Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
861
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Wagner (Gottlob Heinrich Adolf)

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«»in dai Gemeine, Schlechte und Oberflächliche in Leben und Literatur kräf-tig gekämpst. Er wurde zu Leipzig >774 geboren, bezog nach neunjährigem Be-suche der dortigen Lhomasschule >792 die Universität daseid^ und machte den Kur-sus der Theologie. Doch zog ihn mächtiger das Studium des Alterthums undvernehmlich der Sprachen, sowie der damals wieder aufgelebten Philosophie an,«erin er sich mehr der eignen Lectüre überlassen mußte, als durch Vorlesun-gen gefördert sah. Er verlor 1795 seinen wachem, weit über den Kreis einerdamaligen Beamten hinaus gebildeten Vater. Hatte er frei einer ihm inwohnen-e,n Neigung zur Unabhängigkeit folgend, ein amtloses Leben auf eigne Gefahr undMühseligkeit hin zu wählen geglaubt, und deshalb manch« Anlässe, eine bestimmtekaajbahn im bürgerlichen Leben einzuschlagen, vernachlässigt oder gar abgelehntChristian Daniel Beck hatte ihn für die Universität heranziehen wollen so sah sich bald von der Nothwendigkeit an sich selbst verwiesen und auf den vermeintlichseldstgewählten Punkt gestellt. Jena, damals der Herd deutscher Bildung undWissenschaft, wo Fichte, Schelling, Steffens, die beiden Schlegel, GrieS, Bren-tano ic. in der Nähe deS großen Dreigestirns: Göthe, Schiller, Wieland lebten,zog ihn mehr als alles an. Er wanderte daher mit einem Freunde nicht ganz un-adinteuerlich 1798 dahin, wurde dort Schiller bekannt und war fast täglich bei ihm;besuchte Fichte's Vorlesungen, mehr jedoch Privatstudien und der frischen lebendi-gen Bildung durch Leben und Umgang hingegeben. Seinen bescheidenen Anfo»derungen an das äußere Leben suchte er durch schriftstellerische Arbeiten, Übersetzun-gen aus mehren Sprachen, die ihm schon damals in seltenem Grade geläufig wa-ren, Beiträge zu kritischen und andern Blättern, Genüge zu thun. Als Fichte seineEntlassung nahm, und W.'S Stubengenoffe anderer Studien wegen nach Wien zog,wanderte er wieder in seine Vaterstadt zurück, und lebte standhaft, vielgeprüft nurseiner Bildung, dennoch mit Lust und Liede, wie mit regem Fleiß, dem raschen Um-schwünge der Zeit folgend, mit den gebildetsten Männern und Frauen im Um-gang das Edlere sich stets aneignend. Von seinen philologischen Studien gabseine Ausgabe derAlceste" des Euripides mit Kommentar (Leipzig 180V) einenBeleg. In Jena gewann er auch an Johann Arnold Kanne, dem gelehrten, schicksalj-reichen, mythologischen und etymologischen Forscher einen innigst geliebten und lieben-den Freund, der ihm, ungeachtet ihrer sonstigen Verschiedenheit und sein-S unruhigenUmherwanderns (W. löste ihn durch den Minister Dohm aus Kriegsgefangenschaftund Lazareth in Linz) unverändert treu blieb und ihn zu Vielem befeuerte. DerAnhang einer Übersicht der Mythologie zu Kanne'sEhronoS" bezeichnet ihr Ver-hältniß und ihren gemeinsamen Bildungsgang. Eine Panglotte, auf der Idee derIdentität der Religion und Sprache ruhend, deren Material, von Kanne geliefert,W. bearbeiten sollte und wozu dieser bereits, deS größer» Umsatzes willen, eine phi-losophische Einleitung in lateinischer Sprache begonnen hatte, unterblieb, weilKanne in Erlangen eine Richtung in das Mystische nahm und in Folge derselbenfanatisch sein« Handschrift dem Feuer geopfert hatte. Wie verschieden W. auchin dieser Hinsicht dachte und wie manche Erörterungen dieses auch unter denvwunden veranlaßte, ihre Freundschaft blieb dieselbe, nur der Briefwechsel wardssltener. Eine ähnliche, mehr auf das Praktische gerichtete Umwandlung erlebteW. an einem andern Freunde, Johannes Falk, dessen Leben, in drei durch ausge-wählie Produkte in Poesie und Prosa bezeichneten Epochen dargestellt, er gemein-gastlich mit ihm, zum Besten der von Falk in Weimar gegründeten wohlthätigenAnstalt, zum Druck beförderte. Auch an Falk achtete er, wie überall im Leben, dieIdee, obgleich sie eine andere Richtung nahm, alS in ihm, seine Gemüthlichkeit,Ehrlichkeit, Aufopferung und das lebendige fromme Vertrauen de« Mannes. Ebensol and sein geist- und kenntnißreicher Mitbürger, der Rathsherr August Apel, dira» seinen Tod mit W. in vertrautem viehährigen Umgänge. Ein« von W im