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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1012
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10!2 Würtemberg (Friedrich Paul Wilhelm, Herzog von)

f»s la peilte könne komme vorüber, auf welchem Wege dem Reisenden ein indiani-sches Fahrzeug begegnete und ihn begrüßte, welches 20 wohlbewaffnete nackte India-ner vom Ayowastamm an Bord hatte, die kamen,um ihren Vater im großenDorfe der langen Messer zu besuchen und mit ihm zu rauchen", d. h, mit GeneralClarke in St.-Louis zu unterhandeln Ihre Häuptlinge hießen der Kranich undder Dieb. Auf dieser Fahrt sah der Prinz an den letzten Felsen des ManitougebirgeS echt indische Malerei, die einiges Licht aus die rohen Religionsbegriffe der in-dianischen Urvölker zu werfen geeignet ist. Von dem armseligen Städtchen Frank-lin an reiste der Herzog unter vielen Mühseligkeiten mehr zu Fuße als zu Wagenbis an den Kanzaslluß und kam auf diesem Wege an die Schwelle der Urvölker, zurHütte eines Natursohns, des Grand Louis, eines gewaltigen Jägers. Er unter-suchte vom 2t. Jun. an auf einer Piroge (einem aus einem hohlen Baumstammzusammengefügten Fahrzeuge) die Mündung des hier über 80 Fuß breiten, klarenaber trägen KanzaSflusses und kehrte eben zu seinem jetzt nachgekommenen Bootauf dem Miffoury zurück. Nach einer monatlangen Fahrt während unerträglicherHitze erreichte der Herzog daS Fort der Councilbloofs, dessen Besatzung abwesendwar, den bösen Stamm der Rikaras zu bekämpfen. Diese Truppensendung be-nutzte der Reisende, um seinen Weg gesichert weiter fortzusetzen; er gelangte glück-lich zur Factorei Pilshcr und am 19. Aug. an den breiten und reißenden Fluß Lau cpücourre, einem der größten von Westen in den Missourp mündendenStröme. Pouka-Jndianer brachten ihn glücklich über di.s.n Strom zu ihrem Häuptlinge Chuke--Gache, der ihn mit Freundschaft überhäufte und sogar einen todtkranken Dienerdes Herzogs zur Pflege übernahm. Die Reise wurde nun dis zum weißen Flussefortgesetzt, und der Herzog von befreundeten Sioux-Jndiancrn bis zum Fort Pilsherzurückgeleget; nach seiner Rückkehr zu den Councilbloofs besuchte er unter militai-rischer Begleitung sämmtliche Horden der PaniS und kehrte dann nach St.-Louiszurück, wo er den Cincinnati bestieg, der aber bei St.-Genevieve verunglückte,so daß der Herzog sich erst im Jan. 1824 aus einer Brigg nach Frankreich ein-schiffen konnte und am 17. Febr. 1824 endlich Havre d- grace erreichte.

Von 1824 bis zum Frühjahr 1829 bereiste der Herzog einen großen TheildeS südlichen Europa«, namentlich ganz Italien und Sicilien. DaS Frühjahr1829 benutzte er zu einer Reise nach Spanien, dessen viele naturhistorischen Schätzeund Sammlungen den meisten Naturforschern noch verborgen sind. ES schien ihmnothwendig, das Mutterland kennen zu lernen, um die spanischen Nachkömmlingein der neuen Welt gehörig beurtheilen zu können. Hierauf schritt er zu seiner zwei-ten überseeischen Reise, schiffte sich am 24. Jun. 1829 zu Bordeaux auf einemfranzösischen Paketboot nach Haiti ein, und erreichte, durch Stürme und widrigeWinde zu großen Umwegen genöthigt erst am 7. Aug. Port au Printe. Seine Ercur-sionen in das Innere dieses Eilands wurden durch die liebevolle Berücksichtigung,welche ihm von Seiten deS Präsidenten Boyer zu Theil ward, außerordentlich er-leichtert; ein Schatz von naturhistorischen Beobachtungen und eine sehr bedeutendeAusbeute krönte diese Reise. Erst im Nvv. verließ er die Insel, besuchte die Kü-sten von Jamaika und die kleinen, beinahe ganz mit Kokospalmen bedeckten Kai-maninscln, und erreichte nach einem heftigen Sturme NeuorleanS am 20 . Nov.1829. Der Herzog beschleunigte nun seine Reise nach St.-Louis, und trat in derungünstigsten Jahreszeit, mitten im Winter, seine Wanderung zu Lande in dasNordwestliche Gebiet an, nahm seinen Weg über Sl.-Charles und Franklin nachder Jndependance und im Jan. 1830 der an der äußersten weißen Bevölkerung be-findlichen Factorei der amerikanischen Pelzhändlergesellschast. Auf sehr beschwerli-ch m Landwege und von den Ayowa-Jndiancrn bedroht, erreichte er die Council-kloof« und die Factorei der Oto'S am 28. Jan., und nach langem, einsamenMarsche den Lau ezm courre, über welchen noch nicht zugefrorenen Strom er von

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