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Vierter Band (1834) S bis Z
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1247
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Zollverein, preußisch-deutscher 1247

gewählten Bibliothek, in urkundlichen und in antiquarischen Schätzen schwelgend;auch die Kunst besaß an ihm einen eifrigen Verehrer. Als Schriftsteller versuchteer sich, nachdem er schon durch geistreiche und gediegene Landkagsreden Probeneines ausgezeichneten Talentes abgelegt, besonders im Gebiete der Geschichte, dochhat er einige treffliche Früchte langen Studiums, strenger Kritik und eifriger For-schung dem größcrn Publicum noch vorenthalten. Die Einheit Deutschlandsmit zwei Kammern, worin Fürsten, Edle und Volk auf historischer Basis mitRücksicht aus neuere Zeitverhältnisse- gleich repräsentirt werden sollten, bildetenziemlich erkennbar sein Ideal. Ein gelungener Aufsatz über Karl Friedrich I, wel-chen Rotteck, in vieler Beziehung sein entschiedener Widersacher, jedoch stets ge-schätzter und schätzender Gegner, einem constitutionnellcn Journale einverleibte,kann als Programm seiner eigentlichen politisch-patriotischen Ansichten betrachtetwerden. Er trat als constiluirendcs Mitglied der von Einst Münch gestiftetenhistorischen Gesellschaft zu Freiburg bei und gehörte zu den eifrigsten Mitgliedernderselben. Nach der Juliusrevolution und nach mancherlei Kränkungen, die er, durch den Großherzog Ludwig, der ihn aus rein persönlichen Gründen haßte, abergleichwol nicht entbehren konnte, erlitten hatte, wurde T. Minister der auswärti-gen Angelegenheiten und des großherzoglichcn Hauses. In dieser Stellung be-friedigte er weder die Erwartungen der Aristokraten noch der Liberalen, da er fürdie Übertreibungen beider zu unempfänglich und durch seine Intelligenz für subal-terne ParteHwecke zu hochgestellt war. Er begnügte sich, freiwillig in eine schein-bare Nullitat gestellt oder selber sich stellend, mit einer ganz passiven Rolle, viel-leicht auch in verschiedenen Punkten durch die gesteigerte Verwegenheit des Radi-kalismus eingeschüchtert und abgekühlt; allein er gehört zu denjenigen Naturen,welche ihre ganze Tiefe und Nachhaltigkeit nur bei entscheidenden Anlässen zu ent-wickeln über sich gewinnen können, und welche ihr gediegenes Metall so lange sam-meln, bis sie es mit Nutzen und Hoffnung glänzenden Erfolges zu verwende» inStand gesetzt werden. T-, als Ultraaristokrat von beschränkten Demokraten undfeindseligen Rivalen betrachtet, hat sich in eine Art Brutusrolle geworfen; alleinFreunde und Feinde möchten sich über ihn sehr irren, nnd vielleicht hat besser alsirgend einer seiner StandcSgmossen Rotteck ihn geschildert, den er 1832 pflicht-und amISgemäß ostraciren half, welcher seinen persönlichen Werth mit einemScharfsinn und einer Gerechtigkeit aufzufassen wußte, daß er selbst in dem letztenJahresberichte über die Leistungen der historischen Gesellschaft, mitten in den Em-pfindungen tiefster Bitterkeit und Leidenschaftlichkeit, ihm ein, auch in der Zwei-deutigkeit des Ausdrucks noch ehrenvolles Monument fetzte. T. gehört zu denCharakteren der neuesten Zeit, aber seine Intelligenz setzte ihn über die Bestrebun-gen derselben; den Aristokraten mehr äußerlich heuchelnd als in sich tragend, er-wartet er den schicklichen Moment, um darzuthu», wie sehr beide Parteien, so-wol die der ziel- und zügellosen Bewegung, als die der crassen und talentlosen Sta-bilität, i» ihm sich betrogen haben. Er ist ein Ritter im alten Sinne des Wort.-Sund dieHandvoll Junker" hat sicherlich keinen Theil an ihm. (33)

Zollverein, preußisch-deutscher, seit dem 1. Januar1834. Die wichtigste Thatsache für die dauerhafte Begründung der deut-schen Nationalität in Bezug aus die materiellen Interessen des deutschen Vol-kes ist der große, 22 Millionen Deutsche umfassende, von der preußischenStaatskunst eingeleitete und inS Leben gerufene Zollvcrdand, welcher die Ver-wirklichung einer staatsökonomischen Idee von welthistorischer Bedeutung, dieHerstellung der Handelsfreiheit bezweckt. Schon ist die stufenweise Annäherungzur Handelsfreiheit in dem größten'Theile von Deutschland erreicht, ohne dieSouvcrainetät der minder mächtigen deutschen Staaten und deren Wohlstandzu gefährden, dadurch aber dem Auslande der Anstoß zur Nachfolge gegeben.