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Vierter Band (1834) S bis Z
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1248
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1248 Zollverein, preußisch-deutscher

Das Wesen und die Richtung dieses Zollvereins besteht nämlich darin, daßdem Ver-kebre und Handel der nebeneinander selbständig und unabhängig bestehenden jedoch ^ Mdurch ein nationales Band zu allseitiger Beförderung ihres Gesammlwohls verein. ,>2

len deutschen Staaten sowol unter sich, als auch mit andem Staaten außerhalbDeutschland, sofern diese die Hand dazu bieten, eine möglichst ungehemmte freie ?

Bewegung verschafft werde". Demnach beruht dieser ebenso liberal als nationalgedachte Zollverband auf folgenden Grunddestimmungen: Freiheit des innern ^

Verkehrs mit Aufhebung aller Binnenzölle; nicht Prohibition, sondern Zul.I- '

sung ausländischer Erzeugnisse gegen mäßige Abgaben; Erleichterung ihres Ein- W ^ganges auf dem Wege von Handelsverträgen mit Zugrundelegung der Reciprok!,tät; Erhebung der Zölle an der äußersten Grenze; finanzielle Gleichstellung derVereinsstaaten nach dem Maßstabe ihrer Volkszahl. ««eE

Die große staalSökonomische Zdee, aus welcher dieser Zollverein hervorge-gangen ist, die von Adam Smith und andem Denkem zwar schon entwickelte, g Oaber mit theoretischer Evidenz erst im 19. Jahrhunderte aufgestellte Handels-sreiheit, schwebte nicht einmal als Ideal den großen praktischen Staatsökono-men, Colbert, Pitt, Friedrich II., Joseph II. vor. Das Merkantil- und Pro-hiditivspstem hatte im Westen von England und Frankreich, im Norden von Ruß- E-M Aland, im Süden von Ostreich aus alle Staaten mit gegenseitigen Zolllinien undHandelssperren so umgeben, baß den Staaten von kleinerm Umfange zuletzt nichts K,übrig blieb, als ihr Handelsinteresse mit dem des einen oder des andem der größer» hmStaaten zu verbinden. Diesem Rettungsmittel standen aber politische und finan- «Dheh<zielle Schwierigkeiten, der Widerspruch der Sonderinteressea, vor allen die gegensei- z,tige Unabhängigkeit und Eifersucht der Staaten selbst im Wege. Europa blieb also >MMNmit einem eisernen Zollnetze bebeckt, welches grade in dem vielfach politisch gcglieder- «!

tea Deutschland den freien Umlauf aller Lebenssäfte des NationalwohlstandeS am Mmdrückendsten lähmte und fesselte. Der gegenseitige GewerbSverkehr in den 38 Staa- ^ten eines Brudervolkes war tausendfach gehemmt, und die Regierungen der klei-»ern Staaten versuchten die künstlichsten, selbst widersprechende Mittel, um die Fi- ^ ^nanzpolitik der inbirecten Besteuemng mit der Ökonomiepolitik der Volkswohlfahrt e,, A,/zu vereinigen. Das einfachste Mittel hierzu, das der allgemeinen Handelsfreiheit, ^war für sie unerreichbar; auch traten ihnen, selbst in den Kammern der constitu- ^tionnellen Staaten, die Sonderinteressen der verschiedenen Gcwerbstände entgegen; »> , »

denn die praktische Seite der Idee, die Ausführbarkeit derselben durch den An» ^ ,l ^

schluß an eine große, an sich schon unabhängige und von den Fesseln des Binnen- ^ ?

verkehr« befreite Macht, war noch nicht volksthümlich und national geworden. ^

Kurz, die Theorie sah keine Möglichkeit, wie das Vernünftige auch wirklich wer- - ^

den könnte. Da faßte ein mächtiger Staat, der Küsten- und Stromgebiete besaß, ^mächtiger noch durch den Geist seiner Regierung, sowie durch die Intelligenz und Mden praktischen Sinn seines Beamtenstandes, das große Ziel der Befreiung des Han- s vil,

dels und des Gewerbes ins Auge: zuerst die des BinnenhandelS. Ja Frank- k« lreich hatte die Revolution die Provinzialzollseffeln gesprengt; in Preuße» that 7 "-^ ?es die Regierung. Schon in den erster. FriedcnSjahren beschloß sie, die indirekten «N,Steuern zeitgemäß einzurichten. Ebenso weise als kraftvoll verstand sie eS, die z,Sonderinteressen dem allgemeinen Slaatsinteresse zu unterwerfen und Bevorrech- ^tungen aufzuheben, welche diesem hemmend in den Weg ttaten. Der preußische ^ ^

Staat proclamirte durch feine Gesetzgebung von 1810 und 1818 die Freiheit derGewerbe und des Handels in seinem Innern; damit standen die Gemeinheits-theilungen und Ablösungsordnungen im wesentlichen Zusammenhange. DemAuslande gegenüber, ward Preußens Handelspolitik durch das europäische Prohi-bitlvspstei» auf den einzig zum Ziele führenden Weg geleitet. Seit dem wienerCongresse, wo die Freiheit der Stromschiffahrl ausgesprochen wurde, hatte Preu-