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Vierter Band (1834) S bis Z
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1082
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Gehe

die parlamentarische Laufbahn. Nach einer traurigen Zwischenzeit, in welcher daskaum entstandene öffentliche Leben sich nur wenig fortbewegte, und die Kammernbis zur völligen Unbedeulsamkcit herabgesunken waren, kam unter günstigen Au-spizien der Landtag von 1831, welchem auch F. als Mitglied der ersten Kammerbeiwohnte. Das vorhergehende Jahr harte Leopold, den Bruder seiner Gemah-lin, auf den badischen Thron gerufen. In dieser doppelten Stellung, dem Thronewie dem Volke befreundet, erfüllte F. die schöne Aufgabe der Vermittelung zwi-schen beiden Selten, ein Bild der wahren Aristokratie, wie unsere Zeit sie fodsrt,volkithümlich, politisch-unabhängig, deutsch-national gesinnt. So nahm F., zu-gleich Vicepräsident der Kammer, welcher er angehörte, bei den hochwichtigen Ver-handlungen dieses denkwürdigen Landtags eine der ausgezeichnetsten Stellen ein,namentlich erwarb er sich, im Verein mit Weffcnberg und gell, große Verdienste umden Sieg der Preßfreiheit.Ich kann mir nicht denken so schloß er eine seinerReden in der Sitzung von, 19. Aug. 1831 daß eine so hochweise Versammlung,wie die deutsche Bundesversammlung, noch länger, nachdem 16 Jahre seit denBeschlüssen des wiener Kongresses verflossen sind, uns solche Bestimmungen vor-enthalten werde, die so mächtig und laut verlangt werden. Ich rechne da,u denfreien Verkehr in Beziehung auf den Handel, dann den freien Verkehr der Gedan-ken durch die Mittheilung der Presse. Dieses Vertrauen spreche ich hier offen au«,und ich hoffe zu Gott, daß ich in diesem Vertrauen nicht getäuscht werde." Wäh-rend in der Volkskammer sich so viele Nednertalente entwickelten, bewegte sich inder Adelskammer die DiScusflon mehr in den Formen leichter, ringsum gehenderKonversation, F. aber worein Redner. Von einem wohlklingenden Organ undeinem ansprechenden Äußern unterstützt, sprach er Worte, wie die Wärme desHerzens und das Gefühl für Gemeinwohl st- ihm einhauchten, und erhob sich beiwichtigen Fragen bis zu eigentlichem rhetorischem Schwung. Es gehört Charak-ter dazu, um in solcher Stellung in der Staatsgcsellschaft die Unbefangenheit zubewahren, auch von dem Standpunkte des Volkes aus zu urtheilen, und es gibtnicht allzu viele Charaktere, welche diese Probe bestehen; einer dvon ist Karl Egonvon Fürstenberg. (22)

Gehe (Eduard Heinrich), geboren am 1. Febr. 1793 zu Dresden, wosein 18>2 gestorbener Vater Hof- und Justizraih war, erhi.lt gemeinschaftlichmit Theodor Körner häuslichen Unterricht ehe er 1808 auf die Landesschule Pfortakam, wo er sich eifrig mit dem Studium der classischen Literatur und besondersauch der griechischen Tragiker und Lyriker beschäftigte. Er bezog 1812 die Univer-sität Leipzig, um sich der Rechtswissenschaft zu widmen. In seinen ersten Ver-suchen, die in jene Zeit sielen, trat schon seine Neigung zur dramatischen Poesiehervor, und seinem nicht zum Druck gekommenen ErstlingLeonidas" folgte balddas TrauerspielGustav Adolf", das 1818 zu Leipzig gedruckt ward und auf derBühne Eingang fand. Nach Vollendung seiner Studien bereiste er 1816 und1817 das südliche Deutschland, die Schweiz und ganz Italien. Bald nach seinerRückkehr trat er in die Laufbahn eines Sachwalters, blieb aber seiner alten Nei-gung treu. Die dramatischen DichtungenDido" (Leipzig 1820),Heinrich IV.Tod" (Dresden 1820),Peter und Alexis",Anna Boleyn" folgten schnell nacheinander. Doch wendete er sich nach der Eescheinung des letzten Trauerspiels aufeinige Zeit von der dramatischen Poesie ab, bis er 1822 als Operndichter auftratund schon in der von Spohr eomponirlenJessondseinen Beruf für diese Gat-tung bewährte.Maja und Alpino oder die dezaubrrte Rose", componirt vonWolfram (1816),Die Flibustier" von Lobe (1829),Der Normann in Sici-lien",Prinz Lieschen", Schloß Cadra" von Wolfram, lieferten Texte, die zu d»nvorzüglichsten in der deutschen Literatur gehören. Während dieser Zeit kehrte er auchwieder zu der dramatisch«!, Gattung zurück, der cr-sich im Anfange seiner schriflstelle-

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