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Wagner (Gottlob Heinrich Adolf)
Sinne des Antiken geleitete Priva'aussüh-.unq des Trauerspiels PolMoS (zu äbpiicheni Behufe bearbeitete er auch Sophokles' „König Öoipus', Leipzig 181ZI
. >. , , Leipzig l8lZ)
führte ihn auf praktischem Wege zu der Metrik, als Taktlheorie der Verse, welch!Apel in seinem reichen'und gewandt organis,reichen Geiste Jahre lang aus- unddurchbildete. Die Frucht war die durch des Verfassers Tod zwar abgebrochene, ibe,in ihren Grundzügen nicht unvollendete Metrik, zu welcher W, den bescheidenmFreund drängte. Ja, er wurde auch Nachredner des Werkes und strebte eine Aus-gleichung mit den Gegnern, welche die Taktlosigkeit der alten Rhythmen behauptet!»herbeizuführen Schon das bisher gelegentlich Angeführte kann darthun, wie flüßizund unermüdet sich W. in mancherlei Gebieten des Wissens bewegte. Durch so be-scheidenen Fleiß, durch heitern, milden und gemüthlichen Ernst und redliches, an-spruchsloses Streben, gewann er sich viele edle und geistreiche Millebcnde, selbst desAuSlandcS, ohne sich daruin zu bemühen, und die Universität zu Marburg ehrte anihrem Jubelfeste das Verdienst, indem sie ihn zum Doctoc der Philosophie er-nannte. Nur einige literarische Fehden, die er haßte, bestand er, indem es galt,Schlechtigkeit, Dünkel und Unwissenheit bloßzustellen, mit unerschrockenemMuthe und eigenthümlicher Kraft, wiewol er dies immer nur als Nothwehr ansah.Von seinen zahlreichen literarischen Arbeiten, unter welchen auch viele anonyme Über-setzungen vcn Reisen und poetischen Werken, z, B, Opern aus verschiedenen Spra-chen und viele Kritik-n in literarischen Zeitschriften befindlich sind, heben wir fol-gende heraus: „Der Bühnenschwarm, oder das Spiel der Schauspieler" vonRalph Nyin (Leipzig 1804); „Theater" (enthaltend Umwege, Lustspiel in 5 Acten,Liedesnetze, 1 Act, ein Augenblick, 1. Act,Hinterlist, 1 Act) (Leipzig 1810); „ZweiEpochen der modernen Poesie, dargestellt in Dante, Petrarca, Boccaccio, Götbe,Schiller, Wieland" (Leipzig 1806); „Da» Reich des Scherzes" (Leipzig 1823),eine Theorie des Komischen, zuerst in Seckendorsis „Prometheus" abgedruckt undmit einem Anhange von Kanne vermehrt; Lebensbeschreibungen von sechs Refor-matoren (Zwingli, Leipzig 1800; Wittes, 1801; Erasmus, 1802; Hurten,1803; Hieronymus von Prag, 1803; Okolampadius, 1804); „Theater undPublicum", eine Didaskalie (Leipzig 1826), Von seinen Übersetzungen nennenwir nur Eoxe's „Geschichte des Hauses Östreich", in Verbindung mit Dippold<4 Bde,, Leipzig 1817); Franklin's „Leben und Werke" (5 Bde,, Weimar1817 — 19); Cäsar's „Jahrbücher" (Baircuth 1808) und die ausgezeichneteÜbertragung von Lord Byron s „Manfred" «Leipzig 1819); „Der Forstgrafoder Robin Hood und Mariane"; „Altschottische Balladen und Lieder"; Goz-zi's „Rabe" (Leipzig 1804); Sechs spanische Lieder; Lanzi'S „Geschichte derMalerei" (3 Bde,, Leipzig 1830 — 33), Noch mehr als in diesen Über-setzungen, bei welchen zuweilen die bestimmte Eigenheit seines Geistes demfremden Geiste Eintrag thun mag, zeichnet sich W, in mehren Unternehmun-gen als einer der bedeutenden Sprachforscher und namentlich als Kenner der neuernSprachen und ihrer Literatur aus; dazu gehören die 12. Ausgabe von Bai-ley-Fahrenkrüger'S „Wörterbuch der englischen Sprache" (2 Thle,, Jena 1822),eine durch etymologische Sprachvergleichungen ausgezeichnete Arbeit; ferner seinanonym herausgegebenes „Olasssr^" zu der bei Einst Fleischer erschienenen Aus-gabe Shakespeares, wobei zwar Rares benutzt, aber durch kritische und historischeBemerkungen vielfach bereichert und berichtigt worden ist. Seine Sprachvergle»chungen in beiden Werken zeugen von einer sorgfältigen Umsicht und Gründlichkeit,die er auch in seiner Bearbeitung von Murrap's Werke „Zum europäischen Sp"'chenbau" (2 Bde,, Leipzig 1825) bethätigt hat. Sein „Lehrbuch der italienischenSprache" (Leipzig 1819) fand verdicnle An-tt-nnung, Vorzügliche Eh» machtihm auch die trotz vielen Bekleidungen beharrlich besorgte Ausgabe seines weit ver-breiteten „1'iii-itit-d ituliann" (Leipzig 1826), mit Einleitungen, Commentaren
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