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4 (1853)
Entstehung
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151
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u. Welt!. Moral, ll. d. Kritik. Christl. Dicht, »ach Klopstock. 151

ringsten. Sie hat gleich der Allegorie Verhältniß zu allen poetischenHauptgattungen: zur lyrischen Poesie, wo sie Ekloge, zu Epos undSchauspiel, wo sie Schäferroman und Schauspiel wird. Die großenWerke dieser Gattung, die unter Spaniern, Portugiesen und Italienernentstanden, die Dichtungen der Ribeyro, Saa de Miranda, Monte-mayor, Saunazar und der Engländer, die ihnen folgten, sind sehr oftTräume, Visionen, Allegorien; allegorisch sind die Schäferromane undwas ihnen verwandt ist fast immer gemeint, ja die ganze Einkleidung dererotischen Lyrik in schäferliche Lieder ist Allegorie. Die Allegorie, wie dieIdylle, war schildernde Poesie, die sich zur darstellenden und erzählendenverhält, wie Zustand zu Handlung, Ereigniß zu That, Natur zu Mensch,Friede zu Krieg. Diese Gattung ist daher in solchen Ländern und in sol-chen Zeiten zu Hause, wo Mangel an selbstbewegter Geschichte ist, wovorherrschend bloS Zustände sind, die nur von außen gestört, nicht durchinnere Triebe verändert werden; Portugal, Sieilien, Neapel sind solcheLänder, die im Grunde eine innerliche Geschichte nie gehabt haben, dieZeiten Geßncr's waren eine solche Rnheperiode für die Schweiz. Insolche Stände, Zeiten und Räume trägt nun auch der Jdyllendichter seineErfindungen über, wo Ruhe und Frieden herrscht, denn sein Gemälde,das nur ruhende Zustände schildern kann, vermeidet alle Leidenschaftenund alle grellen Geschicke, und es ist daher auch in den Dichtern, wie inBrockes und Geßner und selbst in Klopstock so charakteristisch, daß sieeinen übertriebenen Schauder vor allem Krieg und allen Eroberern undausschließlich handelnden Charakteren Paben. Hier nun berühren sichGeßner und Klopstock, die Idyllen und die erzväterlichen Epopöen;denn die Hirtenwelt ist eine patriarchalische, in Beiden sahen jene Dich-ter das goldene Zeitalter ungestörter Eintracht zu Hause. Geßner istnicht der einzige, der diese Verbindung ausfand. Jar. Friedr. Schmidt(aus Blasienzell 173096), der die heidnische Vorwelt in sanftenIdyl-len" (1761) zeichnete, der wie Geßner eine Zeitlang als einer der größe-ren Dichter, besonders in den literarischen Blättern seiner Heimath,gepriesen und, wie Geßner, durch Huber den Franzosen bekannt gemachtward, obgleich sein Nus nicht so anshielt wie Geßncr's, eben dieser hat(1759) poetische Gemälde und Empfindungen aus der heiligen Geschichte,und darin einen Noah n. A. gedichtet; ec fand die Einfachheit der Na-tur, die er suchte, nicht in der Zeit, und holte sie nicht in Arkadien, son-dern in der Urwelt. So zweifelt Geßner nicht an der gewissen Existenzeines goldnen Zeitalters, wie es die Hirtenwelt beschreibt, und dafür istihm die Zeit der Patriarchen der Beweis, die doch Niemand abzu-