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Griechenland
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räumt sein sollten. Die Absteckung der nördlichen Grenze war schon in den letztenMonaten deS vorigen Jahres betrieben worden, hatte aber, da es bisher an demgehörigen Nachdrucke von Seiten der griechischen Regierung gefehlt halte, nochnicht zu den erwünschten Resultaten geführt. Dies änderte sich jetzt, als man sah,daß es der Regentschaft Ernst sei. Der mit der Ausführung des genannten Pa-tents beauftragte Commiffair, der provisorisch beibehaltene Minister des Cultusund öffentlichen Unterrichts, Jakovaki RhizoS, verließ bereits am 27. Febr.Nauxlia, um zunächst die Räumung der Akropolis und der Insel Euböa zu be-werkstelligen. Athen wurde ihm ohne Weigerung übergeben und am 1. Apr. von700 Barern, welche ihm gefolgt waren, besetzt. Aus Euböa erhob zwar der Beyvon Negroponte, Jsmael Bei, einige Schwierigkeiten; aller« sie wurden durchdie Vermittelung der drei Stellvertreter der Großmächte, welche sich gleichfalls aufEuböa einfanden, schnell beseitigt, worauf die Besetzung der Insel durch bairischeTruppe», welchen die wenigen noch daselbst befindlichen Franzosen Platz machten,ohne Schwierigkeiten erfolgte. Karababa am diesseitigen Ufer des Euripos wurdeihnen am 6., Negroponte am 7. und das Schloß Karystos am 12. Apr. über-geben. Auch im Norden würde die Besorgniß der noch zu Zcituni anwesendenTürken, daß die militairische Besitznahme zunächst das Verbot der Ausübung desmohammedanischen Cultus zur Folge haben werde, vielleicht ernstere Hände! her-beigeführt haben, wenn nicht der Commandant der dahin abgeschickten Truppenim Namen der Regierung eine Proklamation erlassen hätte, welche den Mohamme-danern sowol völlige Religionsfreiheit, als auch überhaupt gleichen Schutz uadgleiche Rechte mit den übrigen Unterthanen des Königs zusagte. Zeituni wurdeam 9. Apr. geräumt und hierauf die ganze Grenzlinie, so weit es bei der Schwächeder disponiblen Truppen möglich war, militairisch besetzt. Auch soll zu Prevesaeine Commission versammelt worden sein, welche zur Anlage befestigter Hochwach-ten längs der Grenze die nöthigen Vorbereitungen treffen sollte; jedoch ist bis jetztüber den Fortgang und die Erfolge ihrer Arbeiten nichts Näheres bekannt gewor-den. Die Absteckung der Grenzen längs des nördlichen Gebirgskammcs wurdeindessen während des ganzen Sommers fortgesetzt und scheint, obgleich durch dierauh- Jahreszeit unterbrochen, gegenwärtig ihrer Vollendung nahe zu sein. Übri-gens lag es in der eigenthümlichen Stellung der Regentschaft, daß sie zuvörderstnur das Dringendste zu erledigen, durch provisorische Beibehaltung des Bestehen-den Zeit zu gewinnen und wesentliche Veränderungen so lange zu vermeiden suchte,als ihr noch die eigene Anschauung und Beurtheilung der Verhältnisse entging.Es trat dadurch freilich eine unangenehme Aögerung ein, welche den sanguinischenHoffnungen der für die neue Regierung begeisterten Griechen wenig zusagte; unddennoch mußte man sich nach Verfluß einiger Monate «ingestehen, daß, ungeach-tet der redlichsten Absichten der Regenten, sei es aus Übereilung oder aus Un-kmntniß, einige Fehlgriffe geschehen waren, welche, bei einer weniger günstigenStimmung, des Volkes, leicht größere Nachtheile hatten bringen können, als siein der That gebracht haben. Um die Übersicht zu erleichtern, wird es paffend sein,die Thätigkeit der Regentschaft nach den verschiedenen Zweigen der neuen Organi-salion zunächst bis dahin zu schildern, wo sich eine systematische Opposition geltendmachen wollte, dann den Charakter und die Schicksale dieser Opposition kurz zuentwickeln, und endlich die fernere Wirksamkeit der Regierung bis zur Gegenwartju »erfolgen.
Wir sprechen zuerst von der Organisation der bewaffneten Macht, welche dieAufmerksamkeit der Regentschaft sogleich in den ersten Wochen am meiste» inAnspruch nahm und die doppelte Schwierigkeit einer gänzlichen Auflösung deralten sowol regulairen als irregulairen Truppencorxs, und der schnellen Bil-dung eines Nationalheeres darbot. Es war natürlich, daß die gestaltlosen unge-