und weltlichen Moral, und der Kritik. — Klopstock. 11 !)
Recht im Empfangen der Ode haben, sondern es will auch bei Ge-setz und Regel der Ode mitsprechen. Die Ode widersctzt sich und wi-derstrebt allem logischen, verständigen Gange, und jeder Regel, dieeine bestimmte Ordnung da vorschreiben will, wo der regellose Affektallein Gesetzgeber sein soll, der vor jedem Gegenstände anders thätig ist;wo sich eine Empfindung, ein Gefühl aus sich selbst und nach seinemeignen Gesetz zu einem oft sehr gesetzlos erscheinenden poetischen Ton-stück formen will. In den Psalmen, diesen ganz musikalischen Stücken,die der Komposition nur darum günstiger, weil sie poetisch geringer wa-ren, in diesen Psalmen hat Luther jene feinen Ausdrücke der Empfindun-gen von Leid und Freud', Furcht und Hoffnung gefunden, so wahr, sagter, wie sie kein Maler besser hätte bilden können! Man beachte, wie schiefdies herauskommt! Viel besser hätte er gesagt: wie sie kein Tonkünstlertiefer ins Gemüth senken kann. Denn dem Ausdruck der Empfindungengibt die Musik erst seine volle Stärke, deren reines Gebiet dies ist.Darüber hat sich Klopstock selbst nicht getäuscht. Worte sprechen Gottnicht aus, sagt er, aber sie sind doch seines Lichts ankündende Dämme-rung; sie werden M orgenröthe, wenn mit herzlicher Innigkeit dennennenden Laut die Menschenstimme (singend) beseelt. Aber er wußteauch, daß seine Odendichtung hier mit der Musik wetteiferte. Wenn sichdas Gedicht so hoch erhebet, sind wieder Worte von ihm, daß der Gesangihm kaum zu folgen vermag, dann entzündet sich heißer Streit; es wirdVollendung errungen, die nur selten dem Friedlichen glückte! Und wie we-nig dieser Wettkampf mir der Musik bei ihm eine selbständige Losreißungvon ihr sein sollte, beweist seine Ode der Bund. Er stellt dort dieplastischen Künste eben darum zurück, weil sie vereinzelt sind, weil sie sichnicht verbinden lassen, worin Lessing gerade ihren reineren Kunstcharaktergefunden hätte. Aber die zwei redenden Künste, fährt er fort, Musik undDichtkunst, vereinten sich einst, und so schöpferisch war der beiden Un-sterblichen Eintracht, daß sie mit dauernder Glut mich durch-strömte, daß auch Scher der H örende wurde.
Die Ansicht, welche die lyrische Poesie in eine abhängige Stellerückt, schließt darum keineswegs daö Außerordentliche aus. Wir wissenPindar wohl zu schätzen, aber ohne darum über Aristoteles zu zittnen,der ihn neben Homer und AeschyluS zurücksetzt, und seine Gattung gegen
Wenn Lehrdichter zu sein d» wählest, so kannst du des StolzesSchein nicht vermeiden; denn ohne die leidenschaftliche Handlungwagst du zu gehen des Dichtenden Pfad; der Sterblichen opferstdu die Götti« auf, Darstellung auf der Beschreibung.