Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1037
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Zeller (Karl August)

und gesegneter als nie in seinem Leben. Wie Franke hat er nicht seinen Vortheil,sondern nur das Gedeihen des Werkes gesucht, zu welchem er sich berufen sah unddessen er über alle Erwartung sich erfreut; denn schon 1828 haben über 12,000Besuche aus allen Ländern Europas, aus Afrika und Amerika ihm bewiesen, daßsein Z weck, wie seine Mittel, lebhafte Theilnahme geweckt und gesteigert haben.Seine Schriften sind außer alljährlichen Berichten über seine Anstalt:Lehren derErfahrung für christliche Land- und Armenschullehrcr" (in 3 Bände») undein Monatblatt, das die Stelle eines Briefwechsels mit den bereits entlassenenZöglingen und zahlreichen Freunden und Beförderern seiner Anstalt vertrat. Daßdiese Schriften sehr verschieden beurtheilt worden, ist sehr natürlich und nicht an-ders zu erwarten. Wer ihn nicht persönlich kennt, die Erfolge seines Wirkensnicht In der Nähe beobachtet und für die Grundlage desselben, seinen Glauben,keinen Sinn hat, mag immerhin geneigt sein, ihn als einen Schwärmer zu be-dauern; denn verachten kann ihn Keiner, der seine Gesinnung und seine, demSchwärmer so wenig angemessene Beharrlichkeit kennt, die solche Früchte getragenhat. Daß seine Schriften in den zahlreichen, sogenannten Missicnsvcreinen inStädten und Dörfern gelesen und Jenen, deren warme Phantasie sie so leicht aufgefährliche Irrwege und zum Separatismus ableitet, eine wohlthätige praktischeRichtung gibt, daß er ungcmein faßlich schreibt für Leser aus den untern Ständen,daß er durch geistreiche Darstellung auch die Gebildeten befriedigt, darf gleichfallsnicht übersehen werden. Er lebt des Glaubens, daßalle Pflanzen, die der himm-lische Vater nicht gepflanzet hat, ausgereutet werden." Auch hatder Tag eS be-reits klar gemacht, welcherlei sein Werk sei und daß er weder Holz, ncch Heu, nochStoppcln, sondern Gold und Silber und Edelstein auf jenem Grund erbauet hat."(1 Kor. 3, 12.). (8H

Zeller (Karl August), preußischer Oberschul- und Regierungsrath, des Vori-gen Bruder, geboren den 15. Aug. 1774, ward in theologischcnBildungsanstalten sei-nes Vaterlandes vorbereitet, und erhielt 1798 einen RufalsErzicher und zweiter Pre-diger der evangelischen Gemeinde zu Brunn. Er reiste 1803 nach Burgdorf, wo ebeneine Menge lernbegieriger Männer in Pestalozzi's aufblühender Anstalt versammeltwar. Ein Antrag der Familie von Palm, ihren Sohn auf Reisen zu begleiten,veranlaßte ihn, im Winter 1804 zu Tübingen eine Armenschule zu errichten,worin Pestalozzi's Lehrmittel sich erproben sollten und eine Sonntagsschule, wozueinige von seinen brünner Schülern ihn auffoderten. Beide sind beschrieben in ei-ner Schrift, die, der Fürstin Pauline von Detmvld zugeeignet, einen vieljährigenBriefwechsel mit ihr veranlaßte, Sie ertheilte ihm den Rathscharakter und hateinen entschiedenen Einfluß auf seine Schicksale behalten. A. nahm 1805 den Rufals Pfarrer und Lehrer am Gymnasium zu St.-Gallen an, und lernte 1806 inZürch den Rathsherrn Rusterholz kennen, der sich erboten hatte, sämmtliche Land-schllllehrcr des Kantons in Schulmeisterschulen zu unterrichten. Z. fand ihn aufdem Siechbette, seine Mittel aber für den ungewöhnlichen Zweck gewöhnlich, ;azweckwidrig. Gerührt von der Klage des Kranken, daß er sterbe, bevor er sei» Zielerreicht, willigte A. ein, an seiner Stelle das Mögliche zu versuchen, und die Can-tonsbchörde genehmigte seine Theilnahme. Im 1.1806 wurde der erste CurS mir3k> Männern von einer Commission des Erziehungsraths unter dem Vorsitze desjetzigen Antistes Geßner eröffnet. Die dem Ganzen der Schulzucht gewidmeteLehrstunde veranlaßte Z.'sSchulmeisterschule" (3. Ausgabe Königsberg 1817),welche die wesentlichen Bedingungen einer wohlgeordneten Schule, Kinderäm-ier, Elaffenbeschästigung durch Mitschüler, kurz, eine Schulversaffung ent-wickelt hat, als ein Bell-Lancaster in Deutschland noch unbekannt war. Nachwohlbestandener Prüfung dieses Curses wurden 7000 Fl. zur Bestreitung der Ko-ste» angewiesen, Pestalozzi's Aahlenlehre eingeführt, der Druck der von 3. verfaß-