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4 (1853)
Entstehung
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137
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und weltlichen Moral, und der Kritik. Klopstock. 137

zur Reife bringen. Gerade durch diesen Abschluß des Früheren sind siezugleich Anfang des Neueren, das sich durch Jahrhunderte fortziehenkann. Wie Klopstock die Eigenthümlichkeiten der älteren Dichtung unddie Ideen der Zeit, die er vorfand, in sich vereinte, haben wir obengezeigt: die Geschichte der Folgezeit wird uns jeden Augenblick in denverschiedensten Gebieten auf ihn zurückführen, wo er anrcgte, Ziele zeigteund Wege gebahnt hat. Wie friedlich er selbst war und wie sehr er derfriedlichen Zeit unserer Dichtung angehörte, doch hat die folgende Revo-lutionspcriode fast keine Richtung zu zeigen, in die nicht Klopstock hin-gewiesen hätte. Auch galt er den stürmenden Genies dieser späteren Zeitals ihr Verkündiger, und er hat auch wirklich diese Begriffe von regel-loser Natnrdichtung, von Genialität und Originalität neben Lessingzuerst wie einen zündenden Blitz unter die Jugend geworfen. Bürdet ihrSatzungen dem geweihten Dichter ans, fragte er die Aesthetiker? demKünstler ward doch kein Gesetz gegeben, wie es dem Gerechten nichtward! Wißt, die Natur schrieb es ihm in sein Herz, und er kennt eS,ihr Thoren, und sich selbst streng übt er cs ans. Kommt zu dem Gipfel,wo ihr gleich im Antritt, wenn ihr zu gehen versuchtet, schon sinkenwürdet. So galt seine Gelehrtenrepublik selbst Göthen für die bestePoetik, und diese Ansicht sprach sich in seinem Jugendkreise herum undhielt sich gegen mannichfaltige Anfechtungen. So pflanzte er zuerst dieLiebe zur Volkspoesie, und Herder konnte bei ihm lernen, fremder ZeitenSinnesart zu errathcn und nachahmend zu treffen, und gegcntheils leh-nen sich die Gräcisten wie Ramler wieder eben so entschieden an ihn an;die kriegerischen Barden sind von ihm ausgegangen und die friedlichenJdyllendichter; die Verächter der Franzosen und die Verehrer der Eng-länder hatten an ihm Stützen; wer sich mit Hagedorn und Horaz aneinem Weinliede erlaben wollte, konnte ihn ausschlagen, und der, demmit Uoung eine mitleidige Menschenthräne lieber war als das Firmamentund die Sterne, dem pflichtete er bei. Wer in dem weiten Gebiete un-serer Dichtung vor Schiller den Durst nach Vaterland und Freiheit zustillen sucht, der findet nur bei ihm eine Stelle, wo er sich rastenderquicke, lieber die ganze Dichtung des Jahrhunderts weg reichte er,selbst unwillig, seine Hand den Romantikern, er hat die ganze dänisch-deutsche Dichtung, die mit diesen so eng zusammenhängt, angeregt. Derprotestantische Dichter sah seinen Lieblingsjünger katholisch werden undkonnte ihm nicht zu sehr zürnen, der vaterländische Barde sah die deutscheJugend sich bis in beide Hispanien und Indien verirren, und er mußtees fühlen, daß er zu beiden: ein entfernter Anlaß war. Denn eben das,