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4 (1853)
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185
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u. weltlichen Moral, n. d. Kritik. Preußens Thcilnahme rc. 185

undAnmuth gemildert war, als die strenge Zucht in Deutschland vertrugund verlangte. Bei ihm erschien Dichtung und Philosophie am reinstenund edelsten in jenem schwesterlichen Bündniß, das damals jeder suchte;wer ihn nachahmend erreichte, durfte sich schmeicheln, ein philosophischerLehrerim Gewände derAnmuth, ein gefälliger Dichter in der Würdedes Weisen, ein bescheidener Lebemann, bei feinen Hofsitten ohne An-spruch an Größe zn scheinen. Selbst um die Fabel drängte sich daherkaum eine solche Unzahl von Nachahmern wie um ihn. Seine Dicht-kunst ward verschiedentlich übersetzt und galt immer mehr als ästhetischerKanon. Seine Episteln bildete mau in freieren Formen besonders indem späteren Halberstädter Kreise um Gleim herum nach. An seinenOden versuchte sich Alles, was reimen und nicht reimen konnte, wer einemäßige Gabe hatte, Lektüre zu nutzen, und wer ein Paar verworreneKonstruktionen zusammenbrachte. Man erklärte, verglich und rettete seineSchriften und sein Leben; selbst seine Nachahmer Balde und Sarbiewskywurden hervorgezogen und uachgeahmt; nur schüchtern glitten Uz undGleim zuweilen auf Petrarka mit ihrer Begeisterung über. Von denersten rohen Uebersetzern, den Weidner, Lange, Groschuff, bis zu denRamler, Mastalier, den beiden Schmidt und den noch späteren, welcheVerwandlungen hat dieser Dichter nicht durchmachen müssen! Seit Klotzseine Vindieien und seinen Kommentar schrieb, oder seit Herder's Brie-fen über Horaz, von wie viel Seiten war der Dichter nicht besprochenund beleuchtet! In Voß's Uebersetzung und in Wicland's, wie sonder-bar wechselte er die Kleider! Und wie viele unserer Odisten wurden da-mals mit dem Ehrennamen des Horaz belegt! Auf Einem blieb er vor-zugsweise hängen, nicht weil er die dichterische Form des Originals ambesten erreicht hätte, sondern weil er den Kern von seiner Lebensweisheitzuerst am treffendsten aussprach, auf Uz nämlich. Und von ihm fandman aus, daß er sogar in seiner äußeren Gestalt wie in seinem innerenLeben dem Bilde glich, das der römische Dichter von sich selbst entwarf:ein Mann von mittlerer Größe, rundlicher Figur und leicht beweglichemKörper.

Diese Lebensweisheit der anakreontischen Horazianer bildet ihremoralische, für die Zeit wichtigere und für ihre Bedeutung in der Litera-tur charakteristischere Seite! In Gleim's früheren Liedern spricht sie sichformell mehr als materiell aus; die durchgehende Leichtfertigkeit ver-kündet die liberale Lebeusansicht, die der gellert'schen so sehr entgegen-steht : das Welten voll Jugeudlust die allerbesten, daß Feinde der Freude