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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
875
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Waiblingrr 875

Waiblingcr (Wilhelm Friedrich), ein früherblühtes und frühgewelkteSDichtertalent, ward am 21. Nov. 1804 zu Heilbrenn geboren, «o sein Vater beid,r damaligen würtembergischcn Landvogtei angestellt war. Der Vater wurdejggtz als Buchhalter zur Gemeindeverwaltung in Stuttgart versetzt, und hierKrale W im fünften Jahre in der Schule des Waisenhauses die ÄnfangSgründeder deutschen und vom siebenten Jahre an im Gymnasium die der lateinischenSprache. Die abermalige Versetzung seines Vaters nach Reullingen, wo derselbe18>7 als Revisor bei der Areisregierung angestellt'wurde, führte auch den 13jah-agen Knaben in diese Stadt, wo er den Unterricht in der lateinischen, griechischenund hebräischen Sprache genoß. Im Frühjahr 1819 wurde W. nach Urach zudem dortigen Oberamtsrichter geschickt, weil die Ältern ihn zum Studium derRechte bestimmten. Allein der Knabe wollte nichts als Gedichte machen, und seinVorgesetzter ricrh nun dem Vater selbst, da sein Sohn zu etwas Anderem bestimmtscheine, denselben das obere Gymnasium in Stuttgart besuchen zu lassen, wo erauch im Spärjahr 1819 aufgenommen wurde. Hier entdeckte sich seinen Lehrernbald sein poetisches Talent, aber auch eine glühende Begierde nach Ruhm, undein Hang zur Ungebundcnheil. Sein Tagebuch und andere gedruckte und unge-druckte Papiere sind Zeugen davon, daß eS ihm an Warnung von Seiten seinerVorgesetzten nie fehlte, und daß sein jugendliches Gemüth sie oft mit Empfänglich-keit und selbst mit rührendem Danke aufnahm. Inzwischen begann er, angeregtdurch Hölderlin sHyperion", schon während seines Aufenthalts auf dem Gym-nasium, seinen RomanPhaethon", der später (2 Bde., Stuttgart 1823) er-schien. Im Herbst 1821 wurde W. in das theologische Seminar zu Tübingenaufgenommen, wo er bis 1826 Philologie, Philosophie und Theologie studirte.In dieser Zeit erschienen von ihm Gedichte und vermischte Aufsätze in öffentlichenBlättern, namentlich in der ..Abendzeitung" und derZeitung für die eleganteWelt"; sie machten durch die Sinncnglut seiner Phantasie und eine ausgezeich-nete Gäbe zu gestalten, das Pudlicum bald aufmerksam. Er schrieb während sei-ner Studienjahre Mchres, was zum Theil erst später aus Licht trat, unter An-derem:Vier Erzählungen aus Griechenland" (Ludwigsburg 1821), in freiengereimten Strophen;Drei Tage in der Unterwelt" (Stuttgart 1826);AnnaBoleyn", Trauerspiel (Berlin 1829). Sein Talent wurde durch mannichfacheAnerkennung, besonders durch die Urtheile Müllner s angefeuert, und eine Reisenach.Jtalien, zu welcher er von Cotta Unterstützung erhielt, führte ihn der ersehn-ten Befreiung von den Schranken des conventivnnellen Lebens entgegen. VonItalien aus veranstaltete er einTaschenbuch aus Italien und Griechenland",»on welchem 2 Jahrgänge (Berlin 1829 und 1830, erschienen sind) und derdritte vorbereitet war, als er starb. V-n seinen poetischen Wanderungen in Ita-lien geben schätzenswerkhe Aufsätze in deutschen Blättern rühmliches Zeugniß,darunterWanderung ins Sabinerland" (Abendzeitung" 1827);Sommer-aujflug nach Olevano" (Gesellschafter" 1828);Reise in die Abruzzen und andn> Fucinersee" (Zeitung für die elegante West" 1828). In seinen Gedichtenaus dieser Periode spricht sich eine gewisse Übersättigung an Genüssen der Poesiednd des Lebens aus. Er hatte 1828 Neapel und 1829 Sicilien bereist. Von^r letzten Reise kehrte er krank zurück und starb an einem zehrenden Fieber zuVm am 17. Jan. 1830. Sein Tod wurde in Deutschland von den Vielen, -»eiche der Entwickelung seines Talents mit warmer Theilnahme gefolgt waren,st Bedauern vemommen. W. hatte während seines Aufenthalts in Tübingen. " "t" seelenkcanken Hölderlin einen unermüdeten Umgang gepflogen und wardurch m den Stand gesetzt, eine treffliche Biographie und Schilderung diese».^^zusiefem, welche denZeitgenossen" (dritteReihe Nr. XXIII u. XXIV),