Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1096
Einzelbild herunterladen
 

1098

Griechenland

Unterrichts, und als Ob-rauffeher der für die FinanzvetwMmg angestellten Be-amten zu betrachten seien. Dagegen waren dem etwaigen Misbcauchc ihrer Machtdurch unbefugte Eingriffe der Behörden, namentlich in kirchlichen Dingen undPriaatvrrhältnissen, angemessene Schranken gesetzt. Nur wurde man auch hierüber die Behörde, welche die ribertretung dieser Schranken zu rügen habe, in Un-gewißheit gelassen. Zwei andere Beschlüsse der Regierung erstreckten sich über dieZahl, die Art der Ernennung und Verpflichtung der niedern Beamten, die Größeihrer Besoldungen und die Zeit des Beginnens und Aufyörcns der amr'iche» Be-zirge. Die Besoldungen sind im Ganzen billig, den Verhältnissen des Landes an-gemessen, und, obgleich geringer als in den meisten europäischen Staaten, den-noch höher als bisher angesetzt. Die zwei Haupizwecke, die Subsisten; der Beam-te» zu sichern, und den früher so häufigen Erpressungen und Misbräuchen vonSeiten der StaatSdiener Einhalt zu thun, scheinen durch sie hinlänglich erkeichtwerden z» können, zumal wenn es die Regierung nicht an einem zweckmäßigenSraalsoienergesetz mit vorzüglicher Berücksichtigung der bisher gewöhnlichen Ver-gehen der Beamten fehlen läßt. Überdies wurde auch eine eigne Uniformirung derStaatsbeamten (hellblau mit Silderstickerci) festgestellt, worüber zu Anfang Zun.»ine besondere Verordnung erschien, welche auf die unbedeutendsten Kleinigkeiteneinging, und Alles durch beigelegte lithographische Muslerzeichnnngen zu veran-schaulichen suchte. Schnell nach einander erfolgte nun auch die Ernennung dirStaatsdirner. Die Menge der Eandidaten, welche schon deshalb gerechte An-sprüche zu haben glaubten, well ste meist zu dem Heere der Bcamten'aus derKapodistriaS'schen Verwaltung gehört hatten, machte die Sache um lo schwieriger,je weniger wirklich brauchbare Leute unter ihnen zu finden waren. Bei der Wablder hoher» Staatsdiener, der Nomarchen und Eparchen, kam man weniger inVerlegenheit, als bei dem Personal für den niedern Geschäftsgang und den Bu-reaudienst, wo man Leute brauchte, die eine gewisse Schule gemacht hallen, anFleiß und Ordnung gewöhnt waren, und Mit der Feder umzugehen wußten Un-ter den Nomarchrn wapn z. B. die drei entlassenen Minister, Rhizos für dieKhkladen, Ehristidis für Messenicn und Zographos für Arkadien; ferner der be-kannte Kapooistrianer, dann Mitglied der gemischten Regier,ingscommission, An-dreas Metaxas, für Lakonien; Garakis, weicher gleichfalls unter KapooistriaSeins Rolle gespielt harke, für Achaja und Eli»; Auian für Eub-a; MichaelSchinas für Allika und Böoilcn; Franz MauroS für AraostS und Äorinth; Am-hrosiadls für Phokis und Lokris; und Monarchidis für Äkolien und Akarnanien.Schon diese Wahlen gaben Denen, welche sich Rechnung gemacht hakten, mit indie Zahl der Auserwätstkcn aufgenommen zu werden, Veranlassung zu heftigenKlagen über Begünstigung der Ausländer; noch heftiger uns allgemein,r wurdenjedoch dieselben, als die übrigen Ernennungen bekannt wurden, wobei mehr alszwei Driitheile Fremde, d. h, Äiiech.n aus Konstanilnopel, T»,ssalien, Epftus,den ionischen Inseln, Eyoecu und Kandia, sowie eine bedculenbe Anzahl Deut-sche waren.

Man Hai damals und fortwährend der Regentschaft hierüber schwere Vor-würfe gemacht; bat aber dabei weniger bedacht, daß es ein höchst misliches undgewagtes Untern, hmen gewesen sein würde, die Herstellung der Administration al-lein mit Leuten zu beginn n, weihen dazu die erfoderiiche Bildung und alle Er-fahrung fehlte. Daß es ihr übrigens wol darum zu thun ist, die Eingeborenen aneinen geordneten Staatsdienst zu gewöhnen, beweist die spätere Berücküch'igungAller, welche durch Talente uno Bildung nur einigermaßen gegründete Erwartun-gen erregten. Man hat freilich auch bemerkt, daß die Griechen sich leichter in dieneue Ordnung der Dmge gefunden haben würden, wenn man namenitich die Ad-ministration, mit vorherrschender Rücksicht auf das Bestehende und die Bcdürf-

, ^ A" .-s

AM

,,^ 7 Ätt

si,WiWܻt

ßz!»»!ck?ick?

»MliMii»,

''iMiFiiftgi,

^OiihlillhlM

Bit,,,,Ekch

d»s.

s.