder Gedanke und vereinzelte Anschauung wie Ramler. Wir habenkein erschöpfenderes Nrtheil als Schiller's über ihn. Die Reflexion,sagt er, stört ihm das geheime Werk der Empfindung. Seine Phantasieist thätig, doch möchte man sie eher veränderlich als reich, spielend alsschaffend, unruhig fortschreitend, als sammelnd und bildend nennen.Schnell und üppig wechseln Züge auf Züge, aber ohne sich znm Ganzenzu gestalten. So lang er blos lyrisch dichtet und blos bei landschaft-lichen Gemälden weilt (wie im Frühling), läßt uns theils die größereFreiheit der lyrischen Form, theils die willkührliche Beschaffenheit desStoffes diesen Mangel übersehen, indem wir hier überhaupt mehr dieGefühle des Dichters als den Gegenstand selbst dargestellt verlangen.Der Fehler wird aber allzu merklich, wenn er sich wie in (dem epischen)Cissides und Paches, und in dem (dramatischen) Seneea heransnimmt,Menschen und menschliche Handlungen darznstellen, weil hier die Ein-bildungskraft sich zwischen festen und nothwendigen Grenzen cingeschlos-sen sieht, und der poetische Effekt nur aus dem Gegenstände hervorgehenkann. Hier wird er dürftig, langweilig, mager, und bis zum Unerträg-lichen frostig; ein warnendes Beispiel für Alle, die ohne inneren Berufaus dem Felde musikalischer Poesie in das Gebiet der bildenden sich ver-fingen, wie denn dem verwandten Thomson die gleiche Menschlichkeitbegegnet ist. Dieses streng scheinende Urtheil ist nicht um einen Zugübertrieben.

Kleist ist in seinerLandlnst ganz von dem elegisch sentimentalen Geistebeherrscht, der in Klopstock'S Dichtungen liegt, er ist auf dem idyllischmalerischen Gebiete der Blockes und Geßner, er sehnt sich wehmüthignach Friede und Muße, er verflucht die Kriege und läßt den ErobererAlexander wie einen armen Sünder klagen. Aber nun bricht der sieben-jährige Krieg aus, und in dem kernigen Manne, in dem die Kraft seinerJugend sammt ihrem Leichtsinn bisher geschlummert hatte, brach die alteEhrsucht und kriegerische Natur wieder durch. Aus Noth und Niedrig-keit herausstrebend nährte er seinen Ruhm und seine Schlachtbegierde,vergaß über Thaten und Krieg die Freunde und die lyrische Dichtung,versuchte es mit dem epischen Stücke CessideS und Paches, das Clover'sLeonidas anregte, das die Kriegsluft, nicht mehr die Landluft eingab;er vertheidigte jetzt den Krieg und redete nun vom Alexander anders als

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