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Walther
zeichnete sich schon früh durch seine dichterischen Leistungen so sehr aus, baß dieschwedische Akademie ihm seit 1803 dreimal ihre größte goldene Denkmünze ver-lieh. Seine ersten Dichtungen bestanden theils aus gereimten Übersetzungen latei-nischer Dichter, theils aus Originalen, weist didaktischen Inhalts. Man fanddarin Leichtigkeit, Anmuth, poetische Sprache, aber nicht Poesie selbst. AIS aberW. 1806 Geistlicher geworden war, nahm seine Muse eine andere Richtung. Ergab seitdem Psalmen heraus, anfänglich mit Voraus, später mit Fransn, zuletztallein. Nach 1809 versuchte man mancherlei Veränderungen im Kirchenwesen.Statt aber mit der Bibel den Anfang zu machen, ging man zuerst an den Kate-chismus und das Ritual. Die Umarbeitung geschah mit großer Uebereilung unddas neue Werk erhielt eben so übereilt die königliche Genehmigung. Nur der Kate-chismus war weniger mangelhaft, weil die Grundlage vonÖdmann (s. d.) her-rührte. Dann kam die Reihe an das Gesanglluch und die Bibelübersetzung. ZurUmarbeitung deS Gesangbuchs ward ein Ausschuß gebildet, der meist aus den dich-terischen Mitgliedern der schwedischen Akademie bestand, welcher auch W seit 1810angehört. Es erschien eine Probe der neuen Bearbeitung. Die alten Kernliederwaren theils auSgemärzt, theils verwässert, und die neuern bestanden größtentheilSaus gereimter Prosa oder sentimentalen schwülstigen Floskeln und es fanden sichnur wenige Spuren von dem Ernst und der Tiefe eines Kirchenliedes. Die altenLeute und die sogenannte neue poetische Schule sprachen laut dagegen; aber dieÜbrigen waren zu sehr von der glatten Sprache eingenommen und der alte wohl-meinende Erzbischof Lindblom brannte vor Begierde, seinen Namen auf dem Titelzu sehen. W., schon 1811 Mitglied des Ausschusses, schien anfangs in seinenAnsichten zu schwanken, endlich aber entschied er sich bestimmt für dasFesthalten amAlten und suchte seine Ueberzeugung in dem Ausschuffe durchzusetzen. Als er gro-ßen Widerstand fand, gab er selbst ein Gesangbuch heraus, worin er so viel alsmöglich von den alten Liedern aufnahm und nur der Sprache durch leichte Verän-derungen nachhalf. Er traf eine weise Auswahl aus den zahllosen, dem Ausschuffezugeschickten Psalmen, und fügte einige von ihm selbst gedichtete Lieder voll Sal-bung, Wärme und Kraft hinzu. Die ganze Nation nahm das gelungene Werkmit lautem Beifall auf, doch bedurfte W. der ganzen Kraft seines EharakterS, seineAnsicht bei den Schöngeistern durchzusetzen, und vieler Gewandtheit, um den Erz-bischof umzustimmen. So wurde das schwedische Gesangbuch, vielleicht daS bestein der ganzen protestantischen Kirche, zu Stande gebracht. Wie viele Verdienstesich W. bei der Anordnung der Choralmelodien erwarb, ist in dem Artikel Häff-ner angedeutet worden. W. ist Schwedens größter Kanzelredner. Sein Vertragist durch erschütternde Bercdtsamkeit und Kraft ausgezeichnet. In diesem Geistesind seine zerstreut herausgegebenen Predigten und seine Religionsreden, von wel-chen 1831 der erste Theil erschien. Seine Verdienste verschafften ihm schnelle Be-förderung zu den höchsten kirchlichen Würden. Die erste Stufe betrat er, als er1809 Lehrer der Theologie an der Kriegsschule zu KarlSdorg wurde und zughichein Pfarramt erhielt. Schon 1812 kam er als Prediger nach Stockholm und er-hielt zugleich den Auftrag, dem Prinzen Oscar Religionsunterricht zu ertheilen.Er wurde 1818 Domprobst zu WesteräS, 1821 Obcrpfarrer an der Großküche zuStockholm, 1824 Ordensbischof und Komthur deS Nordsternordens und 1830Obcrhofprediger und Vorstand des Hofconsistoriums. Seit 1812 hat er als geist-licher Deputirter allen Reichstagen beigewohnt und wurde zu allen Ausschüssen, d>emit seinem Berufe in Verbindung standen, gewählt. Er wurde 1833 zum Bi-schof von Linköping bestimmt, lehnte jedoch diese Würde ab, die darauf der BischofHedren von Wermeland erhielt. (6)
Walther (Philipp Franz), bairischer wirklicher Geheimrath, Professorder Chirurgie und Augenheilkunde und Dirertor des chirurgischen und Augenkran-