1052 Zoologie
hält, nur sparsam und es haben auch hier wieder die Franzosen die Bahn gebro-chen. Denn wenn auch das früher der pariser Menagerie ganz allein gewidmeteWerk ins Stocken gerieth, so muß man doch Geoffroy's und Cuvier'S „Naturge-schichte der Säugethiere" als die Ergänzung und Fortsetzung betrachten. Auch inEngland hat man angefangen, Nachrichten über die in den dortigen Menageriengehaltenen Thiere zu veröffentlichen, so Harvey über die im Tower u, s. w. DieSammlung lebender Thiere, welche die zoologische Gesellschaft zu London zusam-mengebracht hat, verspricht einst wichtige Beiträge zu liefern. Von der kaiserlichenMenagerie in Schönbrunn, welche doch reich an Seltenheiten ist, erfährt mankaum mehr als die Namen neu angekommener Thiere. Die Mehrzahl der Mu-seen gehört gelehrten Gesellschaften an, und wir wollen daher auch hier beide soweitalS dies der Fall ist mit einander verbinden. Die Museen Wiens umschließen einengroßen zoologischen Reichthum, der auch schon eine bedeutende Quelle für die Wis-senschaft geworden ist, indem die Benutzung der verschiedenen Sammlungen mitgroßer Liberalität gestattet wurde. Besonders ist die Sammlung der Eingeweide-würmer, mit welcher sich vielleicht nur noch die berliner in die Schranken stellendürfte, vielfach benutzt worden. Die dortige reiche Reptiliensammlung lieferte denStoff zu Fetzinger's neuem System dieser Thierclaffe. Jetzt fängt man auch an,die Schätze, welche die Naturforscher Polst, Natterer u. s. w. aus Brasilien mit-brachten, dem Publikum in eignen Werken mitzutheilen und man muß nur be-dauern, andererseits sich aber auch wundern, daß dies nicht früher geschah. Auchbesteht in Ostreich die lobenswerthe Einrichtung, daß man in den größer» Städtentheils an sich, theils für die verschiedenen Bildungsanstalten Sammlungen, na-mentlich der Landeserzeugniffe, anlegt, und wir müssen in dieser Beziehung beson-ders Prag, Gräz, Pesth hervorheben, sowie wir zu bemerken nicht unterlassendürfen, daß der Erzherzog Johann seit Jahren alle einheimischen Thiere nachdem Leben abbilden läßt, eine ausgezeichnete Sammlung, welche eifrig ver-vollständigt wird. Die berühmten Jnsektensammler Dahl und Parrey in Wienbereicherten manches öffentliche und Privatmuseum aus ihren Vorräthen und mach-ten vielfache neue Entdeckungen. Können wir der baierschen Naturforscher Spipund Martins, als einer frühern Periode ungehörig, hier nicht gedenken, so dürfenwir doch das Münchner Museum nicht vergessen, indem die Werke, welche die brasi-lischen Thiere desselben beschreiben, jetzt eben bearbeitet werden. Das Museum zuFrankfurt am Main, bereichert durch Rüppell's Sendungen aus Afrika, ist durch denAtlas zu des Letztem Reife Vortheilhaft bekannt geworden. Am einflußreichsten fürdie Erweiterung und Vervollkommnung der Zoologie sind wol Berlins Sammlun-gen, welche an Reichthum im Allgemeinen jetzt nicht leicht einem andem in- oderausländischen Museum nachstehen. Ihre Benutzung wird mit der größten Libe-ralität gestattet, die Gegenstände selbst sind mit seltener Zweckmäßigkeit aufgestellt,die Bestimmung der Gattungen und Arten streng kritisch, und Männer wie Lich-tenstein, Klug, Rudolphi ermunterten durch ihre Lehren so manchen Zögling derdortigen Universität, irgend einen dunkeln Gegenstand mit Hülfe der ihnen zu Ge-bote stehenden Präparate zu beleuchten. Es erscheint daher so manche gehaltreichezoologische oder vergleichende anatomische Dissertation in Berlin, daß wol mit Aus-schluß der schwedischen Universitäten, keine andere deutsche dieser sich darin gleich-stellen kann. Eine an sich scheinbar unbedeutende Schrift: „Verzeichnis derDoubletten des zoologischen Museums zu Berlin" (1823), gab schon früher einenBegriff von dem Reichthum dieser Sammung, aber neuere Werke von Lichtenstein(„Abbildungen von den Säugethieren"), Ehrenberg („8z-md«lae^ nebst vieleneinzelnen Abhandlungen in Gesellschafrs- oder Zeitschriften, geben einen Begriffvon den Schätzen derselben, besonders auch in einzelnen Zweigen, überdieshelfen die dortige Akademie der Wissenschaften durch Prcisaufgaben, die Gc-
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