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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1078
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1078 Durham

scharfes prüfendes Auge für die herrschenden Misbräuche in mehren Zweigen derVerwaltung habe.Das System der Beschränkungen, das die gerühmte Voll-kommenheit unserer Verfassung bildete, ist gänzlich umgestürzt", sagte er,dasVolk ganz aus der Wagschale geworfen, und die große, allein wirksame Beschrän-kung der Krone, das Recht der St-uerverweigerung, ist nichtig geworden. Jederwahre Baterlandsfreund muß daher wünschen, den Einfluß der Krone vermindertund ein Repräsentationssystem eingeführt zu sehen, welches das Vclksgefühl alseines seiner Elemente in sich aufnimmt." Nachdem er gesagt hatte, daß nach derbestehenden Verfassung in den meisten Fällen nicht ein Schatten von Volkswablvorhanden sei, stellte er als Grundsatz, seines Planes aus. daß die Stimmberech-ligung bei ParlamentSwahlen außer den Freisassen (kreeiwickers) auch auf Zeit-pachter (leuscäialrlers), aus ehemalige Meiergutsbisitzer, die aber durch das Her-kommen ein erbliches Recht auf ihr Besttzthum erlangt haben (cau^ixilckers) undLausinhaber, die Abgaben und Steuern bezahlen, ausgedehnt und jeder käuflicheFlecken sein Wahlrecht verlieren sollte. Er erklärte sich gegen die früher von Pittund später selbst von Lord John Rüssel vorgeschlagene Entschädigung für solcheihres Wahlrechts zu beraubende Flecken.Hat dieses käufliche Recht", sagte er,dieser Handel mit weißen Sklaven, keinen rechtlichen Grund, so weiß ich nicht,warum man ihnen einen Entschädigungsanspruch zuerkennen wollte. Ihr Eigen-thum, ihre verbrieften Privatrechte werden sie behalten, aber sie können keine Ver-gütung für Vorrechte verlangen, welche die gemeinsamen Rechte aller Staatsbür-ger verletzt haben." Zur Ausführung des neuen Wahlsystems sollten die Graf-schaften in Wahlbezirke getheilt werden, um den Abgabenpflichtigen die Abstim-mung zu erleichtern, und ein Repräsentant sollte auf 25,000 Bewohner kom-men, unter welchen daher, aus 10 Bewohner einen Abgabenpflichtigen gerechnet,2500 Wähler sein würden. Die Wahlen sollten in dem Hauptorte jedes Bezir-kes vorgenommen werden und bei diesen Gelegenheiten die laute Regtgmkeit, dielebendige Theilnahme nicht aufhören, die den Wahlen in England eigen sind, unddie Bewerber sich auf diese Weise genöthigt sehen, vor zahlreichen Wahlversamm-lungen offen und aufrichtig aufzutreten, überdies vevlanqre Lambton die Aufhe-bung der SiebenjährigkeitSacte und die Wiedereinführung der dreijährigen Dauereines Parlaments. Auf die Besorgnisse hindeutend, die Pikt bei dem Ausbrucheder französischen Revolution als Entschuldigung seiner veränderten Ansicht überdie Parlamentsreform vorgeschützt hatte, setzte er hinzu, daß man noch immer einSchrcckbild von Gefahren heraufbeschwöre, um sogenannte Neuerungen abzuweh-ren.Noch immer erschreckt man die Gemüther", sagte er,durch Vorhersagungvon Unheil und Verderben, durch ein Traumbild von Anarchie und Verwirrung,wenn eine Maßregel vorgeschlagen wird, die das Volk in den Besitz der Rechte setzensoll, welche die Altvordern in glücklicher Ruhe genossen." Am Schlüsse seinerRede warf er einen Blick auf die von den damaligen Machthabern versuchten Mit-tel zur Unterdrückung der Volksstimme.Das Recht, bei dem Parlament Bitt-schriften einzugeben und, um auf diesem Wege Abküsse für Beschwerden zu erhal-len, sich zu versammeln, ist unglücklicherweise verkümmert worden, und die Folgewar ein finsteres Schweigen unter dem Volke, das beunruhigender ist als ein lau-ter und offener Ausdruck seiner Gefühle. Aber gewiß kann dieses Haus nicht ver-gessen, wie unsicher eine Gewalt ist, die auf das Schwert und nur auf das Schwertallein sich stützt."

Seit diesem, besonders von Hobhouse kräftig unterstützten aber erfolglosen An-trage war Lambton stets der entschiedene Sachwalter durchgreifender Reformen inStaat und Kirche und der erklärte Feind alter VerwaltungsmiSbrauche. Als GrafGrey, dessen Tochter er 1816 geheiralhet hatte, an die Spitze der Verwaltungtrat, wurde Lambton, der als Baron Durham in das Oberhaus gekommen wa-.

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