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Vierter Band (1834) S bis Z
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882
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882 Wangenheim

hatte; doch gab ,'hm die Anschauung der dortigen Verhältnisse bald ein andere»Bild, als er sich in Gedanken entworfen hatte. Die Aufnahme, die er dort fandwar nicht eben cimuthigend; er aber ließ nicht« unversucht, um seiner Regierungund sich selbst ein begründetes Vertrauen zu erwerben, was ihm mit Hülse einesbefreundeten College» auch unerwartet schnell gelang. Er wurde immer häufiger inCommissionen gewählt. An angestrengtes Arbeiten von Jugend auf gewöhntkonnte er darin mehr leisten, als man erwartete. Sein Fleiß, sein Rechtfinn unddie Unabhängigkeit, -welche ihm seine Regierung in Beziehung auf alle vorbereiten-den Geschäfte gestattete, machte ihn namentlich zu einem gleichsam ständigen Mit-gliede der in manchen Zeitpunkten hochwichtigen Reclamationscomniisfion. WennW. in dieser Commission in manchen Fällen Unzufriedenheit erregte und Beschwer-den anderer Regierungen veranlaßte, wie z. B. wo es sich um die Anwendung desArtikel 3V der wiener Schlußacte, oder um Streitigkeiten unter Bundesgliedem,oder auch um Zwistigkeiten zwischen solchen und den landständischen Bertretemhandelte, so ließ ihn seine Regierung, wenn sie auch zuweilen mit dem Ausdruckeseiner Vortrage sich nicht zufrieden erklärte, doch nie ohne kräftigen, oft sehr geist-reich motivirten Schutz.

EinigerNotamina" wegen, welche W. in dem Militärausschüsse vortrug,wurde er von einer Bundesregierung beschuldigt, bundeSverfassungswidrige Ge-sinnungen und Plane aufgestellt zu haben, und er richtete dagegen eine seitdem vonihm in seiner neuesten Schrift veröffentlichte Vertheidigung an den Fürsten vonMetternich, als den instruirenden Minister des.präsidirenden Hosts. Indessenwurde die Stimmung nicht blos gegen W., sondern auch gegen dessen Re-gierung außerhalb der Bundesversammlung stets herber und der Vortrag W.'süber die Beschwerde des westfälischen Domainenkaufes gab nur die Veran-lassung, ihn im Jul. 1823 durch einen andern Gesandten am Bundestage zuersetzen. Seit seiner Penfionirung hat W. theils in Dresden mit interessantenMenschen, auch Diplomaten, theils in Koburg, wo seine Gattin ein kleinesBesttzthum, er selbst aber altbewährte Gönner und Freunde hat, in völligerAurückgezogenheit nur den Wissenschaften und der. Zeitgeschichte gelebt. Erbesuchte 1830 Würtemberg mit Vorwissen des Königs, und erfreute sich einigeMonate hindurch des Umgangs mit alten und neuerworbenen Freunden. Seinejüngste Schrift, welche die Grundlage dieses Aussatzes bildet, gibt ausführlicheNachricht über seine, >m Dec. 1831 erfolgte, durch mehre Umstände merkwür-dig gewordene Wahl zum Deputirtcn des würtembergischen OberamtS Ehingen indie Kammer der Abgeordneten, in Folge deren er im Frühjahr 1832 nach Wür-temberg kam, der Versammlung in Voll beiwohnte und vor Eröffnung der Stände-versammlung (im Jan. 1833) in Stuttgart eintraf. Jene Wahl wurde aber aufden Grund einer Verfassungsbestimmung hin, aus welcher gefolgert wurde, daßdie Wahl zum Abgeordneten nur auf einen im Königreiche wohnenden Staatsbür-ger fallen dürfe, angefochten und in der Sitzung der Kammer der Abgeordnetenvom 11. Febr. mit 43 Stimmen gegen 37 für ungültig erklärt. In der sehr leb-haften Debatte stimmten Gegner und Freunde der Wahl in der Anerkennung vonW.'s edler Persönlichkeit überein, und der die Wahl als Minister bekämpfende De-xartementschef des Innern, StaatSrath vonSchlaper, dereinst seine StaatSdie-nerlaufbahn unter und in W.'s Ministerium begonnen hatte, sprach, mit Rück-sicht auf den Vortrag eines Oppositionsdeputirten, die Worte:Es wird wolNiemand in der Kammer sein, dem ich nachzustehen habe, den Freiherr» von W.in Beziehung auf Kopf und Herz als einen in hohem Grade ausgezeichneten Mannanzuerkennen." Und Ludwig Uhland, im alten Verfassungskampfe W.'s P°l>t>-scher Gegner, schloß seinen ausführlichen Vortrag zu Gunsten der Wahl mit fol-genden schönen Worten:Gibt es nicht auch «in geistige« Heimatsrecht, da« nicht

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