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4 (1853)
Entstehung
Seite
17
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u. weltlichen Moral, u. d. Kritik. Gottsched u. d. Schweizer. 17

satirische Bezüge, ja sogar elegische Stimmungen in sich auf, und sie lei-tete gletchsam die wissenschaftliche Lehrdichtung auf die moralische, aufdie lebensphilosophische über. Sie liegt natürlich an der Grenze naiverund sentimentaler Dichtung, sie wird meist von Gelehrten behandelt,aber sie ist fürs Volk, sie ist ihrer Form und Gestalt nach damals dersentimentalen Zeit angehörig, aber ihrer Einfalt nach ist sie eine naiveDichtungsart, sie soll nicht an eineJdylle erinnern, soll nicht satirischeStiche auf besondere Verhältnisse enthalten, am wenigsten elegischeFarbetragen, nnd Lessing suchte ihr diesen naiven und allgemeinen Charakter,so weit das seine satirische Ader erlaubte, wiederzugeben. Es hat alsoSinn, wenn wir es historisch betrachten, daß die Schweizer, Bodmerund Breitinger in ihren Theorien einen so außerordentlichen Werth aufdie Fabel legten, waS Göthe so sonderbar finden wollte. Es ist um soweniger sonderbar, als sie sich dabei an den allgemeinen Begriff von Fa-beln halten, und von da aus ganz natürlich auf eine plastischere, sachlicheDichtung zurückweisen, von Lehren und Zuständen bin Lehrgedicht undIdylle) auf Handlungen. So wie wir daher früher vom Epos und denThiergeschichten auf die Fabel geriethen, so gelangen wir hier umgekehrtvon der Fabel aus die Erzählung und auf das Epos zurück. Es ist alsoauch ganz entsprechend, daß eben diese Schweizer den Milieu verpflanzen,sich an Klopstock anklammern und alte epische Gedichte auffrischen. AllesEpos aber, eine Gattung, die durchaus der Naturdichtung eigen gehört,konnte in den neueren Zeiten schwer mehr gedeihen, die den Charakterder Kunstdichtung tragen. Die wahre ächte Gattung dieser letzteren istdas Drama, das darum um so viel höher steht als jene Unterarten derSatire, Elegie und Idylle, weil es nicht wie diese in subjeetiven Stim-mungen sich umdreht, obgleich alle diese verschiedenen satirischen, elegi-schen, idyllischen Stimmungen darin objeetivirt erscheinen können, jasogar Lehrspruch und epische Erzählung (nach der Ausübung der Altenwenigstens) darin zulässig oder gar nothwendig ist. Das Drama ver-eint also, wie es sich der Zeit nach auf dem Gipfel aller Dichtung aus-bildet, auch alle Dichtungsgattungen in sich, und sondert sich nach jenensentimentalen Stimmungen in seine drei Hauptarten. Daß sich dasTrauerspiel auf elegischen Stimmungen aufbaut, haben unsere Dichterdes 17. Jahrh. schon bemerkt. Daß ihr Gegensatz, die Satire, demGegensatz des Trauerspiels vorausgcht, hat schon Aristoteles bei denjambischen Dichtern gesagt, und Diderot nannte die Satire die Kindheitdes Lustspiels. Nnd daß zwischen Idylle und Oper das ähnliche Ver-hältniß sei, ist wieder im 17. Jahrh. ganz deutlich, wo das Singspiel

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