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Griechenland
Minister des öffentlichen Unterrichts nur daran gedacht hätie, ihn durch Gehaltein paffendes Local und einen Gehülfen zu unterstützen. Wo noch etwas gethanwurde, da geschah es auf eignen Antrieb der Gemeinden; so hatte z. B. die un-längst zu Syra errichtete Affecuranzgesellschafr sechs Procenle ihres Gewinnes zurErrichtung einer Schule bestimmt. Die Sache wurde aber um so schlimmer, alsdie Erwartungen nicht eintrafen, welche man sich Von den Arbeiten der Commis-sion gemacht hatte. Die Mitglieder gingen aus einander, ohne daß ein bestimm-tes Ergebniß erfolgt wäre. Benthylos ging nach Athen zurück, Schinaö ward alsMüüsterialrath des Cultus in eine andere Sphärc gezogen, und lir. Franz, wel-cher nach seinen aus Baiern mitgebrachten Ideen die Verhandlungen vorzüglich ge-leitet haben soll, hatte sich linkischer Weise in die VerschwörungSgeschichte gegen dieRegentschaft, von der wir nachher sprechen werden, eingelassen und wurde ausGriechenland verwiesen. So halte die Regentschaft, bei den redlichsten Absichten,bis jetzt weiter nichts gewonnen, als einen großartige», vielleicht auch mit Sorg-falt bearbeiteten Plan, zu dessen Ausführung aber noch Alles fehlte, vorzüglich biezwei Haupterfodcrniffe, die nöthigen Geldmittel und ein tüchtiger Lehrerstand.Was konnte man da von dbr Zukunft erwarten? Wir werdrn später sehen, wasdie zweite Halste des ersten RegicrungSjahres gebracht hat.
Gleichzeitig mit der Commission für das Schulwesen ward eine andere für dieUntersuchung der kirchlichen Angelegenheiten ernannt. Sie bestand außer demDirigenten Pauutzos Notaras, Präsidenten der Nationalversammlung zu Pera-chora, aus drei Geistlichen, Synatios, Bischofvon Adamyria, Passivs, Bischofvon Eleia und Vikar von Messnien, Theokletos Pharmakidis, Priester und seit-heriger Vorsteher der Schule zu Ägina, und zwei Laien, Skarletos Byzantinosund Konstantinos Schinas. Der Minister deö Cultus sollte als Vorsitzender Theilnehmen. Wir brauchen kaum daraus aufmerksam zu machen, daß man hier eine»Punkt berührte, welcher bei den eigenthümlichen kirchlichen Verhältnissen des Lan-des und der religiösen Stimmung des Volkes besondere Schwierigkeiten darbot,welche mit großer Vorsicht gehoben sein wollten. M>.» kennt bie unüberwindlicheAbneigung der griechisch-orthodoxen Glaubensgenossen gegen die römisch-katholischeKirche, welche, wenn sie auch während der Revolution ihren fanatischen Charakterverloren hat, doch nie zu jener duldenden Gleichgültigkeit werben wird, womit manbei uns kirchliche Differenzen betrachtet und ordnet. Es war daher wol natürlich,daß die Ankunft einer römisch-katholischen Regierung hier und da Besorgnisse erre-gen konnte, welche von der ihr feindlichen Partei benutzt wurden, um allerleibeunruhigende Gerüchtember die Gesinnung und die Plane des Königs und die zuerwartende katholische Priesterhcrrschaft in Umlauf zu bringen. In Syra undTinos mochten sie ain meisten Anklang finden und die Spannung zwischen denrömisch-katholischen und griechischen Gemeinden um Vieles vermehren- Alleindas Erscheinen des Königs und seine Theilnahme an dem griechischen Gottesdienstezu Nauplia zerstreute die Besorgnisse der Redlichen und vereitelte die Plane keinerFeinde. Von der katholischen Kirche und ihrer Begünstigung war gar nicht dieRede und auch die erwähnte Commission sollte nur die griechische Nationalkircheim Auge behalten, um eine angemessenere Verfassung der Klöster, die Organisa-tion des Klerus und die Einsetzung einer Synode vorzubereiten. Sie stüß dabeinatürlich auf Schwierigkeiten sehr ernster Natur. Die früher schon unter Kapo-distrias in Anregung gebrachten Fragen: ob Griechenland, welches zur Diöresdes Patriarchen von Konstantinopel gehört, sich von diesem trennen kenne, undob dabei ein Schisma zu vermeiden sei, wurden jetzt um so verwickelter, da mandie Stellung einer so kleinen schidmatischen griechischen Kirche mit einem lateini-schen Throne an der Spitze nicht wohl voraussehen konnte. Auf der einen Seitemußte ma« wol zur Überzeugung kommen, daß Griechenland als unabhängige
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