IO34 Zeitungen und Zeitschriften
welche, wenn auch nicht einig und stark, dach einige freimüthige Sprecher hatunter weichen der „^rgos" feit einigen Jahren viel Einfluß gewonnen, währendseit 1831 die Zeitung „körlerneslanelet" die ministeriellen Interessen mehr heftigals gewandt und verständig verfocht. In Östreich ist der „Östreichische Beobach-ter", seinem frühem Charakter treu, noch immer das einzige Blatt von politischerBedeutsamkeit. Rußland hat ziemlich viele Zeitungen. Die „Karotte ,Ie 8t.-?ctersbonrg" ist eine Hof- und StaatSzeitung, und bei dem großen Einflüsse derrussischen Politik eine bedeutende Stimme. Die übrigen Blätter, die von mehrenansehnlichen Städten ausgehen, beachten hauptsächlich die innern Verhältnisse desLandes, und sind in dieser Beziehung sehr schätzbare Quellen, z. B. die „NordischeBiene". — Das türkische Reich hatte schon früher in dem von einen Franzosenherausgegebenen „kourrior 6e 8m)rne" eine Zeitung, welche die Interessen derPforte eifrig verfocht, bis endlich auch in Konstantinopel eine amtliche Zeitung be-gann, eine Erscheinung, die zu den Bestrebungen des Sultaps gehört, in der An-näherung zu den gesellschaftlichen Einrichtungen Europas eine Stütze des wanken-den Reichs zu suchen. Der Wicekönig von Ägypten hat bereits 1829 eine Zeitungin Kahira erscheinen lassen. (S. Ägypten ) - <' -7
Haben wir bei der Betrachtung der politischen Journalistik, als eines wich-tigen Elements der neuem Civilisation, länger verweilen müssen, so wird eS ge-nügen, auf die nichkpolitischcn Zeitschriften nur einen allgemeinen Blick zuwerfen, und die Richtungen anzudeuten, die hier hervorgetreten sind, indem wiruns auf den angeführten Artikel Zeitungen (Bd. 12), und Literaturzei-tung en (Bd. 6) beziehen, wo außer den ältcm auch die meist noch fortbestehen-den neuern Zeitschriften dieser Art genannt worden sind. Unter den drei Classenvon Zeitschriften, den dar größere Publicum durch Mannichfaltigkeit des Jnhaltsanziehenden, oder den UnterhaltungSblättern, den für einzelne Zweige des Wis-sens bestimmten und den kritischen Zeitschriften, ist die erste Classe in der deutschen,englischen und französischen Literatur am rahlreichsten. In Deutschland habendie r nterhaltenden Zeitschriften seit einer Reihe von Jahren immer mehr die Formvon Tagblättem angenommen, die wol in keiner andem Literatur so zahlreich sind.Wird dadurch die Verbreitung in einem weiten Leserkreise gefördert, so möchte dieseForm doch häufig einer sorgfältigen Auswahl des Stoffes im Wege stehen. Gradedarin mag das kurze Leben mehrer seit einem Jahrzehend entstandenen Blätter unddas kränkelnde Aussehen mancher bestehenden seinen Grund haben. Das „Mor-genblatt", „Der Freimüthige" mit dem „Le'liner Conversationsblatt" vereinigt,von Wilhelm Häring (Willibald Aleris) redigirt, die „Zeitung für die eleganteWelt", von 1833 bis zum Jul. 1834 von Heinrich Laube geleitet, die „Abend-zeitung", der „Gesellschafter" sind noch immer die gelesensten Blätter. Unter denneuern ist eins der reichhaltigsten „Das Ausland". Die „Literarischen Blätterder Börsenhalle" haben eine verwandte Tendenz und schöpfen, wie jene Zeitschrift,meist aus fremden Quellen. Das mit der „Preußischen allgemeinen Staatszeitung"seil 1832 verbundene „Magazin für die Literatur de< Auslandes" verdient Auszeich-nung. Es wäre vielleicht ein glücklicher Versuch, auch in Deutschland zu der InEngland noch immer beliebten Form von Monatschriften zurückzukehren, die dortin den „blagarmos" noch immer Zuwachs erhalr-n. tS. Englische Litera-tu r.) Auch die zuerst von der vielfach thätigen Gesellschaft zur Verbreitung nütz-licher Kenntnisse angelegten „ponn/ blagsrinos", deren jetzt in England, Schott-land und Jrlgpd mehre erscheinen sind Wochenschriften. Sie haben in ihrer ur-sprünglichen Heimat eine beispiellose Verbreitung erlangt, und auch in Deutsch-land in Pfennig- und Hellermagazine umgeprägt, ein großes Publikum gefunden.In den Bereinigten Staaten find ähnliche Nachbildungen mit Erfolg aufgetreten.WaS auch die Folgen der Ü ersüllung des Marktes sein mögen, diese wohlfeilen