Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1067
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Zweikammersystem

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schistsposten im Haag, so wurde auch Z. zurückgerufen. Er ging 1525 als Ge-sandter nach Konstantinopel. Die letzte Zeit siincS dortigen Aufenthalts wurdefür ihn durch das d r niederländischen Gesandtschaft bewiesene Vertrauen un-gemein wichtig. Als 1827 die Verhältnisse der Pforte zu Frankreich, Englandund Rußland wegen der griechischen Angelegenheiten und besonders nach derSiblacht bei Navarin so verwickelt wurden, daß die Gesandten jener Mächte Kon-staiuiiwpel verließen, ohne diplomatische Agenten zurückzulassen, wurden nichtnur die im türkischen Geriete sich aufhaltenden Franzosen, Engländer und Russendem Schutze der niederländischen Gesandtschaft empfohlen, sondern 3. wurde baldauch der Vermittler, durch welchen die Verbindungen der drei Mächte mit derPeorte wieder angeknüpft wurden. Unter diesen schwierigen Umständen zeigte ergroße Klugheit und Umsicht, und erhielt sowol von dem König der Niederlandeol« von Frankreich, England und Rußland Beweise der Anerkennung seiner rühm-lichen Wirksamkeit. Er verließ Konstaniinopel erst nach der Rückkehr der Gesand-r,n Englands und Frankreichs und nachdem der Friede von Adrianopel Rußlandund die Pforte versöhnt hatte, und kam im Der. 1829 nach dem Haag zurück.Ein Jahr später ward er zum zweiten Gesandten bei der londoner Conferenz er-nannt. Was er hier in Verbindung mir den Gesandten Falk und später allein ge-wirkt hat, liegt zum Theil in den bekanntgewordenen Staalsschriften vor. Ergab in den mit Lord Grey im Nov. 1882 gewechselten Noten rühmliche Beweiseseines Scharfsinns, seiner diplomatischen Gewandtheit und seiner kräftigen Dar-stellung; ausgezeichnet ist besonders seine letzte Note vom 5. Febr. 1838. Als erin demselben Monat nach dem Haag zurückgekehrt war und Dcdel ihn in Londonersetzt hatte, ward er zum Staaksminister ernannt. Während Vcrstolk van See-len im Sommer 1833 in'London war, erhielt Z. die einstweilige Verwaltung desDepartements der auswärtigen Angclcgcnhen, das ihm auch im Dec. desselbenZayres bei des Ministers Abreise zum Eongreß in Wien übertragen wurde. (74>Zweikammersystem. Die große politische Frage, ob es nothwendigoder auch nur nützlich sei, die Reichs- und Landstände großer und kleiner Staatenin mehr als eine Eorpora/ion zu theilen, kam schon im Anfange der französischenRevolution zur Sprache, und es ist eine beinahe allgemein gewordene Meinung,daß die alte Monarchie Frankreichs gerettet worden wäre, w>nn man statt der Ver-einigung der Reichsstände in eine einzige constituirende Versammlung und dann inder Verfafsungsurkunde vom 3. Sepk. 1791 in ein?einzige gesetzgebende Repcä-sintanttnkammer. Denjenigen Gehör gegeben hätte, welche nach dem Vorbilde Eng-lands ein HauS der Paus und eine Wahlrcpräsentation der Nation verlangten.Man behauptet nämlich, daß wenn man zwischen der ncnernngSsüchtigen Wahl-kammer, der SleUvcrlretcrin des sogenannten dritten Standes, und der Krone dieeidliche Autorität großer Gutsbesitzer und die Amtsauto,itat hoher Kirchenbeamtenemgeschoben hätte, diese beiden einen Damm gegen die herandrängenden Wogendes Volkes mit seinen Begierden nach Besitz und Genuß gebildet haben würden.Die Krone wäre dann m,l den Leidenschaften und den Federungen des Volkes nichtm unmittelbare Berührung gekommen; der Zorn und Haß der Menge, über dieVerweigerung ungestümer und ungerechter Wünsche hätte nickt die königliche Fa-milie getroffen. sondern zuvörderst die dazwischen stehende Aristokratie des HähernAdels »nd der Hähern Geistlichkeit, und die Regierung hätte auf einem gleichsamneutralen Standpunkte die Kräfte beider Theile in dem Kampfe mit einander sichetwas erschöpfen, die Leidenschaften austoben lassen, und dann ausgleichend; ver-mittelnd und vertäut,eno zwischen beide cintreten können. Auf diesem Wege würdes» langsam aber sicher vom Schlechten zum Mmdsrschlechten, vom Minderschlech-ten zum Guten haben fortschreiten können, sie würde billige Wünsche des Volkes»füllt und die Widersprüche der Geistlichkeit, der Aristokratie, der Corporativnen