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Uechtritz (Smil von)
Völkern überschwemmte Land, um die Sache des AufstandeS zu fördern. In derAbsicht, sich dem von dem General Kolysko befehligten JnsurgentencorpS anzu-schließen, zog er, als Kutscher einer patriotischen Polin verkleidet, durch das russischeLager; sie wurden zwar von den Russen verhaftet, aber bald, da man sie fürunverdächtig hielt, wieder entlassen. So gelangte T. zu seinen Waffengefähr-ien, mit welchen er alle Gefahren theilte, bis sie durch die Übermacht auf dasgalizische Gebiet geworfen wurden. Er entging hier allen Kundschaftern undkam glücklich nach Polen zurück, wo er zum Adjutanten des Oberbefehlsha-bers und später zum Abgeordneten seines Distrikts bei der Nationalversammlungin Warschau ernannt wurde. AIS Landbote war er Mitglied der Deputation vonBolimow, die den Auftrag erhielt, das Betragen des Generals Skrzynecki zuuntersuchen. Später theilte er das Schicksal deS Reichstags und flüchtete mit denGliedern desselben nach Preußen, von wo er später nach Sachsen ging. Währendseines länger» Aufenthalts in Leipzig erwarb er sich die allgemeinste Achtung.Auch ihn aber trafen die Maßregeln, welche die Entfemung aller Polen ausallen deutschen Staaten geboten. Er begab sich 1832 mit Erlaubniß der öst-reichischen Regierung auf seine Güter nach Galizien. Als aber 1833 in denangrenzenden polnischen Provinzen neue Verschwörungen gegen die russische Re-gierung angestiftet wurden, und einer der Theilnehmer ihn mit den Entwür-fen der Verbündeten bekannt gemacht hatte, erhielt T., obgleich er nicht in diesePlane eingegangen war, ja solche als unausführbare und ihren Urhebern Ver-derben drohende Anschläge verworfen hakte, von der östreichischen Regierung denBefehl, Galizien zu verlassen. Er begab sich darauf im Winter 1833 in Be-gleitung seiner hcldcnmüthigcn, von edlem ValerlandSsinne beseelten Gattinnach Belgien.
u.
Uechtritz (Emil von), königlich sächsischer Oberkammcrhcrr, wirklicher Ge-heimrath und Gesandter am östreichischen Hose, geboren 1783 auf den Güternseines Vaters im Altenburgischcn, verdankt seine wissenschaftliche Ausbildungdem Collegio Carolino in Braunschwcig, sowie den Universitäten Göltingenund Leipzig. Bei der sächsischen Gesandtschaft am Reichstage 1801 angestellt,wurde er 1807 zum königlich sächsischen Gesandten bei dem Könige von Würtcm-berg -mannt und erhielt 1812 zugleich den Gesandtschaftsposten bei dem Großhec-zoge von Frankfurt. Als U. im Ort. 1813 zu Stuttgart das Schicksal deS KönigSFriedrich August nach der Schlacht von Leipzig erfuhr, eilte er nach Frankfurt inhas Hauptquartier der Verbündeten, um für die Befreiung des KönigS und dieWiederherstellung Sachsens zu wirken. Er fand dort theilwcise günstige Ausnahmeund reiste nach Berlin ab, um seinem Könige Vorschläge und Depeschen zu über-bringen, welche eine schnellere und günstigere Lösung der damaligen Verwickelungbewirkt haben würden, als sie, anderthalb Jahr später, erfolgte. Allein der rus-sische Gencralgouvecneur von Sachsen, Fürst Nepnin, den Zweck seiner Sendungvermuthend, ließ ihn unterwegs in finsterer Novembernacht einige Stunden hinterLeipzig durch ein Kosackenpiket aufheben, seiner Papiere berauben, und behielt ihnauch 14 Tage lang in Leipzig zurück. Der günstige Augenblick war indessen ver-strichen, und als U. im Dcc. bei dem König Friedrich August in Berlin ankam,konnte von einer sofortigen Restauration nicht mehr die Rede sein. Er wurde nach