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4 (1853)
Entstehung
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114
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114 Wiedergeburt der Dichtung unter den Einflüssen der religiösen

misch, wie ihm die Sprache so eng, wie er ihr ein Schöpfer gewordensei und seine Macht besonders da vortrefflich geübt habe, wo eraus derTiefe der menschlichen Seele Gestalten bildete." Und Wieland wolltein der Hälfte des Messias Nachweisen, wie die Sprache dem Dichter zujedem Ansdrucke jeder Gegenstände und Empfindungen freiwillig cnt-gegengekommen sei, und in der anderen, wie der Dichter die Vorgefun-dene Sprache auszuarbeitcn, zu formen, zu weudeu, ihre Widerspenstig-keit zu zähmen, und aus dem oft spröden Stoffe einen geschmeidigenLnstkörper zu bilden gewußt hat. Wie schön ferner schlug Klopstock'öHerz für deutsche Freiheit, wie freudig weissagte er (denn auch ihm istder Blick hell in die Zukunft"), daß nach einem Jahrhunderte Deutsch-land frei sein und Vernunftrecht vor dem Schwertrecht gelten werde, wiewirkte er in dieser Hinsicht lebendig auf seine ganze Umgebung, aberwarum mußte ein C. F. Cramer aus seiner unmittelbaren Schule undein Stolberg hervorgehcn, die grade in dieser Beziehung nach beidenSeiten schwärmten? warum mußte er so übertrieben selbst in Ertremeubald die lobhudelnden Wohldiener mit jenen grellen Farben malen, diewir eben sahen, und doch nachher selbst gegen den dänischen Friedrich imnordischen Aufseher und in den Oden eine Wohldienerei so weit treiben,daß sie ihm sehr hart ist vorgcworfen worden? warum mußte er im freu-digen Begrüßen und dann im Verfluchen der französischen Revolutionbeidemale das Kind mit dem Bade verschütten? Und endlich, welch edlevaterländische Gesinnung, welche seine Kcnntniß seines Volks, seinerSchwächen und Größen, spricht nicht aus seinen Oden! Wie schwärmter in dem Gedanken, dem Vatcrlande das Leben zu opfern! und in demEhrgeize seiner werth zu sein! Wie ganz erfüllt ihn der große Gedankeder Unsterblichkeit, die ihm des Schweißes der Edlen werth schien! undder Stolz, daß die deutsche Dichtung sich ohne Mäcene emporgcschwun-gen, und daß unsere Muse den Bühnen-Wettlauf mit der beneideten bri-tischen wagen dürfte^). Er wollte nicht, daß den Deutschen andererGesang schrecke als der Griechen, und selbst ihn sollte die Religion über-winden helfen. Ist dir Anderer Dichtung furchtbar, sagt er, so gehörendir Hermann und Luther und Leibnitz nicht an, und die der Hain Braga'sverbarg, so bist du kein Deutscher, ein Nachahmer, belastet vom Jochverkennst du dich selber, und hattest nie Nächte, denen der Ehrgeiz deniLchlaf nahm! Wie nahe also war die Hoffnung, daß uns ein vaterläu-dilcherDichter einmal werden sollte, allein auch hier ward uns vom Welt-

ük) Die schöne Ode: die zwei Musen.