u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. — Die Vers. d. Brem. Beitr.
schmerzlichen Rückblick auf die schöne Zeit in Leipzigs). So preist auchAdolph Schlegel jene kurzen Tage des Glücks, ihm für Jahrhundertevon Wollusttaumel nicht seil; auch ihm war die Freundschaft sein Ruhm,sein Glück, aber auch der Quell der herbsten Klagen. Diese Empfin-dung der Freundschaft regte sich damals im ganzen Geschlechte und isteine der merkwürdigsten Erscheinungen. Bei Klopstock findet sie bekannt-lich fähigere Organe des dichterischen Preises. Bei Gleim stieg dasGefühl der Freundschaft bis zu einer Art Manie; in seinem ganzenKreise gruppirt sich Alles in Freundespaare, und die Verhältnisse undBriefe von Lange und Pyra, Jacobi und Gleim und Aehnliche sindihres empfindsamen Anstrichs wegen bekannt genug geworden. Wirhaben die Bemerkung nahe liegen, daß ein ganz regelrechter Gang zurAusbildung feinerer Empfindungen eingeschlagen wird. BrockeS hattefür die Reize der todten Natur gestimmt, Hagedorn und Richey für dieAnmnth des geselligen Umgangs, Diese fügen das tiefere Glück derFreundschaft hinzu, und machen sie zu ihrer Muse, und Orest und Py-lades zu ihren Helden. Gisekc steht auf der Schwelle, wie wir sehen,um in das Heiligthum der Geschlechtsliebe vorzndringen. Klopstock,werden wir finden, philosophirt förmlich über das Verhältniß dieser undder Freundschaftöliebe, er bleibt gleichsam in dem Vorhof platonischerFrauenliebe stehen, wo sich ihm Wieland in seiner ersten Jugend gesellte.Dieser machte es sich aber eigentlich zur Aufgabe, die Liebe zu singen,und schien der Glücklichere zu sein, den Giseke prophezeite. Er brachtees, wie im Mittelalter geschehen war, wieder dahin, daß die Liebe derDichter Muse ward, und dies blieb an unseren größcsten Meistern hän-gen. Es war dazu eine recht sinnliche Liebe im Anfänge, die Göthe undSchiller erst wieder läutern mußten.
Wenn es noch ein Anderes der Freundschaft gibt, in dem dieBremer Beiträger, wie verschieden sie von Charakter sind, fast alle zu-
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O wie wünsch ich mir dann nur Einen der vorigen Tage,
Eine Stunde zurück!
Nur Ein Lächeln von euch, nur Ein Geschwätze von Freundschaft,
Einen flüchtigen Scherz!
Ach zu tief ist in mir der Freundschaft Empfindung gewurzelt,
sie mein einziges Glück.
Ihr Gedächtniß bleibt mir unendlich werther als Alles,
dann auch, wenn es mich quält.
Ach der Himmel hat mir zu zeitig Freunde gegeben,
und mein Herz ist verwöhnt.