Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1011
Einzelbild herunterladen
 

«bdj,.»

> deeiv ..chiüL

"«As.

»ö«y

»sf!»i«

t«d>i

iiziibe

>UA

>m,L

tz«»^

stqid,>1 ülüMstM»s-eide

>*»»

,»iu

DWj

chilm

M'

Würtsmberg (Friedrich Paul Wilhelm, Herzog von) 101 l

rath Hcrdcg'en, einem tüchtigen und beredten Geschäftsmann, übel genommen, daß«sich zu nachgiebig benommen und zu gefälliger Formen sich gegen die Kammerbedient habe, und dem Staatsrath Schlager trotz seiner hochfahrenden Theorienvon Regierungsgewalt, wozu er als Hauptsprecher des Cabinets bei jeder Gelegen-heit sich bekannte, es nicht verziehen, daß er die Ablösung betreibe. Mehrfach ver-bleitet« Gerüchte von einem Ministerwechscl im aristokratischen Sinn haben sich in-des nicht bestätigt und sind auch nicht wahrscheinlich, da ein Ministerium mit ei-nem Mediatisirten an der Spitze weder dem Interesse des Landes noch den Begrif-fen des Königs von angestammter Gewalt zusagen kann. (1.00)

Würtemberg (Friedrich Paul Wilhelm, Herzog von). Dieser geist-volle und gelehrte Fürst, berühmt durch seine wissenschaftlichen Reisen in Amerika,Sohn des Herzogs Eugen von W. und Neffe König Friedrich'S I. von Würtem-berg, ward am 25. Jun. 1797 zu Karlsruhe in Schlesien geboren und am Hofe seinesköniglichen Oheims zu Stuttgart erzogen. Eine gründliche Jugendbildung leiteteihn frühzeitig zu historischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Studien,welche in reifern Jahren seine Reiselust rege machten und einem bestimmten Zielentgegenführten. Nach zurückgelegtem 25. Lebensjahre entschloß sich der Herzogzu seiner ersten Reise nach Amerika, segelte am 17. Oct. 1822 mit einem amerika-nischen Schiffe von Hamburg ab, und lief nach einer stürmischen Fahrt von 58Tagen am 13. Der. in die Mündung des Mississippi ein. Er segelte diesen Stromaufwärts, und gelangte am 21. Dcc. nach Neuorlcans. Hier verweilte er biszum Januar 1823, machte dann einen Abstecher nach des Insel Cuba, derenInneres ihm offen stand, ein Glück, das bei dem Argwohn der spanischen Regie-rung selten ist, und das der Herzog nur mit A. von Humboldt theilte. Er benutzte«inen zweimonatlichen Aufenthalt, um jenes Eiland genauer kennen zu lernen.Nach Neuorleans zurückgekehrt, bestieg er im März 1823 das Dampfboot Feli-äana und verfolgte den Mississippi stromaufwärts bis St.-Frar<isville, machteAusflüge zu Pflanzern in der Umgegend, die ihm reiche Ausbeule seine na-lurhistorischen Sammlungen gewahrten, und reiste dann mit einem schnell-segelnden Dampsboote im April über Natchez weiter zur majestätischen Mün-dung des Ohio. Der Herzog befuhr diesen Strom, dessen köstliche User,voll üppiger schön bebauter Hügel und Thäler einen glänzenden Contrastmit der flachen Urwaldwildniß der Mississippiufer bilden. Er verfolgte denOhio bis Louisville; fuhr auf dem Dampsboote Cincinnati nach der Mün-dung dieses Stromes in den Mississippi zurück, und den letztem Fluß aufwärtsnach St.-LouiS, an manchen Naturwundern vorüber. In jener Stadt, woer sich der gebildeten und geistreichen Gesellschaft sehr erfreute, fand der Her-zog die herzlichste Aufnahme bei dem rühmlichst bekannten General WilliamClarke, durch dessen Anstrengungen die Länder- und Völkerkunde so viel gewonnenhat und welcher als Generalintendant aller indianischen Horden im Nordwesten»lcht nur einer der angesehensten Beamten des nordamcrikanischen Staatcnbundes,sondern auch der Wohlthäter jener unglücklichen Ureinwohner ist, welchen sie wie"neu Vater verehren. Der Herzog war Zeuge einer Audienz, die der General einerMsandtschast der Ponlowatomi-Jndianer gab, und lernte nachher deren Häupl-Junaw-schee-wome (der Strom des Felsens) und einen der erster KriegerMuk-ke-te-pakee (das schwarze Rebhuhn), persönlich kennen. Bei St.-Louis besuchteu noch die merkwürdigen Tumuli, deren Entstehung längst verflossenen Jahrhun-vulen und einem untergegangenen Volke anzugehören scheint, und die Stalakti-ffchohlen. Dann begab er sich auf schlechtem Landwege nach St.-Charles an dieluudung des Miffourp. Hier bestieg er am 15. Mai das von der sranzösischeckd^ygcsellfchaft (jetzt Awericsn s»r compan;') für ihn ausgerüstete Schiff," fuhr den Miffourp hinan, an der Mündung des Osagefluffes, und der des Flus-

61 *