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Griechenland
Grld zu lösen, als zur Erbauung der Regicrungsgebäude nöthig sein dürste, wäh-rend sie bei Athen gar kein Grundeigcntdum habe und wahrscheinlich die Bau-plätze seldst erst um hohe Preise ankaufen müsse Dieser Übelstand trifft aber nichtallein die Regierung, sondern auch die wohlhabenden Griechen und fremden Ein-wanderer, von deren Mitwirkung bei der Anlage einer Hauptstadt, welche angeb-lich wenigstens aus40,000 Einwohner berechnet sein soll, allerdings das Meisteabhängt Auch hat man es gar sehr in Zweifel gezogen, ob die reichen griechischenKamillen, welche sich gegenwärtig in Wien, Triest, Zassy, Odessa und Konstan-tincpcl aufhalten, im Fall sie geneigt sein sollten, sich in Griechenland niederzu-lassen, grade Athen zum Aufenthaltsorte wählen würden, zumal da es mit seinemjetzt stark versandeten Hafen Pyräos für das Aufkommen eines Vortheilhaften Han-dels eben nicht günstig zu liegen scheint. Die Gegend um Athen ist zwar sehr ge-sund und anmutdig, aber zum Theil nicht sehr fruchtbar und leidet Mangel anWasser; überdies bietet eine militairische Vertheidigung Athens eigenchümlichcSchwierigkeiten dar, und fodert eine unverhältnißmäßig große Macht, und selbstder Reiz, ein Bewohner des alten hochberühmten Athens zu sein, verliert schondadurch viel, daß die neue Stadt schwerlich in dem Bereiche der alten aufgebautwerden kann. Ungeachtet dieser scheinbaren oder wahren Gegengründc, entschiedsich jedoch die Regierung sehr bald für Athen, dessen jetzige Bewohner ihren Pla-nen auf die bereitwilligste Weise entgegenkamen, indem sie in einer Adresse erklär-ten, daß sie ihre Gebäude und liegenden Gründe der Regierung gegen eine billigeEn-schädigung, welche dieser überlassen bleiben sollte, gern zur Verfügung stellenwürden. So käm man also um die Mitte des Jahres wenigstens so weit, daßzwei Commissionen ernannt wurden, welche die Abschätzung der fraglichen Be-sitzungen vornehmen sollten. Ihre Arbeiten begannen kurz darauf, und ein vondem genannten Architekten Klcanthcs entworfener Plan der neuen Stadt soll da-mals schon von der Regentschaft vorläufig gebilligt worden sein. Aber fresiich wur-den ihre Thätigkeit und ihre finanziellen Mittel auch noch von andern Selten zusehr in Anspruch genommen, als baß sie sogleich der Herstellung AthenS die Auf-merksamkeit hätte widmen könivn, welche die begeisterten Gegner der Pcloponne-jier ihr zur Pflicht machen wollten.
Wir haben bereits erwähnt, daß bei Gelegenheit der Verordnungen überdie kandcsverwaltung im Allgemeinen allerlei Versprechungen für die einzelnenZweige der gesummten Staatsvrganisation gemacht wurden. Wir gehen daherauf diese über, um zu sehen, was big um diese Zeit wirklich inS Leben getreten war.Die schlechte Justizverwaltung gehörte zu den Grundüdeln der KapodistriaS'schenPräsidentschaft; zur Zeit der gemischten Regierung batte der wohlgesinnte undsehr unterrichtete Minister der Justiz, Klonaris, den Plan zu einer heilsamen Re-form seines Departements entworfen, und war eben Willens, dessen Ausführung!U betreiben, als durch einen Beschluß des Senats vom t, Oct. 1812 alle Ge-richt, provisorisch geschlossen wurden und völliger Stillstand der Rechtspflege ein-trat. Also fand die Regentschaft eigentlich weiter nichts, als allgemeine Klagenüber Mangel an Gerichren und einen gesetzlosen Zustand, welcher in einigen Ge-genden allerdings bereits ins Faustrecht auszuarten drohte. Das Erste, was dieiüegentschaft tvat, um diesem üdelstande abzuhelfen, war bekanntlich die Errich-tung der außerordentlichen Tribunale zu Theben, Missolonghi und Nauplia, de-ren ursprünglicher Zweck blos die Benrtdeilung und Bestrafung der gegen die Ruheund Sicherheit des Staats verübten Verbrechen sein sollte. Sie bestanden auseinem Präsidenten, vier Richtern, einem Staatsprocurator und einem Schreiber,datten summarisches Verfahren, Entscheidung in öffentlicher Sitzung und Erecu-t!on des Urtheils in 24 Stunden, außer wenn sie seldst bei der Regierung auf Be-gnadigung des Verurth.illen antragen wollten. Die Strafen soüten, bis zur Be-