Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1243
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Troxler

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Auftreten in Luzern war von günstigen Umstünden begleitet; die Aristokraten undUltramontanen kamen ihm freundlich entgegen, in der Hoffnung, ihn für sich zugewinnen, die studirende Jugend empfing ihn mit Freuden und wandte ihm bald mitgroßer Begeisterung chre ganze Liebe zu. Es schien eine neue, schöne Zeit den Lehr-anstalten aufzublühen; aber nur zu bald umzogen finstere Wolken den heiternHimmel. Junker und Priester hatten sich in dem Manne verrechnet, der mit un-beugsamer Beharrlichkeit nie seinen erhabenen Zweck, höhere Gesittung des Vol-kes und dessen Erhebung zu gleichem Rechte und gleicher Freiheit, aus dem Augeverlor; sie sahen ein, daß eine von T.'s Geiste belebte, philosophisch gebildete Ju-gend ihrer Herrschaft und ihren Anmaßungen Gefahr drohend sei; sogleich faßtensie den Entschluß ihn zu stürzen und zu verdrängen. Noch ehe T. eine Ahnungdavon hatte, brütete die schwarze Gesellschaft, an ihrer Spitze Widmer, Gügler,Propst Meyer von Münster, Rüttimann und Meyer an dem finstern Plane.Man sing an Besorgnisse wegen der Religion zu verbreiten; dienstfertige Zelotenund Schmeichler gaben sich als Werkzeug- hin, selbst ein Zuhörer, der die beson-dere Gunst T.'s zu erschleichen wußte, durch seine Empfehlung ein großes Sti-pendium erhielt, in der Propaganda RomS seine theologische Bildung vollendete,dann einen theologischen Lehrstuhl bekleidete und vor einigen Jahren wegen gänz-licher Unbrauchbarkeit entfernt werden mußte, ließ sich gegen seinen Lehrer alsSpäher und Briefbote gebrauchen. Man verdächtigte die Studirende», die eineTurnanstalt errichtet und einen Verein gebildet hatten, welchem die Schweiz dieeigentliche Idee des zosinger Vereins aller studirende» Schweizer verdankt, indemDas, was Zürich und Bern ursprünglich wollten, nur Vereinigung der reformir-«en Theologen beider Akademien war; man verfolgte sie durch bestochene Policei-schergen, und miethete selbst Handwerksburschen, um sie zu verhöhnen. Der Ent-wurf zur neuen Organisation des Lyceums und Gymnasiums führte endlich zumoffenen Bruche; T. und seine Freunde vertheidigten eine der Natur des Gegen-standes angemessene, den Fortschritten und Foderungen einer höhern und allseiti-ger» Bildung entsprechende Reform; seine Gegner, die ganze Zunft der Röm-linge, erhoben den Schild für die alten Jesuitencinrichtungen. Während dieserKampf waltete, erschien T.'sFürst und Volk nach Luchanan's und Milton'sLehre" (1821), nachdem kurz vorher seinePhilosophische Rechtslehre der Naturund des Gesetzes, mit Rücksicht auf die Irrlehren der Liberalität und Legitimität"bekannt geworden war. Die erstere Schrift wurde von seinen Feinden sogleich zueiner Anklage benutzt; es wurde behauptet, sie enthalte den Staat gefährdendeLehren, weil die Usurpation der Herrschaft darin angegriffen ist und sie predige Für-stenmord, weil Milton dem englischen Volke das Recht vindicirte, sinnen Königzu richten. Die Regierung sprach mit Stimmenmehrheit, auf den Antrag undBetrieb Rüttimann's und Meyer's, sogleich T.'s Entlassung von seinem Lehr-amts aus, ohne ihn nur zu vernehmen oder eine Vertheidigung zuzulassen. Nuracht Glieder der Regierung stimmten dagegen, drei gaben ihre feierliche Verwah-rung zu Protokoll. So wurde T. das Opfer eines schreienden Justizmordes, undnoch lastet dieser Schandfleck auf dem luzerner Volke; die Partei der Aristokratenund Römlinge triumphirte, die Reform des Schulwesens siel durch, und die An-stalten versanken wieder in den alten Schlamm. T.'s Nachfolger im Lehramtcwar ein geistlicher Ignorant, dessen ganze Productionskrast sich in dem BüchleinRangordnung der seligen Geister im Himmel" erschöpft hat. T. schrieb nun, umdas Volk und ein größeres Publicum von dem Stande der Dinge genauer zu un-terrichten, seinLuzerns Gymnasium und Lyceum, Beitrag zur Geschichte undPhilosophie öffentlicher Erziehung", worin er, in seinem Innern tief verletzt undgekränkt, seinen Gegnern mit bitterer Freimüthigkeit solche Wahrheiten sagte, daßeine neue gerichtliche Verfolgung gegen ihn begann, aus welcher er jedoch siegreich

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