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Zollverein, preußisch - deutscher
Dr, Bowring nach Frank-ich und Belgien. Auch sind bereits einige von den obenangeführten und andere Zollsätze, die noch im Anfang« de« Jahres 1833 galtenvon der gegenwärtigen Legislatur ermäßigt worden. Ein stufenweiseS Fortschreitenhierin läßt sich um so mehr erwarten, da die meisten Freistaaten Amerikas durchdie Verminderung der Zölle und der Transitabgaben den wohlfeilen und guten deut.schen Waaren einen Vortheilhaften Markt eröffne« haben. Die Vereinigten Staa-ten von Nordamerika z. B. haben ihre Zollacre vom 14. Jul. 1832 dahin abgeän-dert, daß vom 1. Jan. 1833 an Leinen- und Wollenzeuche, Shawls und Manu-faüurwaarcn, von welchen Seide der Hauptstoff ist, zollfrei eingehen; daß vom3. März 1834 an der Zoll von allen Weinen auf die Hälfte seines gegenwärtigenBetrags ermäßigt worden ist. Die chilesische Regierung hat im Anfange des I.1834 den Transittermi» für fremde Güter von einem auf drei Jahre verlängertund die Transitabgabe von 3 Proc. aufgehoben. Die übrigen Staaten werden die-sen Beispielen früher oder später folgen.
Werfen wir am Schlüsse unsers Aussatzes einen Gesammtblick auf die gegen-wärtige Bewegung in der Handelswelt, so steht wol die Ansicht fest, daß der preu-ßisch-deutsche Zollverein, gestützt auf die Idee der Handelsfreiheit ein bedeutendesÜbergewicht in der öffentlichen Meinung erlangt hat. In Deutschland selbstwerden sich die partiellen Nachtheile, die nothwendig mit jeder Veränderung ver-bunden sind, durch den größeren Gewinn des Ganzen bald ausgleichen. Schonist durch jenen Verein der Weg gebahnt zur künftigen Feststellung eine« gleichen,bisher vergeblich gewünschten Münz-, Maß - und Sewichtssystems in Deutsch-land; schon wird die Nation dem Auslande gegenüber sich ihrer industriellen Machtimmer deutlicher bewußt; Belgien aber, Holland, Frankreich und die Schweizwerden dem allgemeinen auf Handelsfreiheit gerichteten Streben sich anschließenmüssen, sobald England Huskisson'S System folgerichtig durchzuführen beginnt.Dann geht Frankiin's großes Wort in Erfüllung: England müsse ein Freihafenwerden für alle Nationen, und Deutschland wird durch seine praktische Intelligenzin dem Reiche der Civilisation, wie früher den Sieg des öffentlichen Rechts überdie Willkür, wie den Sieg der Denk- und der Glaubensfreiheit über die Menschen-satzung, so einst den dritten Sieg errungen haben: den Sieg der Handelsfreiheitüber die Prohiditivsesseln des Talents, der Arbeit und des Fleißes. (7)
Berichtigungen.
Die Redaction sieht sich veranlaßt, zu dem Artikel G melin (Friedrich Lud-wig), Band 2, S. 185, folgende ihr zugekommene Berichtigungen und Ergänzun-gen zu geben: daß G. 1) nie Professor in Tübingen, sondern Recktsanwal«(Procurator) bei dem Obertribunal daselbst und später bis 1831 in Stuttgart war;2) zwar längere Zeit Mitglied des ständischen Ausschusses gewesen ist, abernicht sowol in dieser Eigenschaft als in der -in-S Mitgliedes der ständischen Commis-sionen und der Kammer an der vaterländischen Gesetzgebung, namentlich den Ge-setzen über das Pfandrecht, das Gemeindewcsen, die Verwaltungsvcrhältniffe, dasBürgerrecht, daS Gewerbwesen und die Verhältnisse der Israelitin, Antheil gehabthat; und 3) die einzigen stuttgarter Blätter, die ihn in der letzten Zeit persönlich ange-griffen haben, der „Hochwächter" und die „Donau- und Neckarzeitung" gewesen sind.
Auch berichtigt die Redaction mit Vergnügen, daß der in dem Art. Virtuo-sen (Bd. 4, S. 823) unter den Verstorbenen aufgeführte ausgezeichnete ViolinistKarl LipinSkinoch jetzt in Lemberg lebt, und 1835 eine Reise nach DeutschlandFrankreich und England machen wird.