und weltlichen Moral, und der Kritik. — Klvpstock.
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aber nur Eine Stimme, daß das wieder erlangte Paradies ein mißglück-tes Werk ist. Die Entwickelung der Ideen stemmte sich in der Zeit; derstrenge gereizte Puritaner konnte nicht das Wort und den Geist derBarmherzigkeit, der Versöhnung, der Toleranz fassen, aber das weicheund sanfte Jahrhundert in Deutschland faßte ihn, Klopstock faßte ihn,dem die Thränc der Erbarmnng immer näher lag, als der Ernst desGerichts, der den gefallenen Nbbadonna in seinem Gedichte rettete, dernur die elegische und versöhnende Todesstunde Adams, nicht seinen Fallbesingen konnte, der, nicht minder empfänglich für menschliche und bür-gerliche Freiheit als Milton, doch vor dem ähnlichen Akte jener Ver-geltung der Erbsünde in Frankreich mit ganz Deutschland zusammen-schanderte. Der sang das Werk der Erlösung, nachdem die religiösenVerfolgungen lange aufgehört hatten und ein Geist der Milde und Ver-söhnung über der Welt wehte, und in unserm Vaterlaude besonders.Das Christentlmm hatte das Dogma von der Gnade und Vergebunggebracht; bis sich aber der göttliche Begriff in den menschlichen Dingenverwirklicht hatte, brauchte es fast zwei Jahrtausende. Das alte Testa-ment, die ganze alte Geschichte kennt den Begriff der Begnadigung undBilligkeit eigentlich gar nicht. Was der Grieche in seinem kräftigenmännlichen Gebete: gib mir was mir gebührt (cko's /ror -r«auödrückt, unterscheidet ihn von dem weiblichen Christengebet (vergibuns unsere Schuld) eben so, wie seine ganze Rechtsordnung, in der keineObrigkeit einen Richterspruch mildern und Billigkeit vor Recht waltenlassen konnte, von unserer christlichen. Das Alterthum hatte entschul-digte Sünden, die auch kein moralisches Urtheil verdammte, denn „wokein Gesetz ist, da ist keine Sünde"; das Christenthum aber gab keineSchwächen zu, die eben dadurch entschuldigt wären, weil sie keine mensch-liche Anstrengung in uns tilgen kann'"'); sie waren Erbsünden und keineWerke konnten ohne die Gnade (ohne Begnadigung und Vergebung,ohne Billigkeit und Nachsicht) sie verwischen. So sollten denn auchsolche Verbrechen, an denen die Schwäche der menschlichen Natur ihrenAnthcil äußert, menschlich nicht mehr nach ganzer Strenge bestraft wer-den. Allein dieses Begnadigungsrecht ist im ganzen Mittelalter nurselten geübt worden, die menschliche Natur erwies sich mächtiger als diechristliche Lehre. Die Reformation erneute diese Ideen der Milde, auchnach ihr aber drängte Krieg und Unduldsamkeit sie in solchen Zeiten,
60) Denn jeder Mensch hat aiiAebcrne Schwächen,
Die Gnade nur, nicht Kraft kann überwinden. Shakespeare.