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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1068
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Zweikammersystem

mit Hülfe der öffentlichen Meinung, welche von dem wissenschaftlich gebildeten-Theile ausging, aber durch den Wiederholt im Volke zur Macht wurde, beseitigthaben; sie würde aber mit Hülfe der Aristokratie und der hohem Geistesbildung

das Volk in den Schranken der Mäßigung erhalten haben. So überredet man sichdaß nur ein unglücklicher MiSgriff, vielleicht auch der persönliche Widerwille Lud!

wig XVI, gegen das Nachahmen englischer Einrichtungen, die Monarchie, ja darVolk selbst, in ein noch fortdauerndes und eben jetzt recht heillos gewordenes Ver-derben gestürzt habe, und daß alles anders geworden wäre, wenn man stall der al-ten drei ständischen Corporationen, der Geistlichkeit, des Adels und des Volkes,und statt sie in einer einzigen Nationalversammlung zu vereinigen, zwei Kammerngebildet hätte. Allein eS gehört nur etwas unbefangener Nachdenken dazu, umsich zu überzeugen, daß in der Lage, worin sich Frankreich vor dem Ausbruche derRevolution befand, mit einem solchen Mittel nichts mehr ausgerichtet werdenkonnte, theils weil dasselbe unzureichend war, um die großen innern Spaltungenzu lösen, theils aber auch weil Diejenigen, welche davon hätten Nutzen ziehensollen, nicht die Kraft und Geschieklichkeit besaßen, den rechten Gebrauch davonzu machen. Denn hätte die französische Regierung, d. h. der König und das Mi-nisterium, sich auf eine solche Höhe, als erfdderlich war, um über den Parteienund über der Bewegung zu stehen, erheben können, so hätte sie ja nicht nur diessäst eben so gut thun können, wenn die Parteien in eimr Versammlung gegen ein-ander standen, als wenn sie getrennt waren, scndern sie fand auch bereits die dreiStände von einander gesondert, und würde Jeden von ihnen mir Hülse der An-dern zum Nachgeben bewogen haben, wenn sie sich in eine unbefangene und rich-tige Mitte hätte stellen können. Vermochte sie dies aber nicht zur Zeit der Eröff-nung der Reichsstände, wo noch die alten Autoritäten vorhanden waren, so würdees ihr noch weniger gelungen sein, w,nn 179t, wo schon alles erschüttert war,der unglückliche Versuch gemacht worden wäre, aus den bereits wankenden Trüm-mern ein neues Oberhaus zu errichten. Adel und Geistlichkeit hatten sich ja ohne-hin den Neuerungen, die nom Volke ausgingen, mit allen Kräften widersetzt,waren aber überwältigt worden, und fernerer Widerständ war vergeblich. EinHauS der Pairs hätte 1791 dem Widerstände keine neuen Kräfte gegeben. DieParteien selbst gestalteten der Regierung keine neutrale oder vermittelnde Stellunginehr, welche diese nur im Anfange der Unruhen hätte einnehmen können, wennan ihrer Spitze, oder doch in ihrer Mitte, aber mit unbedingtem dictalorischen An-sehen, ein Man» von der außerordentlichsten Geisteskraft und festcm Willen ge-standen hätte. Es gibt zwei Hauptansichlen der französischen Revolution, die nochheure fortwirken, indem sie von der einen Seite als eine nothwendige Folge der in-nern Zerrüttung und der gerechten Beschwerden drs Volkes, von der »norm alseine durch Eigennutz und Unverstand absichtlich unternommcne Zerstörung eineswohlgegründeten RechlSzustandeS betrachtet wird; ein Begriff von Revolution,welcher noch jetzt festgehalten wird. So entgegengesetzt diese Ansichten auch sind,so treffen sie doch darin zusammen, daß nach beiden eine PairSkammer den AuS-bruch dcS ÜbeiS nicht häkle aufhalten können. Denn nach der einen würde dieseCorporation nur eine Vertrerung antisoclalcr Interessen gewesen sein, welche derRegierung, wenn sie alte Ungerechtigkeiten und MiSdräuchc abzustellen suchte, un-übersteigliche Unterlasse enrgegensitzen mußt»; nach der andern aber mußten d;eRegierung und die prioilegirten Stände gegen die Bolkspaiici verbunden scin, wiesie wirklich, jedoch ohne Erfolg, gethan haben, und die Volksparlei mußte ihreGegner also immer in beiden suchen, ES wäre daher völlig zwecklos gewesen, einePairSkammer dem Volke gleichsam als ein Trugbild hinzustellen, »nd e« glaubenzu machen, daß die Verweigerung der von der Wahlkammcr beschlossenen Refor-men von ihr ausgehe, die Regierung aber daran wenigstens zur Zeit keinen Theil

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