1250 Zollverein, preußisch-deuischer
Vorgebirg« d-r guten Hoffnung und der Entdeckung eines neue» fruchtbaren Erd- Mb»?theils, sondern als die eines künstlichen Handelssystems angesehen, und so geschah es ^daß Colbert unter Ludwig XIV. dasselbe System, obgleich mit mancherlei V-^
Änderungen adopticte. Das, was die zwei größten europäischen Handelsstaatenals das Heil ihrer; Völker erkannten, wmoe von Östreich und Preußen nicht, zurückgewiesen. Maria Theresia und Joseph II. schlugen mit derselben Eon-sequenz den Handel in Fesseln, und selbst der große Friedrich griff mir desto- x„
tischer Haud in die Freiheit des Handelsverkehrs ein. Am auffallendsten aber -g
war es, daß selbst von den Machthabern Frankreich« zur Zeit der französi-schen Revolution, trotz ihrer Declaration der Menschenrechte, das Recht desfreien Verkehrs mit dem Auslande, das mit der Freiheit der Person und des Ei- »'E" ,g-nthum« so unauflöslich zusammenhängt, gänzlich misachtet wurde. Na-poleon'S Blick war durch Eroberungssucht und durch Neid über EnglandsHandclsgrvße zu sehr getrübt, als daß er das Wesen des Handels hätte erforschen -E iund rührig beurtheilen können. In seinen Händen war der Handel bloß eine zur EM"Vermehrung seiner Macht dienliche Geldwerkstätte, und jemehr er sich zum allengen Gebieter über denselben erhob, desto mehr glaubte er die Macht Englands zu »«öäsckischwächen. Aber vielleicht hat grade seine Handelsdespotie am meisten zu seinemSturze beigetragen, denn indem er wie ein Freibeuter durch seine Decrete von Mai- P üiland, Trianon und Berlin über das Eigenthum der Kaufleute herfiel, und sich da- sisiu'chndurch den ganzen Handelsstand und mit demselben die Gcldmacht zum Feinde ,L Ä?»machte, steigerte er den gerechten Ingrimm gegen sich auf die höchste Stufe. Als drz !!>Mdaher in dem Kampfe gegen ihn fester Boden gewonnen wurde, war der Handels- iihmziii!stand um so bereitwilliger, die in seinen Händen befindlichen Geldmittel zur Un- Amkcrhaltüng des Kampfes mit vollen Händen darzubieten, in der Hoffnung, durch üMi fVefiegung des Handelstyrannen auch die Handelsfreiheit zu gewinnen. Leider aber hin, I, ißblieb es in den meisten Staaten beim Alten. Um ihrem erschöpften Staatsver- kisickckmögen zu Hülfe zu kommen, glaubten sie mit strengern Zolllinien sich umgürtr» »chpchund die Zölle immer höher steigern zu müssen. Dadurch wurden aber, vorzüglich MMjin den kleinern deutschen Staaten, die Arterien und Blutadern des HandelSver-kehrs im Innern Deutschlands immer fester unterbunden. »chHait,
Betrachten wir jetzt, wohin das in Europa vorherrschende System der Han-delsbeschränkung durch hohe Zölle und Verbote geführt hat. Englands Ge- 1,-rgll r,werbsirzdüstrie, welche, sich selbst überlassen, vermöge seiner günstigen geograpbi-schon Lage, der Naturanlage und des beharrlichen Fleißes seiner Bewohner, sichzum Heil und Segen des Landes ausgebildet haben würde, wurde dadurch zueiner künstlichen schwindelnden Stufe hinaufgeschraubt und der größte Theil sei- rh^-e^ner Millionen Fabrikarbeiter sind unglückliche, der Dürftigkeit, der Noth unddem. Hunger preisgegebene Menschen, deren Schicksal von dem Gange der z.^. «
Handelsconjuncturen, dem Wohlstände, Leben und d-r Laune der Fabrikbesitzerabhängig ist. Haben sich auch Englands Nationalcapitalien durch dieses Be- ^
schränkungssysteni nominell um das Dreifache vermehrt, so hat dagegen der arme ^ ^ ikArbeiter auch eine dreifache Summe zu seinem Lebensunterhalte vonnöthen; ihmist nicht vergönnt, die vom Auslande zugeführten wohlfeilen Lebensrnittel zu vor-zehren; er muß das theuere Getreide Englands kaufen, und nicht selten bringt dieerst seit 16 Jahren zu Gunsten der reichen Landbesitzer geschärfte Kornbill eine . de,Hungersnot!, hervor, welche Tausende, die am vaterländischen Herd sich nichtmehr zu ernähren vermögen, über den Ocean treibt. Der arme Spinn» und -ix,Weber, der mit Weib und Kindern täglich 14 Stunden lang in den englischenWerkstätten eingekerkert ist, hat Ursache das Thier zu beneiden, dem man seingutes Futter reicht, und den Sklaven auf den Antillen, den der Eigenthümer a!s ^^tSach>e wertb bält und schonend erhalten will. Wenn das Glück der Nationen ^