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4 (1853)
Entstehung
Seite
148
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148 Wiedergeburt der Dichtung unter den Einflüssen der religiösen

annahm, und sich dagegen erklärte, daß man den Tod des Erlösers zneinem leichten Spiele der Phantasie mache, und dabei der verderbtenNatur schmeichle und sie erhebe, ja ihr hier und da abgöttische Ehreerzeigte? Mochte er sich doch beschweren, daß Stuß den Messias mitVirgil verglich, aber wie konnte Er seinen Schönaich mit Homer ver-gleichen? Dies war das Aeußerste, wohin es Gottsched treiben konnte.Jener gutmüthige Mann ließ sich von Gottsched ganz leiten und brau-chen, wozu er nur wollte; und der Aristarch, der in seiner Schule gernalle Gattungen nicht allein erklären, sondern auch Hervorbringen wollte,und mit diesem Einen alle seine poetischen Blößen decken mußte, machteihn zum Satiriker, zum Dramatiker und zum Epiker. Er ließ ihn (1751)seinen Hermann, in trochäischen Versen, die die Fran Professorin einge-führt, dem Messias entgegensetzen; seine sreiherrliche Feder und dieDenkmünze, die ihm der Landgraf von Hessen schenkte, und die Dichter-krone, die ihm Gottsched anfsetzte, und ein Belobungsbricf Voltaire's^),der der 2. Ausgabe vorgesetzt ward, sollten dem elenden und hohlen Ge-dichte einen Platz über dem begeisterten Werke Klopstocks erobern, unddas nannte Gottsched nicht Lob dingen! Der treueste Anhänger Gott-scheds, und der zugleich Verehrer von Schönaich's persönlichem Cha-rakter war, Kästner, verspottete Gottsched und Schönaich zugleich überdessen Hermann und Dramen. Gottsched's eigner Bruder schrieb ihmaus Cassel, er werde über den Hermannschwerlich, schwerlich recht ur-theilen können, denn er sehe die ganze Kunst davon nicht ein; er müsseaber ohne Zweifel alle guten Eigenschaften haben, da der Herr Brudereiner ganzen Nation damit Trotz zu bieten gedenke!" Endlich erschiennoch (1754) Schönaich's neologisches Wörterbuch der Aesthctik in einerNuß (anonym, von einigen Verehrern der sehr äffischen Dichtkunst);deren Titel schon ein Stich aus die neue Wissenschaft der Aesthetik seinsollte, deren Zueignung (an den Geistschöpfer, Seher, Evangelisten,Träumer, den göttlichen St. Klopstvck und den Sündsluthbarden, Pa-triarchendichter, rabbiuischen Mährchenerzähler Bodmer) die affektirteErhabenheit Beider verspottete, deren Inhalt aber die ganze Prosa derGottschedianer in Masse zu Tage legte, indem hier die anstößigen Bilder

71) Der gute Gottsched und seine Jünger fühlten nicht den versteckten Schalk indiesem Briefe, der mit den Worten schließt, es würde unverzeihlich sein: Wix-iorer unslangus gue Iss 6ottsclie>ls et vnus i-en-Ier Necessaire a tous Iss amateurs >le lalileraturs (und zum Beweise, daß er sie verstehe:) Ich bin ohne Umstand sein ge-horsamer Diener V.