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4 (1853)
Entstehung
Seite
191
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u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. Preußens Thcilnahme rc. 191

vermögen damit zu verbinden. Dahin gehören die unsterblichen NamenWinckelmann's, des jungen Fvrstec's, Wilh. Humboldt's und Herder's,der als ein Zögling der Königsberger angesehen werden darf. Unterihnen hat Winckelmann selbst den Satz ausgesprochen, daß in einemLande wie Sparta die Künste nicht Wurzel fassen könnten und, gepflanzt,entarten müßten. In den Zeiten, als sich die deutsche Dichtung selb-ständig erhob, setzten sich die Nieolai und Hermes gegen die versprechcnd-sten Erscheinungen, und die Romane von Beiden und von Hippel sindmit die charakteristischsten Vertreter preußischer Literatur in jenen Tagen.Als die Literaturbriefc in Berlin als Richter des Geschmacks austraten,fühlten die Verfasser bald, daß kein dichterisches Vermögen unter ihnenwar, und daß sie, wie sie selbst sagten, ihre poetische Blöße zu decken,den einzigen Ramler hätten. Und dies ist eben der rechte und ächte Ver-treter der damaligen Schule in Berlin, auS der bald genug die Poesieganz wegflüchtete in einen anderen Zufluchtsort. Gleim, der eine unge-meine Beweglichkeit in die deutsche Literatur brachte, hatte die Poesieaus Halle nach Berlin geführt, aus Meier's Schutz in den des Ramler,er führte sie aber auch bald wieder weg nach Halberstadt, was bezeich-nend genug ist, weil er mit der preußischen Verständigkeit einiges nieder-sächsische Gemüth verband, daß ihn nie von Klopstock und dessen Schuleganz trennte. Das Aehnliche hat Göthe i» einem spöttischen Tone ge-äußert, wo er uns von Gleim's Gedichten, die so gut wie vergessen sind,glauben machen will, sic seien dem allgemeinen deutschen Wesen ammeisten verwandt. Sie sind, fügt er bei, der Ausdruck eines gemüth-lichen Menschenverstandes, innerhalb einer wohlgesinnten Be-schränkung.

Gleim kam nämlich nach !740 aus Halle nach Berlin und Pots-dam, und lernte dort zuerst Kleist kennen, der in einem Duell verwundetworden war nud krank lag. Die Anekdote ist bekannt, daß Gleim mitder Vorlesung eines seiner scherzhaften Lieder zu der Heilung des Kricgs-mannes beigetragen habe, der sich nun entschiedener als vorher der Dich-tung widmete und so, neben dem General von Stille, die ersten Funkeneiner literarischen Kultur in die preußische Offizierwelt trug, die nachhermächtig um sich griff. Auch mit Spaltung kam Gleim in Verbindung undmit Karl Wilh. Ramler (aus Colberg 172598), den er dem lästigenStudium der Mediein entzog, indem er ihn als Hauslehrer zu seinerSchwester empfahl. Später brachte er Sulzer nach Berlin, und die ersteFrucht dieses Zusammentreffens waren 1750 die Kritischen Nachrichten ausdem Reiche der Gelehrsamkeit, die von Sulzer, Ramler, Sucro u. A. her-