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4 (1853)
Entstehung
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19
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u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. Gottsched u. d. Schweizer. 19

Frieden fast gänzlich aus der deutschen Literatur verschwunden war. Wol-len wir die neue Befruchtung dieser brachgelegenen Provinz uns erklären,so können wir Nachweisen, wie die deutsche Gesellschaft in Leipzig, alsein Rest der literarischen Körperschaften des 17. Jahrhs., Anpflanzun-gen in die verschiedensten Gegenden Deutschlands schickte. Seit langenZeiten war Leipzig der Sitz gelehrter Gesellschaften gewesen; Prediger-,Redner-, anthologische, philobiblische Gesellschaften waren dort neben-und nacheinander und gelangten, wie z. B. die letztgenannte, zu einemgroßen Rufe. Zuletzt, haben wir schon früher erwähnt, entstand 1697aus einem poetischen Collegium Mencke'S die sogenannte görlitzische poe-tische Gesellschaft, die erst 1722 bei Gelegenheit eines 25jährigen Jubel-festes den eben genannten Gelehrten zu ihrem Vorsteher wählte und sichnun die deutschübendc, seit 1728 die deutsche Gesellschaft nannte. Sieveranlaßte, wie gesagt, die Stiftung zahlloser ähnlicher Vereinigungenin Jena, Greifswald, Halle, Königsberg, Helmstädt, Frankfurt, Tübin-gen, Bremen, Westphalen, Göttingeu, Altdorf, Wien, und so auch unteranderen in der Schweiz: in Bern, wo die deutsche Gesellschaft (unterProfessor Altmann) sich im Gegensatz gegen die Züricher, die einen mehrselbständigen Klub bildeten, an Gottsched anlehnte, und in Basel, woman es mit den Bernern betrieb, eine helvetische Gesellschaft zu grün-den. Mit diesen Vereinigungen war überall die Veröffentlichung vonSchriftsammlungen oder Wochenblättern verbunden, welche letztere sichin ungeheurer Anzahl durch lauge Jahrzehnte hinziehen, und meistensnach dem großen Vorbilde des englischen SpectatorS moralische Zweckehatten, neben denen die Dichtung nur beiher ging: denn es ist das all-gemeine Kennzeichen dieses Zeitraums bis zu Lessing hin, daß die Poesiedurch religiöse und weltliche Moral beherrscht ist. Die ersten dieserWochenschriften, der Vernünftler 1713 und die lustige Fama 1718 wa-ren in Hamburg erschienen, die Züricher Diseurse der Maler schließensich 1721 an. Von diesen Erstlingen an bis zum Jahr 1761 sind inGottsched's Monatschrift, demNeuesten aus der anmuthigen Gelehr-samkeit^)", 182 Wochenblätter aufgezählt, die in den verschiedensten Ge-genden erschienen sind, und ihre Zahl ließe sich noch vermehren. Allediese Blätter wurden schon durch ihre Menge genöthigt, sich als provin-zielle Organe anfznthuu, und das Provinzielle ward Anlaß zu den Rei-bungen der Kritik. Wir haben schon früher gehört, das der Unterschiedvon schlesischer, meißnischer und niedersächsischer Dichtung immer mehr

3) Band XI. S. 8SS.

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