Zoologie 1059
Embryonen, von der Scheide ausgestoßen, gleichsam wie Schnecken in den Beutelkriechen und sich an die Zitzen anheften („Xnolagicsl svurual" Nr. 18). Hin-sichtlich der Lebensweise ward aber ein sonderbares Analogon mit den Vögeln ent-deckt, indem nach Gloger (,,I>lov» acta soc. Dcopolck.", Bd. 14) die Zwergspitz-maus (8orox iNinutu»), das kleinste der Säugethiere, ein sehr künstlich gefloch-tenes Nest in einiger Höbe vorn Boden zwischen Grashalmen erbaut. Nicht min-der ward der innere Bau und die Physiologie der Vogel in manchen Beziehungenaufgeklärt. Barkow machte in Mcckcss „Archiv" (18,'9) Mittheilungen überdas arterielle System, die Kloake und das JucubarionSorgan, Nitzsch über dieEaerulis, Parcel über das Stimmorgan („Hausscrions »k tke läunesu snciet^",Bd. 16), Schöps über die Muskeln und den Flug der Löge! (Meckel's „Archiv"1829), welchen letztem auch Chabricr zum Gegenstände seiner Untersuchungenmachte und mit dem Flug der Insekten verglich. Lund („Ile geucre Lupkouss",1820) zeigte, daß bei einer Gattung Singvögel, der in Amerika einheimischenEuphone, ein eigentlicher Magen fehle und durch eine Erweiterung dcS Darm-kanalS vertreten werde. Interessante Beobachtungen über das Verhalten der Far-ben der Vogeleier zur Lebensweise der Vogel stellte Gloger („Verhandlungen derberliner Gesellschaft", 1829) an. Auch die Wanderungen der Vogel wurden vonmehren Naturforschern, Brehm, Schlegel, Eckström, Wilhelm, Wright, Mag-nuS, Bree u. s w. beachtet. Zn Bezug auf die Reptilien sind ebenfalls wichtigeEntdeckungen gemacht worden. Wir erwähnen vor allen der von Meyer (Lotnsoc. Devpolck." und „Zeitschrift für Physiologie", Bd. .1) aufgefundenen HinternExtremität der Schlangen, über deren Deutung die Meinungen übrigens noch ge-theilt sind. Die Giftdrüsen der Schlangen sind vielfach untersucht worden, na-mentlich aber sind die Beobachtungen von Schlegel („>'nr» acts soc. Dcnpolcl.",Bd. 14), von Müller („I)e glaixlul. structuru"), von Duvernoy („ümuvlcs>lcs Sciences naturelles", 1832) zu erwähnen. Über die Entwickelung der Schlan-gen hat Herholdt in der dänischen „Literaturzeitung" (l83l), über die der Sala-mander Siebold („Oe 8»lamanckr!s et Drituuibns", Berlin 1828, 4.) Beobach-tungen mitgetheilt. Vrolick und Spittal, welche beide lebendige Chamäleons be-obachten konnten, geben über die merkwürdige Farbenwandlung dieses Thieres,welche besonders in frühern Zeiten unrichtig erklärt wurde, an, daß dieselbe vonder durch Ausdehnung der Lunge veränderten Haulspannung, von Lichtcffekt, vonder Gesundheit und physischen Kraft des Thieres herrühre oder darauf beruhe. —Die Anatomie und Physiologie der Fische ward einzeln wenig bearbeitet, für jeneaber finden sich eine Menge der gründlichsten Untersuchungen mitgetheilt in Cu-vicr's „8!st. naturelle lies ?oissuns". Kunzmann zeigte („Verhandlungen derberliner Gesellschaft", 1829), daß die Schuppen der Fische mehr Beachtung ver-dienen, als man ihnen bis jetzt geschenkt hat, indem sie gute Artkennzeichcn ab-geben dürsten. FlourenS aber beobachtete („ämnalas <>c» Sciences naturelles",Bd. 20) hinsichtlich der Respiration dieser Thiere, daß sie selbst im Wasser er-sticken, wenn man sie hindert die Kiemen gehörig zu öffnen, auch daß sie läng>r inWein als in freier Lust leben. — Hinsichtlich der Crustaceen haben Audouin undMilne Edwards viele Untersuchungen angestellt, und deren Resultate bekannt ge-macht, welche das Nervensystem, das Athmen und die Emulation betreffen. Überdie Art, wie diese stattfinde, hatte fast gleichzeitig auch der Schwede Lund Nach-forschungen angestellt, und kam dabei auf andere Ergebnisse als jene, sodaß nochmanche streitige Punkte aufzuklären sind. Selbst in der sehr Keinen vopknia8ima ward die Cirkulation von Gruithuisen („Acta sac. Denpoleliuae", Bd. 14)und Pertz („Isis", 1832) beobachtet, „über die Entwickelung des Flußkrebses"hat Rathke ein meisterhaftes Werk (Leipzig 1829, Fol.) geliefert, noch wichtigerfür die ganze Classe sind aber die Beobachtungen Thompson's, nach welchen die