Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1081
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Fürstenberg

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sah des Guten und Bösen hervortritt. Als Stufen der Freiheit sind das Recht(der Staat), die Sittlichkeit (als Familie, sittliche Gemeinschaft u, f. w.) und alsallgemein geistiges Universum die Weltgeschichte zu betrachten, deren Tiefe undunendliche Bedeutung darin besteht, in jedem Einzelnen wie in der Menschheit zuoffenbaren, und dadurch zur Krisis zu bringen, was, als verborgene Anlage injedem Sinne, in seinem Wesen liegt. Das ist der menschliche Inhalt der Ge-schichte. 3)tJene beiden Richtungen des Geistes werden aber ausgeglichen und er-gänzt in der höchsten, der schöpferisch contemplativen, verwirklicht als Wissen-schaft, Kunst und Religion. Aber erst in letzterer sind alle Strebungen des Gei-stes befriedigt und versöhnt, und er selbst erlöst von der Freiheitverkehrung, welchesich theoretisch als Irrthum, praktisch als Böse« in ihm offenbarte. Diese fort-gesetzte Erlösung des Menschengeistes ist nun die dritte Offenbarung Gottes, wor-in er nicht blos als absoluter Geist, als unendliche Vernunft und Willen, sondernin den Eigenschaften der Liebe und Gnade erscheint; und wie darin das Funda-ment der geoffenbarten Religion gegeben ist, so bildet deren Inhalt und ihre Ent-wickelung in der Menschheit das göttliche Element der Geschichte. F. hat bis jetztnur die beiden ersten Theile seines Systems wissenschaftlich dargestellt; dagegenenthält dieVorschule der Theologie" wiewol nur skizzenhaft und in sehr ungleich-artiger Form die eigenthümlichen Seiten dieser Ansicht. Außer zerstreute Auf-sätzen sind von ihm erschienen:I)e pllilosnpkise klntanicno »rißioe" (Berlin18(8),Beiträge zur Charakteristik der neuern Philosophie" (Sulzbach 1829);Über Gegensatz, Wendepunkt und Ziel heutiger Philosophie" (Heidelberg 1832);Grundzüge zum Systeme der Philosophie" (1. Bd., 1. und 2. Abthlg., Hei-delberg 1833 fg );Sätze zur Vorschule der Theologie" (Stuttgart 1826).Auch hat er die Lebensbeschreibung seines Vaters unter dem Titel:I. G.Fichte's Leben und literarischer Briefwechsel" (2 Bde., Sulzbach 1830) erschei-nen lassen.

Fürstcnbcrg (Karl Egon, Fürst von), wurde geboren am 28. Ort.1796 in der Hauptstadt des KönigreieyS Böhmen, in welchem da« Haus Fürsten-berg ebenfalls reich begütert ist. Durch seine Geburt bestimmt, einen hohen Stand-punkt in der Gesellschaft einzunehmen, erhielt der junge Prinz eine Erziehung,welche seine natürlichen Anlagen glücklich entwickelte, und durch den Besuch derUniversitäten Freiburg und Würzburg auch wissenschaftliche Vollendung gewann.Auf der erstgenannten Hochschule wirkte damals Rotteck als Lehrer der Ge-schichte, und auch F. besucht« die Vorlesungen des berühmten Gelehrten, mir demer nachmals in parlamentarischen Verhältnissen wieder zusammentraf. Fast nochmehr als die Schule erzog das Leben den Geist und Charakter des jungen Fürsten.Seine erste Jugend siel in die stürmische, erfahrungsreiche Zeit der NapoleonischenKriege, und noch ehe er das Mannesalter erreicht hakte, sah er mit vielen andem,auch sein Fürstenhaus der Medialisirung verfallen. DaS Land kam unter ver-schiedene Hoheit, und so wurde der Fürst von Fürstsnberg Standesherr in Wür-temberg, in Baden, auch in dem kleinen Hohenzollern Sigmaringen; doch knüpf-ten die Lage seiner Besitzungen und andere Verhältnisse ihn vorzugsweise an Ba-den, und durch seine 1818 erfolgte Vermählung mit einer badilchen Prinzessin,einer Tochter Karl Friedrich'«, wurde dieses Band noch fester gezogen. Als Stan-desherr halb dem Fürstenstande, halb dem Privatleben ungehörig, wußte F. diese«>g»e Stellung, welche die Hoheit des ersten mit den zwanglosen Reizen des letztemM vereinigen erlaubt, glücklich zu benutzen, im Schvvß seiner Familie lebend, mitder Sorge für seine Untergebenen beschäftigt, mir Kunst und Wissenschaft vertraut,und beiden.ein entschiedener Freund und Pfleger. Die Begründung de« constitu-tivnnellen Systems in Süddeutschland gab der standesherUichen Würde eine neueBedeutung, den politischen Einfluß auf die gesetzgebende Gewalt, und F. betrat