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4 (1853)
Entstehung
Seite
195
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u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. Preußens Theilnahme re. 195

gesucht sind, an die kein symbolischer Scharfsinn ohne die breiten Notenjemals gedacht hätte. Und hierin gleicht er den nürnbergischcn Emble-matikern ganz, daß ihm die Allegorie vielleicht die höchste poetische Kunstzu sein scheint! Dies sagte er in der genannten Zeitschrift, den kritischenNachrichten, und eben dort wird auch, gerade wie bei jenen Nürnbergerbildnerisch-musikalischen Poeten, ans die Feinheiten seiner Oden fürAug ' und Ohr aufmerksam gemacht. In der Ode an den Granat-apfel, der in Berlin gewachsen, liefen die Strophen gegen das Endeschmal zu und spitzten sich wie ein Pfeil, was dem Auge so schön dünkeals dem Ohr wohlklinge! Es seien darin Verse, die gleichsam Kränzeflöchten, oder wie der Sturmwind eilten. Nicht leicht fänden sich darindrei Konsonanten hinter einander, kein Reim zweimal, keinHiatus, nichteinmal zwischen zwei Versen. Dies letztere hängt wieder mit Ramler'smusikalischem Gehöre zusammen. Auch Er nämlich sucht wie Klopstockim Horaz die musikalische Seite, die Ode, nicht wie Uz die moralische,die Epistel und Satire. Er ist eben hierin so eigenthümlich, daß sichMusik und Kritik, Gefühl und Verstandesdürre so nah bei ihm berühren.Er hatte den Vortheil mit Graun und Krause in Verbindung zu stehen,er vollendete für jenen den Tod Jesu, den die Prinzessin Amalie auge-faugen hatte, und übersetzte für eben diese das Aleranderfest von Dryden.Auch hat Graun Schlacht- und Loblieder von ihm gesetzt, und mitKrause, der das erste Werk in Deutschland über musikalische Poesie ge-schrieben, machte er den ersten Versuch, für den geselligen Gesang zuwirken; sie gaben 1758 zwei Hefte Lieder heraus, mit leichten Kompo-sitionen von beiden Graun, Quautz u. A. So hat er viele andere Kan-taten, Operetten, Singspiele und Gelegenheitsstücke geschrieben, und erist neben Gleim der Chorführer der ganzen Reihe jener bardischen Dich-ter, die von großen Persönlichkeiten angefeuert wieder Gelegenheits- undLobgedichte verfertigten, die sich von denen des 17. Jahrhs. nur durchbessere Objekte und poetische Gabe unterscheiden. Und so findet sich dennManches bei ihm zusammen, was an die ersten preußischen Dichter Dachund Albert zurückeriunert.

Ramler war schon in den Bremer Beiträgen sehr frühe ausgetreten;er prvducirte aber wenig, wie die Freunde des hallischen Bundes auch,und so stand die preußische Dichtung langehin still. Kaum ließ Gleimeinige Lieder und Fabeln ausgehen und auch sein und Ramler's Freund

düs ist Prosa, die nicht einmal rhetorisch sich »ersteigt, und nun darf man nurdas Versmaaß abtheilen; eS ist keine Sylbe verändert.

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