1018 Tylander
Geschichte seines Vaterlandes, von der Ästhetik, schönen Literatur und Kunst beson-ders angezogen. Durch schöne Sammlungen, die er sich für diese Fächer anlegte,wurde er auch andern Forschern vielfach nützlich, sowie er überhaupt jedes ehren-wcrthe Streben der lernbegierigen Jugend mit einer seltenen Aufopferung durchLehre, Rath und That unterstützte. Durch ihn gewann die Lesegesellschaft zu Bemden Schatz an classischen Werken der neuesten Literatur und die ernste Tendenz fürGemeinstnn und Bürgerwohl, wodurch sie sich sehr bald über alle ähnlichen Insti-tute der Schweiz erhob. Die Stadtbibliothek verehrte in ihm einen ebenso gewis-senhaften Erhalter als Vermehrer. Eigenes Verdienst erwarb sich W. durch mehr-jährige Redaction des „Schweizerischen Geschichtsforschers", durch Herausgabeder „Berner Chroniken von Justinger, Tschachtlan, und ValeriuS Anshelm",die er gemeinschaftlich mit seinem Freunde Stierlin besorgte; durch seine gründliche„Reise in das berner Oberland" (2 Bde., Bern 1816—17), durch mehre Gele-genheitSredcn und die treffliche Ausarbeitung deS schon von seinem Vater entworfe-nen „Schweizerischen Robinson s" (2 Bändchen, Aürch 1813, 2. Auf!, 4 Bünd-chen, 1821—27), der ins Englische, Französische und Spanische übersetzt, selbstin Amerika bekannt wurde. Geschichtliche Erinnerungen ins Leben einzuführen, lagihm vorzüglich am Herzen, was er durch die Begründung von Jahresfesten zum An-denken an die Großthaten der Altvordern (z. B. deS Laupenfestes und andere) bewies.Als Präsident der helvetischen Künstlergesellschaft wirkte er belehrend und ermun-ternd. Nur von Wenigen übertroffcn, steht er als Jdpllendichter da und die vater-ländischen Volkssagen, welchen er mit besonderer Liebe nachspürte, zourden durchihn Gemeingut der Schweizer und der gesammten deutschen Lesewelt: „Idyllen,Volkssagen, Legenden und Erzählungen aus der Schweiz" (3 Bde., Brne 1815— 22). Die meisten Freunde gewannen ihm aber die „Alpenrosen", deren Heraus-geber und fruchtbarster Mitarbeiter er während der 20 Jahre ihres Daseins bliebund in welchen er noch kurze Zeit vor seinem Tode auf eine rührende Weise vondem Leser Abschied nahm. Er starb am 31. März 1830. (8)
-X.
y land er (Joseph Karl August, Ritter von), Hauptmann im bairischenJngenieurcorpS, ward am 4. Fedr. 1794 zu München geboren, wo sein Vater,ehemaliger Offizier, als Militairbeamter lebte. Die ersten Jugendjahre brachte Zk. inder damaligen Festung Jngolstadt zu, wo schon der Knabe Zeuge mancher wichti-gen Kriegsereignisse war. Als Ulm an Baiern siel, ward ök.'s Familie dahin ver-setzt, und hier erlebte er die merkwürdigen Ereignisse des Jahres 180-5, die er, wiez. B. das Gefecht bei Haßlach, die Wegnahme des Mackelsberges, das Beschießender Stadt und das Gewehrstrecken der Ostreicher ic. von dem Dache feines HausiSbeobachtete. Es konnte nicht fehlen, daß sich ök. im steten Umgänge mit Militairsund bei ebenso großer Wißbegierde als häufiger Gelegenheit, diese zu befriedigen,schon in früher Jugend eine Art von Kriegserfahrung verschaffte, wie sie mancherKriegsmann, der nur im Frieden gedient hat, selten sich zu eigen machen kann. Aufdiese Weise mit manchen militairischen Begriffen ausgerüstet, welche nicht ausBüchern erlernt waren, trat Zc. 1806 in das königliche Cadettcncorps zu Münchenund ward 1812 als Lieutenant im JngenieurcorpS angestellt. Als sich 1813 derFeind den Grenzen nahte, befahl Napoleon die Herstellung Augsburgs als Haupt-waffenplatz deS Rheinbundes. Nicht nur die Befestigungsarbeiten dieser Stadt,sondern auch der Bau de« Brückenkopfes zu Friedberg wurden Zk. in Verbindung
MßjE! d« ^Sqd-itBM'
litt»»'
Dich»
»W
MU
«Aast
gilO
PÜÜi
üsit»'
«Z>
W
i W:
! leaptMirL! UM
MIZ
Aift
iMch
MW
»itzh
>W
»Rd