1242 Troxler
Philosophie, und schrieb in Stundender Muß- seine „Blicke in das Wesen derMenschen" (Aarau 1811), eine Schrift, welche Ihm im Kreise der Natucphiloso-phen eine ehrenvoll- Stelle als selbständiger tiefer Denker sichert. Als 1814 unterdem Einflüsse der Wirten die M-diationsverfassung-n der Schweiz umgestürztwurden, warf sich T. wieder auf das Feld der Politik und erließ ein Sendschreibenan den östreichischen Minister von Lebzeltecn, worin er seine Ansichten über dieGestaltung der neuen Verfassungen, namentlich im Cantvn Luzern, auSlprachund es dann unter dem Titel: „Ein Wort bei Umbildung eines Freistaat« voneinem seiner Bürger" drucken ließ. Dadurch zog er sich die Ungnade der neu auf-lebenden Aristokratie zu und gerieth auch mit den alten Machthabern in Mishellig-keiten. Dies veranlaßte eine zweite Schrift: „Die Freiheiten und R-chtsamc derCantonsbürgerschast Luzerns, nebst einem Nachttage". Das Landvolk, das sichüberrascht und überlistet und seiner wichtigsten Rechte beraubt sah, und ohne Füh-rer zu offenem bewaffneten Widerstände zu schwach war, verlangte in einer Bitt-schrift von der durch Verrath usurpirten Regierung der alten Patrizier, an derenSpitze Vinzenz Rüktiman» und Meyer standen, wenigstens das Recht zurück,seine SO Repräsentanten selbst zu wählen. Schonlhatte die Bittschrift zahlreicheUntcrschriften, als sie verrathen und eine Menge der Unterschriebenen eingezogenwurden; T., den man im Verdachte hatte, daß er die Bittschrift entworfen, wurdeins Gefängniß gebracht und von der wüthenden Junkerschaft hart bedroht; dochmußte er bald wieder in Freiheit gesetzt und von jeder Schuld und Strafe freige-sprochen werden. Dann begab er sich nach Wien, wo eben der Congreß versam-melt war, um aus diesem die Interessen des Landes gegen die Städte zu'verlceten;aber seine Ansichten, die er in einem Aufsätze „über die Schweiz" in Poffelt's„Annalen" niederlegte, fanden unter den Diplomaten nur wenig Anklang; dieSchweiz war «»urtheilt zum zweiten Male die Beute der Aristokratie und desCantonSegoiSmus zu werden. Von Wien reiste T. nach Berlin und kehrte dannnach Aarau zurück, wo er ein Jahr lang verweilte und „Das schweizerische Mu-seum", eine gediegene Monatsschrift, worin sich T.'s Aufsätze über die Preßsrei-heit und über den Kretinismus befinden, gründete, dk aber bei dem Stande derpolitischen Bildung des Volkes nur geringe Unterstützung fand und bald wiederaufhörte, obgleich die tüchtigsten Männer, wie Glutz-Blotzheim, Zschokke, Vock —damals ein freisinniger katholischer Geistlicher, gegenwärtig ein pfäfsischcr Römling,der 1833 als Domherr feierlich widerrief und verdammte, was er 1816 in dem sehrgelehrten und gründlichen Aussatze im „Museum": „Der Kampf zwischen Papst-thum und Katholicismus im 15. Jahrhundert", lehrte und vertheidigte — undAndere Beiträge lieferten. Von Aarau verlegte T. seinen Wohnsitz wieder nachMünster und lebte ganz seinem Berufe und den Wissenschaften. Indessen fingman in Luzern an das Mangelhafte und Unzulängliche der ersten Lehranstalt desCankons, des Lyceums, zu fühlen; es lag ganz in den Händen der Geistlichkeitund kannte nur einen Zweck, die Studirenden zu Theologen im ultramontanischenSinne auszubilden; da wirkten der berüchtigte Geiger, ein ehemaliger Franziska-ner, der die Kutte mit dem kurzen Rocke des Jesuiten vertauschte, Gügler undWidm», beide aus der landshute: Schule und eifrige Romlinge, die Weffenberghaßten und den gelehrten Dereser aus Luzem vertrieben. Um dieses Dreigestirndrehten sich die übrigen Lehrer, ebenfalls Geistliche und, mit wenigen ehrenvollenAusnahmen, Männer von der größten Ignoranz.
In der Regierung hatte sich allmälig eine freisinnige Opposition gebildet, dieimmer lauter eine Reformation des Schulwesens verlangte und sie endlich durch-setzte. T. erhielt den Ruf zum philosophischen Lehrstuhle; er folgte ihm, nichtohne bedeutende Opfer von seiner Seite, indem er eine starke und einträglichePraxis aufgab; mehre Rufe ins Ausland hatte er früh» abgelehnt. Sein erstes
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