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Spanien seit dem Tode Ferdinand VII. ll-17
leicht sein, man müßte denn annehmen, daß letztere wirklich, wie e« dieß, dieVerlegenheiten scheute, in welche sie durch die Gcfangennehmung det Prätenden-ten gerathen konnte. Seine bewaffneten Anhänger wurden zum Theil entwaff-net und blieben in DepokS zur fernern Verfügung der Sieger.
Nach diesen glücklichen Erfolgen in Portugal erhielt Rodil sogleich Befehlmit dem bisherigen Observations- und Jnterventionscorps nach den baSkischenProvinzen aufzubrechen. Hier war, obgleich jener combinirte Plan der Karlistendurch die Ereignisse in Portugal und die gleichzeitigen Niederlagen Merino'«, Car-nicer's und Anderer als gänzlich gescheitert angesehen werden konnten - doch dieLage der Dinge so bedenklich wie je zuvor. Zahlreiche Gefechte von geringerer Be-deutung, und gleichem oder wechselndem Verluste nicht zu gedenken, hatte am2t, Apr, Quesada durch Aumalacarregui einen beträchtlichen Verlust erlitten, unddie Frechheit, womit der Sieger in seinem Bericht meldete, wie gefangene Offi-ziere erschossen worden seien, um Repressalien zu üben, bewiesen nur zu sehr dieErbitterung beider Parteien, und obgleich die Entfernung des Prätendenten ausPortugal die Verwendung neuer Streitkräfte auf diesem blutigem Kampfplatz ge-statteten, so war doch kein Grund zu derHoffnung, die Aarlisten deshalb den Kampfaufgeben würden; da Don EarloS seinen Rechte nicht entsagt, die Hoffnungen,die auf seine künftige Gegenwart und Hülfe gegründet sein mochten, nur wenigvermindert waren, und da vor allen Dingen cS sich hier noch um ganz andere In-teressen und Rechte als die seinigen handelte. Daß bei diesen Aussichten der län-ger» Dauer eines solchen KampfcS die Finanzftagen immer gleich wichtig blie-ben, läßt sich denken, und um so mehr mußte eS auffallen, daß die Anleihe immernoch nicht zu Stande kam, ohne daß es möglich wäre, sich aus den widersprechen-den Gerüchten über diese Angelegenheit -ine klare Ansicht zu bilden. Wahrschein-lich indessen ist eS, daß theils die übermäßigen Ansprüche der Inhaber der CorteS-bonS eine Verständigung erschwerten, theils aber auch der unvorsichtige Zudrangder europäischen Capitalistcn die Regierung in den Stand setzte, die Vortheile ei-ner verstellten Gleichgültigkeit gegen ihre Anerbietungen zu emten. Jedenfalls aberschien es gewiß, daß die endliche Entscheidung dieser Sache den EorteS anheim fal-len werde und so erhielt das Decret der Ausammenberufung auf den 24. Jul,, wel-ches nebst der Verordnung über das Verfahren bei den Wahlen am 24, Mai er-schien, eine neue Wichtigkeit. Zugleich erschien ein neues Amnestiedecret, wodurchalle bisherigen Ausnahmen aufgehoben wurden und auch dem g-fürchteten Minadie Rückkehr!nS Vaterland gestattet ward.
Von diesem Zeitpunkte an, bis zur wirklichen Eröffnung der EorteS mußtenun theils die Ernennungen der zweiten und dritten Classe der Proceres durch dieRegierung, »Heils die Wahlen der Procuradores eine Hauphrolle in der fernemEntwickelung der spanischen Verhältnisse spielen. Was die ersten betrifft, so fan-den sie in einem leicht vorherzusehenden Sinne statt. Es wurden nach und nachgegen 90 ProcereS ernannt, von denen die meisten bisher aller allgemeinem Be-deutung entbehrt hatten und diese Ehre beschränktem untergeordneten Rücksichtenverdanken mochten. Doch fehlte eS auch nicht an einer gewissen Anzahl mehr oderoder weniger historischer Namen, welche zwar früher gewissen Nuancen der entge-gengesetztesten Parteien angehört hatten, nun aber aus dem Punkte ihrer Laufbahnsich befanden, wo man erwarten konnte, daß sie sich ohne große Mühe dem gemä-ßigten, legitimisirenden LiberaliSwuS des Ministeriums anschließen würden. Überden Geist, der bei der Wahl der Procuradores vorherrschte, ließe sich auch dann»och kaum eine bestimmte Ansicht bilden, wenn es weniger schwer wäre, im Aus-land die Namen der Gewählten zu erfahren, Bon den Mitgliedern früherer Cor-des finden sich nur wenige darunter, und die Erfahrung hat überall hinreichendS'lehrt, welchen Einfluß einige Jahre voll bitterer Erfahrungen auf die politischenkoav..->>ex, der neueste-, Zeit und Literatur, IV. 77