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4 (1853)
Entstehung
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65
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u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. Gottsched u. d. Schweizer. 65

er aus allen Stellungen herauSgcschlagen, in denen wir ihn oben so festverschanzt sahen. Schon im Jahre 1738 verlor er durch lächerliche Em-pfindlichkeit seine einflußreiche Stellung in der deutschen Gesellschaft^).Ein Mitglied derselben, Or. Steinbach in Breslau, schrieb Günther'sLeben, vertheidigte diesen und nahm sich der Schlesier gegen Gottschedan; dieser, in der Absicht Steinbach's Ausstoßung zu erwirken, erklärteseinen Austritt; man nahm ihn aber an, und als er einlcnkte, wichman ihm ans. Auf der Universität begann dann Gellert's große Wirk-samkeit. Gottscheds Schulbücher wurden blosgestellt, selbst seine Sprach-kunst fing an, von Hagedorn privatim, von Heinze öffentlich und gründ-lich angefochten zu werden. Das kritische Ansehen verlor er, seitdem sichdie Dichtkunst Breitingcr'S neben die seinige, und die Sammlung kriti-scher Schriften in Zürich 174114 gegen seine Zeitschriften stellten.Bald überflügelten ohnehin die Berliner Kritiker und Lessing alle Beide.Seine philosophischen Monopole wurden zerstört, als Baumgartcn inHalle, viel schulgemäßer als Gottsched an Wolf's System und dessenTheorien von der angenehmen Empfindung angeschlossen, seine Aesthetik(aostlietioa 1750) schrieb. Wenn dieser gleich seine Beispiele aus denLateinern holte, und überhaupt nur den theoretischen Theil von demSchönen vollendete, so griff dagegen sein Schüler Meier, der in seinenAnfangsgründcn der schönen Wissenschaften (1748) das noch unerschie-nene Werk Baumgartens benutzte, in eigenen Abhandlungen und Bcur-theilungen (174749) Gottsched und seine Dichtkunst wiederholt undhart an. Noch ein anderer Schlag traf ihn aus Halle. Er hatte zwardort in den Bemühungen zur Beförderung der Kritik und des guten Ge-schmacks 174347 ein Blatt, an dem seine geschwornen Schüler arbei-teten. Aber welche Schüler! Der Hanptarbeiter war Mylius, jenerVorläufer unserer unordentlichen Genies des achten Jahrzehnts, vondessen späteren Wochenschriften noch, dem Freigeist und dem Wahrsager,Lessing, der ihn doch als Freund schonend behandelte, geurthcilt hat,sie seien Skandalchroniken voll nachlässiger Schreibart, pöbelhaftem Witz,gemeiner Moral und beleidigender Satiren. Die Bemühungen hattenüberdies so wenig Selbständigkeit, daß sie gewöhnlich nur auöführten,was ihnen Gottsched's Schule in Greifswald in ihren kritischen Versu-chen 174146 an die Hand gab, die jedoch weniger blind sich in einergewissen Nnpartheilichkeit zu halten suchten. Gegen die Bemühungen nunlehnten sich die zwei FreundeS. Gotthold Lange (aus Halle 171181

32) Vgl. Dmizcl's Gottsched p. 97 sf.Gerv. d. Dicht. IV. Bd.

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