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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1218
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1218 Spanien seit dem Tode Ferdinand VII.

Ansichten solcher Männer ausüben können, und wie wenig sicher man von damalsauf jetzt schließen kann. Die geringe Anzahl der Wahlen dieser Art fielen indeßmeistens auf die entschiedenem Nuancen des Liberalismus von 1820 — 2Z unde« scheint, als wenn nicht sowol der Mangel an Vertrauen vvn^Seiten ihrerLandsleute, als die Unmöglichkeit die auf Bermögensbesitz sich beziehenden Bedin-gungen der Wählbarkeit zu erfüllen eine größere Anzahl dieser Claffe von politischenNotabilitäten von den Wahllisten ausschloß. Im Ganzen ist jedoch kaum zu zwei-feln, daß manche extreme Nuancen des Liberalismus in dieser Kammer Platz fin-den werde», während die Mehrheit zwar eine weit gemäßigtere, aber doch immerum einige Grade stärker als der ministerielle Liberalismus gefärbte Mittellinie zei-gen wird.

Entschiedenen Karlismus dürfte man nach allen Nachrichten und der ganzenNatur und Lage der Dinge, in dieser Kammer vergeblich suchen, dagegen wirdes schwerlich ganz an Solchen fehlen, welche ohne Einmischung der streitigen Thron-folge diesen oder jenen löblichen und »»löblichen Überrest des alten Spaniens, be-sonders in seinen Localelemcnten vor dem Strome liberalbureaukratischer Neuerun-gen zu retten und so ein Extrem der Rechten zu bilden suchen werden. Daß aberdie Entscheidung der Lebensfragen Spaniens innerhalb dieses künstlich und schwachgenug geschaffenen ofsiciellen Kreises fallen werde, ist schwerlich zu erwarten. Ei-nes der kämpfenden Elemente steht schon längst in voller Empörung außerhalb die-ses Kreises. Das entgegengesetzte muß unfehlbar in demselben Maße eine ähnlicheStellung einnehmen, als es die Hoffnung verlieren wird, innerhalb jener Grenzndie Befriedigung und Sicherung seiner Interessen und Wünsche zu finden. Da-bei ist vorauszusehen, daß der Kamps der jetzt herrschenden Partei gegen den Kar-lismus unmittelbar auf die Entwickelung der Extreme des Liberalismus einwirkenmuß. Jeder Fortschritt und Vortheil des Karlismus, ja jede Stunde der Fort-dauer seiner bewaffneten Empörung und seiner oft noch gefährlichern Umtriebewird durch eine natürliche Reaction dem entgegengesetzten Pole zu gute kommen,und dessen Anziehungskraft für die neutralen Elemente vermehren. Dagegen wirdin demselben Maße die ursprünglich vielleicht nur scheinbar, nur aus der Unfähig-keit oder Lässigkeit vorhandene Hülfsmittel zu benutzen hervorgehende Schwächeder jetzigen Regierung und der von ihr erschaffenen repräsentativen Organe, inwirkliche Schwäche übergehen. So viel ist indeß gewiß, daß für den Augenblickdas Llstatnto real noch einer bedeutenden Mehrzahl der bctheiligten öffentlichenMeinung des Liberalismus und des Jndifferenrismus in den meisten Provinzengenügt und Alles darauf ankommt, ob die Regierung und die Kammern sich dieseMajorität werden zu erhalten wissen. Daß dies lange der Fall sein möchte, bezwei-feln wir sehr, besonders in sofern dieser Punkt wesentlich von einer schnellen Been-digung des Kampfes gegen den Karlismus abhängt, woran aller immer wieder-holten Siege zum Trotz gar nicht zu denken ist. Wir zweifeln jedoch nicht an demendlichen Untergänge des alten Spaniens, welches mit all seinen Licht- und Schat-tenseiten jetzt im Karlismus reprasentirt ist. Auch geben wir gern zu, daß dieSchattenseiten wenigstens auf dem Gebiete der eigentlichen Politik dieses altenSpaniens seit Jahren sehr überwiegend sind und daß dieses Element selbst imKampfe um seine Existenz und durch denselben, auch wenn es siegen könnte, dochso wesentliche Veränderungen erleiden muß, daß es ganz unkenntlich aus demKampf« hervorgehen würde. An endlichen Sieg und heilsame naturgemäße Rege-neration ist indessen nicht zu denken, und nur wer weiß und versteht, wieviel eigen-thümlich Edles und Schönes der ganzen Bildung, des Nationalcharakters des al-ten Spaniens mit dem Karlismus näher oder entfernter verbunden ist, wird be-greifen, wie wir, ohne seinen Sieg wünschen zu können, doch seinen Untergangrief beklagen müssen. Daß es möglich wäre, die -edlem Elemente des alten Spa-