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Vierter Band (1834) S bis Z
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Griechenland

nichts gethan. Desto mehr sprach man von der Anlage neuer und der Verschone- 's

rung alter Städte. Eine dedeutende Handelsstadt sollte sich am JsthmsS beiHexamilia erbeben; man mag aber, abgesehen von der Unzulänglichkeit der Mit-tel und dem Mangel der Elemente zu dergleichen großartigen Anlagen, wol auchdie Stimmen Derer nicht ganz überhört haben, welche die Unzwlckmäßigkeit einerHandelsstadt in jener Gegend darzutbun suchten, vorausgesetzt, daß man dabeinicht zugleich die Durchgrabung des Istbmos im Sinne habe und ausführen könne.Bon Argos soll ein neuer Plan besprochen und von dem Architekten der Regierung,Klcanthes, welcher früher lang» in Deutschland, namentlich zu Leipzig, studirthatte, wirklich ausgeführt worden sein.

Unter den übrigen Städten zog natürlich Athen, welches wahrend der Revo-lution fast ganz zu einem Trümmerhaufen herabgesunken war, Aller Blicke unddie Aufmerksamkeit der Regentschaft am meisten auf sich. Die Größe seines Na-mens und die Reste seines alten Glanzes schirmn es zu etwas Außerordentlichemzu bestimmen, und in der Tkat wurde das Gerücht, daß eS zur Hauptstadt desReichs erhoben und der Sitz der Regierung dabin verlegt werden solle, schon inden ersten Wochen laut. Die Reise, welche der König am 21. Mai in Begleitungseines Bruders, des Kronprinzen von Baiern der bei seinem Ausfluge nach demOriente vom 11. bis 18. d. M. in Nauplia verweilt hatte, seines Oheims, deszum Militairgouverncur von Nauplia ernannten Prinzen Eduard von Sachsen-Alt.mdurg, und des Grase» von ArmannSpcrg, über Mcgara und Korinth dahinmachte, scheint die Sache allerdings entschieden zu haben. Denn auch die übrigenMitglieder der Regentschaft begaben sich auf anderm Wege nach Athen, um, wiees scheint, die Frage an Ort und Stelle in ernstliche Berathung zu ziehen. Nachder Rückkehr des Königs sprach sich daher das Gerücht schon bestimmt dahin aus,daß die Verlegung der Residenz nach Athen wirklich auf den 1. Jan. 1884 festge-setzt sei, vorausgesetzt, daß bis dahin die nöthigen Gebäude vollendet sein würden.Die Hausbesitzer in Nauplia gcriethen darüber natürlich in große Bestürzung undein lebhafter Streit dafür und dawider wurde mehre Wochen mit Heftigkeit ver-folgt. Darüber, daß Nauplia schon wegen der Beschränktheit seines Terrains,welches keine Erw.tterungen der Stadt zulaßt, vorzüglich aber wegen seiner unge-sunden Lage, nicht zur Residenz geeignet sei, war man sehr bald einig. Dagegenwollten die Pcloponnesier den Sitz der Regie-ring nicht aus ihrer Mitte entferntwissen, und brachten Korinth mit nicht unerheblichen Gründen als Hauptstadt inBorschlag. Selbst im Ministcrrathe soll sich eine starke Partei in diesem Sinneausgesprochen haben. Korinth, sagte man, sei in einer gesunden Gegend und fürAckerbau und Handel sehr günstig gelegen; die Nahe zweier Meere werde es baldwieder zum Hauplhandelsplatze Griechenlands erhebe», wie es derselbe schon frühergewesen sei; die alten Häfen am Jsthmos seien leicht wieder brauchbar zu machen,und der vortreffliche Haft» von Poros werde, unfern der Hauptstadt, die könig-liche Marine mit ihrem Arsenal und den Schiffswerften aufnehmen können; dieResidenz gewänne dadurch zugleich im Osten eine sichere Vorhut, während ihr imWesten die Schlösser am Eingänge des Golfes von Lcpanto hinlänglichen Schutzgewähren würden; und von der Landseite brauchte man nur einige Hauptpositio-nen, wie die sogenannten großen Engpässe (Megalo-Derenni) zu befestigen, wo-zu hinlängliches Material vorhanden sei; auch könne Korinth durch die Nähe derfruchtbarsien Gegenden leicht verproviantirt werden, und besitze Überfluß an Was-ser; man müsse übrigens darauf bedacht sein, die Hauptstadt des Reiches, imFall dieses nach Norden hin vergrößert werden sollte, nicht zu sehr aus dem Mit-telpunkte zu rücken, und grade bei der jetzigen Lage des Staates die finanziellenRücksichten nicht ganz aus dem Auge verlieren, indem die Regierung in und beiKorinth genug Land besitze, um allein aus dem Verkauf von Bauplätzen mehr

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