Zoologie I05Z
sellschast naturforschcnder Freunde die Zoologie noch auf manche Weise fördern.Jene wickle namentlich auf eine richtige Systematik durch die Aufgabe von1829 hin, eine Classisicalion der Insekten nach den Larven so aufzustellen, daßsich nach dieser wenigstens die Familie des vollkommenen Insekts bestimmen! lasse. Ein anderes Museum !m preußischen Staate von größter Wichtigkeit ist dasder Petrefaetcn zu Bonn. Gvldsuß, der durch ein Weck mit höchst vollendeten Ab-bildungen die Schätze desselben bekannt macht, hat den sehr zweckmäßigen Weg ein-geschlagen, immer die lebenden Formen vergleichungSweise mit den urweltlichen zu-sammenzustellen und bereits ist dadurch die Kenntniß der Strahlthiere, der Koral-len sammt ihrer Systematik bedeutend gefördert worden. Gravenhorst hat einen^ Anfang gemacht, den wichtigsten Theil des breslaucr Museums, die Reptilien. (,,0«ckcin<- musoi ruolog. Vrntlslirviimsis", Leipzig 1829), zu bearbeiten. Endlich
müssen wir dcS Cabineis zu Gotha gedenken, wegen der demselben einverleibteni Schmid'schen Conchiliensammlung, welche dem Publikum durch eine frühere Ar-
^ beit des ehemaligen Besitzers schon als eine der reichsten bekannt ist, über welche
wir aber demnächst von Möller Ausführlicheres zu erwarten haben. Von Privai-sammlungen können wir nur der Molluskensammlung Mcnke'S in Pyrmont geden-ken, deren Reichthum durch ein höchst wichtiges Werk (,,8)-oopsis metkockics mol-lu-curuw", 2. AuSg., Pyrmont 1830) bekannt wurde. Was sonst von öffentlichenund Pcivatsammlungen in Deutschland besteht, selbst wichtige, müssen wir üder-gehn, insofern allgemeine Mittheilungen darüber nicht bekannt geworden sind.Nur erwähnen wollen wir der Sammlung Brehm'S (s. d.) von europäischenVogeln, da das Vcrzeichniß derselben gewissermaßen in dessen „Raturgeschichte allerVogel Deutschlands" Ilmenau 1831) besteht. Von den Museen Italiens hatBrown in seinen Reisen Einiges mitgetheilt. Das Museum im llurelia eies pluu-- tes zu Paris macht seine Merkwürdigkeiten noch immer in seinen Annalen (,,^iou-
! eclics Knu-lles ein riascc", Paris 1832 fg., 4.) blkannt. Von Privatsamin-
> lungcn haben wir nur die Jnsektensammlung des Grafen Dcjean zu nennen,deren Käfer in einem großen Werke („Species gen. eles coleopteres") be-schrieben werden, welches bis jetzt schon sechs Octavbände füllt; der ganze Katalog,dessen zweite Auflage eben erscheint, war schon in der ersten, als systematischerÜberblick dieser Jnseklenordnung und wegen der kritischen Synonymik ein geschätz-tes Handbuch für Entomologen. Die Museen Englands, namentlich die londo-ner, reichlichen Zuwachs aus allen Theilen der Welt erhaltend, waren wegen derLiberalität, mit welcher sie den besuchenden Naturforschern zur Benutzung geöff-net werden, eine reiche Quelle für die Herausgabe mancher Wecke; eigens ihnenbestimmte sind uns jedoch nicht bekannt geworden.' In welchem Maße aber diedortigen Sammlungen wachsen, wollen wir nur mit einem einzigen Beispiele be-legen. Die zoologische Gesellschaft in London ward am 29. Apr. 1826 gestiftet;s imJahre 1828 war ihre Einnahme 12,358 Pfund Sterling, im Jan. 1829 zahlteste in ihrer Menagerie, welche in dem ruulogicul llnrrlen sich befindet, 430 Säu-geihierc und Vögel, im Museum aber 600 Arten Säugethiere, 4000 Vogel,1900 Reptilien und Fische, 1000 Crustaccen und 30,000 Insekten. Nament-lich aber findet sich in diesem Museum Manches, welches dem pariser fehlt, das imAllgemeinen doch wol als das vollständigste betrachtet werden kann, da die Regierungkeinen Auswand für dasselbe scheute und Euvier Alles kaufen konnte, was nur käuf-lich war. Nächst dem Museum der zoologischen Gesellschaft inLondon ist ein ande-res noch als besonders reich zu erwähnen, das der ostindischen Compagnie. Bisletzt sind davon — einzelne Mittheilungen in Zeitschriften ausgenommen — nurdie Lepidepteren, welche sich in demselben befinden, bekannt gemacht worden (Hors-sielb s „ü.cpi<lupleiaus insects cvutame«! in tü« collectiou ps tiie Last Inckia
owpitn)-", London 1829, 4.). Von dem reichen Museum in Uxsala theilte