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Vierter Band (1834) S bis Z
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Zollverein, preußisch-deutscher

Arnstadt 1823 und zuletzt in Stuttgart 1825 ward nicht« ausgerichtet, und der Ver-ein löste sich unverrichteter Sache auf. Alle diese Staaten konnten inmitten derstrengen Mauthordnungen Östreichs, der Niederlande, Frankreich« und Preußen«ebne Strommündungen und Seeküsten, da England die deutschen Produkte undFabrikate durch hohe Auslagen von seinem Markte ausschloß, kaum nach Sachsenund in die Schwer; noch einen Handelsweg sich öffnen. Die übrigen Zollsperrenwurden immer strenger. Endlich bekriegten einige Staaten gewissermaßen sich selbstdurch RelorstonSmaßregeln, wie das Großherzogthum Hessen und Kurhessm1825 und 1826. Selbst der zwischen Bai.-rn und Würtemderg 1827 geschlos-sene Handelsvertrag konnte da« Übel nur theilweiie mildern. E« war also amrachsamsten, an ein- größere unabhängiger- Macht sich anzuschließen und de-ren Mauthsystem als Grundlage eine« gemeinsamen anzunehmen. Da kamihnen Preußen entgegen, welche« sie zum Anschlüsse an sein Zollsystem einlud,um dadurch den freien innern Verkehr durch ganz Deutschland zu begründenund die getrennten Volkstheile durch das nationale Band eine« freien Ver-kehrs zu einem Ganzen zu vereinigen. Preußen war nämlich, wie wir oben ge-zeigt haben, an die Spitze der Foderungen unserer Zeit getreten. Es wurde dabeivon der Überzeugung geleitet, daß nur auf dem Wege der Reciprorität, wenn einmöglichst liberales Zollsystem den Prohibitivsystemen der beiden Weltmächte, dembritischen und dem französischen, entgegengestellt würde, eine Annäberung zu demZiele der Handelsfreiheit herbeigeführt werden könne. Auf diesem Wege nun be-gann es, die große durch die öffentliche Meinung gereifte und erstarkte nationaleIdee eines freien Verkehrs im innern Deutschland und nach außen, ihrer Verwirk-lichung ohne Stürme «nkgegenzuführcn.

Schon an sich mußte die Idee eines alle deutsche Staaten umfassenden, alleninnern Verkehr freigebenden und die Zolllinien an die Grenzen hinauSrückendendeutschen Handelsbundes Anklang finden. Jetzt hatten die einander rücksichtlich desHandels und gegenseitigen Verkehrs feindselig entgegentretenden deutschen Sraaten(mit Abrechnung der Grenzen gegrn das AuSland) 2930 Meilen Grenzen zu bewa-chen ; nach Realisirung jener Idee aber nur 690 Meilen. Jetzt war ein zahlreichesHeer von Grenzwächtern und Zollbedienten zu unterhalten, welches einen Aufwandvon 60 Mill. Gldn. erheischte. Wurden dagegen nur die eigentlichen deutschen Gren-zen bewacht, so konnten sich die Bewachungskosten kaum auf 2 Mill. Gldn belau-fen. *) War aber Preußen berufen, in diesem Werke die Initiative zu ergreifen?Wir glauben es. Das übrige Deutschland in seiner Zersplitterung, der Bundestagmit seinen Commissionen konnte jener Idee nicht Eingang ins Leben verschaffen.Nur ein europäischer Staat, dessen aufgeklärte Regierung durch ihre eigenthümlich«Kraft über alle Sonderinteressen der Örllichkeit und der einzelnen Gewerbe erhobenwar, dessen Küsten und Strommündungen ihm eine gewisse Bedeutung den Mäch-ten des Welthandels gegenüber gaben, nur Preußen konnte den Weg bahnen, aufwelchem der deutschen Nation das Ziel der Handelsfreiheit erreichbar wurde.Durch die Lösung der Fesseln des Gewerbes und des Verkehr« in seinem Innernfrei, suchte es zuerst mit seiner Zollgrenze die Enclaven zu umschließen. Diesgeschah mittels staatsrechtlicher Verträge. Nunmehr galt eS, auch in dem Herzenvon Deutschland die Schlagbäume des Verkehr« hinwegzuräumen. Hierzu botnun Preußen, das sein Interesse mit dem von Deutschland als identisch betrachtenmußte und auch so betrachtete, sofort die Hand. Warum gelang eS aber seinenStaatSmännem nur erst nach langwierigen, äußerst schwierigen Verhandlungen,die ursprünglich preußische Idee als eine deutsche und nationale in das Leben unsersVolkes einzuführen? Die Ursachen lagen in den Zeitverhälknissen. Der unver-

') S. Venturini'sChronik'', I8Sl, 8. 200, und von AmSkerg, , stb.r dieEinigung der HandelStntereffen Deutschlands" (Braunschweig 18Sl>-

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